13.04.2017, 07:56 Uhr | 0 |

Support eingestellt Das sollten Sie tun nach dem Ende von Windows Vista

Microsoft hat das leidige Kapitel Windows Vista beendet: Das Betriebssystem wird ab sofort nicht mehr mit Updates unterstützt. Die deutsche Sicherheitsbehörde BSI warnt sogar vor einer Weiterverwendung. Was also tun, wenn man Vista noch auf dem Rechner hat? Sechs Ratschläge für den Umstieg.

Desktop unter Windows Vista
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Desktop unter Windows Vista: Microsoft hat die Unterstützung des Betriebssystems aus dem Jahr 2007 jetzt eingestellt. Was soll man tun? Unbedingt wechseln.

Foto: Microsoft

So richtig geliebt wurde es nie – jetzt zieht Microsoft selbst den Stecker für sein Betriebssystem Windows Vista. Der Grund: Das Programm aus dem Jahre 2007 ist zu alt, der Support wird eingestellt. Jeder, der es nach dem letzten Sicherheitsupdate am 11. April nutzt, öffnet Viren und anderer Schadsoftware Tür und Tor.

Selbst das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät davon ab, Vista weiterhin zu verwenden, da selbst öffentlich bekannt werdende Schwachstellen nicht mehr geschlossen werden. Viel Elan werden Hacker jedoch kaum aufwenden, um speziell auf Vista abgestimmte Viren zu basteln – zuletzt lief das als amtlicher Flop bekannte System noch gerade mal auf 0,78 Prozent aller Desktop-Rechner. Selbst Betriebssystem-Methusalem Windows XP hatte mehr User: Rund 5,5 Prozent aller PCs weltweit sollen XP noch auf der Platte haben.

Sich auf den Exotenstatus zu verlassen und die Hände in den Schoß zu legen, ist aber auch keine Lösung. Wirklich nicht. Schließlich richten auch ungezielte Angriffe und Sicherheits-Unfälle erheblichen Schaden an. 

Was also jetzt tun? Wir hätten da den ein oder anderen Tipp.

1. Machen Sie das Update!

Ja, einmal geht’s noch: Das Sicherheitsupdate, das am 11. April im Rahmen des Microsoft Patchdays kam, ist tatsächlich von Microsoft. Genießen Sie den Update-Prozess – es ist der letzte seiner Art. Wirklich. Ab jetzt ist Windows Vista faktisch tot, die lebenserhaltenen Maßnahmen wurden eingestellt. Zeit, Abschied zu nehmen.

2. Finden Sie heraus, ob Sie überhaupt Vista nutzen

Sie wissen gar nicht, welches Betriebssystem Sie nutzen –Hauptsache, es läuft?

Kein Problem, so finden Sie es heraus:

+ Öffnen Sie das Startmenü und klicken Sie auf die Systemsteuerung.

Wählen Sie „System und Sicherheit“.

Ein Klick auf „System“ sagt Ihnen, was Sie wissen wollen.

3. Ersetzen Sie Vista durch ein aktuelles Betriebssystem

Nutzen Sie die Galgenfrist, die Ihnen das allerletzte Sicherheitspatch verschafft, um ein neues Betriebssystem zu finden, zu erwerben und zu installieren – idealerweise zügig. Und nein, XP ist keine Lösung – aus denselben Gründen, warum sie sich von Vista trennen sollten.

Eine günstige und darüber hinaus einfache Möglichkeit sei der Umstieg auf Windows 7, schlägt das Online-Computermagazin chip.de vor. Dieses ebenfalls nicht mehr ganz taufrische, aber immerhin noch unterstützte System gibt es bereits ab etwa 10 Euro.

Ob die Hardware den Umstieg packt, könne man mit dem Windows 7 Upgrade Advisor herausfinden. Das geht dann bis zum Jahr 2020 gut, wenn der Support auch hierfür eingestellt wird. Wenn der Rechner dann immer noch funktioniert (und die Hardware auch diesen Umstieg mitmacht), gibt’s Windows 10 gratis. Oder Sie nehmen die Abkürzung und steigen – wenn Sie schon einmal dabei sind – direkt auf Windows 10 um.

4. Machen Sie sich klar, das Vista ab jetzt gefährlich ist

Sie wollen sich partout nicht von Windows Vista trennen, weil es „doch eigentlich gut läuft“? Dann trennen Sie sich vom Internet. Zumindest den Rechner, der das frisch ausgemusterte Betriebssystem verwendet. Wenn das nicht in Frage kommt für Sie: Sichern Sie Ihre Daten – JETZT! –, trennen sie das Speichermedium mit der Sicherung von der angehenden Virenschleuder und verbinden Sie beides nie wieder.

Dann lehnen Sie sich zurück, schließen Sie gegebenenfalls Wetten auf die verbleibende Lebenszeit Ihres Rechners ab und harren der Dinge, die da kommen. Ach ja – Zocken ist dann bald auch nicht mehr: Blizzard-Spiele wie „World of Warcraft“ und „Diablo III“ werden in absehbarer Zeit unter Vista nicht mehr funktionieren; ebenso wenig wie der Browser Firefox und das Mailprogramm Thunderbird.

5. Suchen Sie gegebenenfalls Verbündete

Sie haben Ahnung von Computern, wollen aber trotzdem Vista behalten? Dann machen Sie es wie die XP-Fans, die auch drei Jahre nach Support-Ende ihr geliebtes Betriebssystem ohne jede Microsoft-Unterstützung gegen fiese Fallen und böse Jungs absichern. Und überlegen Sie sich schon mal eine Antwort auf die Frage, warum um alles in der Welt Sie das tun. Denn seien wir mal ehrlich: Kultstatus hat Vista, das von Anfang an als Flop verschrien war, nun wirklich nicht. Und für die meisten Anwendungszwecke gibt es inzwischen andere – bessere – Lösungen.

6. Nehmen Sie’s mit Humor!

Wenn Sie doch irgendwie die Wehmut packt, weil Sie soviel Lebenszeit in Updates, Workarounds und Patches von Windows Vista gesteckt haben, die regelmäßigen Neuinstallationssessions ja doch irgendwas hatten und Sie darüber innige Freundschaft mit den Kollegen aus der IT geschlossen haben: Versüßen Sie sich den Abschied mit den Windows-Witzen, die Spiegel Online zur Feier des Tages zusammengestellt hat. Und ja, die funktionieren auch im Zustand akuter Schadenfreude. 

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Von Judith Bexten
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