04.07.2017, 14:37 Uhr | 0 |

Erneuerbare Energien in China So wird ein Solarpark zur Attraktion

Die Chinesen haben eine Photovoltaikanlage erschaffen, die aus der Luft aussieht wie ein riesiger Panda. Und das ist erst der Anfang einer Kampagne mit ernstem Hintergrund.

Solaranlage Panda
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So sahen die Pläne für den pandaförmigen Solarpark aus, der tatsächlich vor wenigen Tagen ans Netz gegangen ist.

Foto: Panda Green Energy Group Ltd

Vergangene Woche ging eine ganz besondere Photovoltaikanlage ans Netz: die weltweit erste in Form eines Pandas. Sie steht, wie sollte es anders sein, in China, genauer, in Datong, 300 km westlich von Peking.

Der Panda ist eine 100-MW-Solaranlage

Wie der Betreiber Panda Green Energy Group Limited verkündete, ist zunächst nur ein Teil der Anlage mit einer Kapazität von 50 Megawatt ans Stromnetz gegangen. Wenn das Projekt voll ausgerollt ist, sollen 100 Megawatt grüner Strom geliefert werden. Damit, so Panda Green Energy, könne man 1,06 Millionen Tonnen Kohle einsparen oder 2,74 Millionen Tonnen CO2-Emissionen.

Das Projekt wird übrigens gemeinsam mit US-amerikanischen Firmen betrieben. So kommen unter anderem die grauen Teile des Pandapuzzles aus den USA, sie bestehen aus dünnschichtigen Solarzellen vom amerikanischen Spezialisten First Solar. Die schwarzen Körperteile dagegen kommen aus China, es sind monokristalline Silizium-Solarzellen der Xi‘an Longi Silicon Materials Corporation.

Panda Power Plant ist Teil der Initiative „Neue Seidenstraße“

Ursprünglich wurde das Projekt Panda Power Plant im Mai 2016 von Panda Green Energy gestartet, vier Monate später schloss das Unternehmen einen Kooperationsvertrag mit dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen, der UNDP. Es ist nun ein offizieller Vertreter für erneuerbare Energien in China. Weshalb neben der Anlage auch ein Jugendzentrum entstehen wird, in dem Schulkinder über die Vorteile erneuerbarer Energien aufgeklärt werden sollen.

Seit Mai 2017 ist die pandaförmige Solaranlage auch Bestandteil der Neuen Seidenstraße, es soll für umweltfreundliche Energie am Rande der Strecke sorgen und etwas Aufmerksamkeit auf das gigantische Bauprojekt lenken. Die neue Seidenstraße ist ein Entwicklungsprogramm, das die alte Handelsrouten Chinas zu Lande und zur See wiederbeleben soll – durch neue Straßen und Schienen, Pipelines und Energieanlagen wie der Panda-Solaranlage. Diese Initiative lässt sich das Reich der Mitte 900 Milliarden US-Dollar kosten.

Das Panda Projekt geht also weiter: Die aktuelle Anlage markiert den Start des „Panda 100 Programms“, mit dem die Chinesen in den nächsten fünf Jahren entlang der gesamten Neuen Seidenstraße pandaförmige Solaranlagen erreichten wollen.

Warum ausgerechnet ein Panda?

Dass die Solaranlage in Form eines Pandas daherkommt, ist kein Zufall. China hat eine ganz besondere Beziehung zu diesen Tieren. Denn der Große Panda lebt in freier Wildbahn ausschließlich in einigen bambusreichen subtropischen Provinzen Zentralchinas. Derzeit gibt es nur noch rund 1900 frei lebende Artgenossen. Die Bären selbst, aber auch ihre Verbreitungsgebiete stehen deshalb in China unter Schutz. Und auch weltweit steht der Panda symbolisch für den Schutz bedrohter Arten, er ist nämlich seit 1961 das Wappentier der Umweltschutzorganisation WWF.

Und beim Anblick dieser Solaranlage sage noch einer, Technik könne nicht süß sein. 

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Von Lisa Schneider
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