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24.09.2015, 07:50 Uhr | 0 |

Ranking Die 5 Reedereien mit den umweltschädlichsten Kreuzfahrtschiffen

Sie sehen beeindruckend aus, und doch sind sie wahre Drecksschleudern, die fünf Kreuzfahrtschiffe, die sich im Ranking des Naturschutzbundes Nabu als wahre Umweltsünder entpuppt haben. Hier erfahren Sie die Namen der Traumschiffe, die in Sachen Umwelt eher Albträume auslösen.

Kreuzfahrtschiff Anthem of the Seas auf der Ems
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Das Kreuzfahrtschiff Anthem of the Seas bei der Überführung von der Meyer Werft in Papenburg über die Ems zur Nordsee: Auch moderne Kreuzfahrtschiffe werden immer noch mit Schweröl angetrieben, obwohl es längst saubere Antriebstechniken gibt.

 

Foto: Meyer Werft

Der Naturschutzbund Nabu hat 28 neu geplante Schiffe bis 2020 mit Blick auf ihre Umweltverträglichkeit unter die Lupe genommen. Das Kreuzfahrt-Ranking 2015 zeichnet ein düsteres Bild der vermeintlichen Traumschiffe: Die meisten Anbieter halten auch bei künftigen Modellen am Betrieb mit giftigem Schweröl fest und investieren nur dann in moderne Abgastechnik, wenn gesetzliche Bestimmungen sie dazu zwingen.

Fast alle Reeder investieren beispielsweise in Abgaswäscher namens Scrubber, um trotz verschärfter Schwefelgrenzwerte weiterhin mit Schweröl durch die Weltmeere fahren zu können. Und wer sind nun die schlimmsten Schmuddelpeter?

1. Reederei Viking Ocean Cruises

Auf dem letzten Platz landet die Reederei Viking Ocean Cruises. Sie baut die Schiffsmodelle Sun, Sea, Sky und Star, die zwischen 2015 und 2018 zu ihren Jungfernfahrten aufbrechen – allesamt mit umweltschädlichem Schweröl und ohne Abgastechnik. An Bord haben zwischen 928 und 944 Passagiere Platz. Die Baukosten für ein Schiff betragen 280 Millionen €.

2. Compagnie Du Ponant

Platz zwei im Nabu-Ranking der umweltschädlichsten Kreuzfahrtschiffe belegt das Unternehmen Compagnie Du Ponant mit ihrem Modell Le Lyrial. Das Schiff unter französischer Flagge kostet 120 Millionen €, bietet 264 Passagieren Platz und fährt ebenfalls mit Schweröl und ohne Abgastechnik.

An Bord befinden sich vier Dieselgeneratoren mit einer Leistung von jeweils 1600 kW, die zwei Elektromotoren mit einer Leistung von jeweils 2300 kW mit Strom versorgen.

3. Royal Carribean

Platz drei geht an Royal Carribean. Die Reederei baut die Modelle Anthem of the Seas, Ovation of the Seas, Harmony of the Seas und Oasis Class. Die Jungfernfahrten der Kolosse, die teilweise über 1 Milliarde € wert sind, finden zwischen 2015 und 2018 statt.

Alle Modelle fahren trotz der gigantischen Baukosten mit klassischem Schweröl, haben aber zumindest einen Scrubber an Bord, um Emissionen zu reduzieren.

4. P&O Cruises

Platz vier sichert sich P&O Cruises. Die Reederei aus dem Vereinigten Königreich baut die Britannia – ein 560 Millionen € teures Kreuzfahrtschiff mit Platz für 3611 Gäste.

Das Schiff fährt ebenfalls mit Schweröl, einem dieselektrischen Antrieb und einem Scrubber. Queen Elisabeth II. hat das Schiff im März 2015 in Southampton getauft.

5. Norwegian Cruise Line

Auf Platz fünf landet Norwegian Cruise Line. Das Unternehmen mit Sitz in Miami lässt die Modelle Escape und Bliss bauen, die jeweils 980 Millionen € kosten und Platz für 4200 Passagiere bieten.

Das Problem: Sie setzen ebenfalls auf Schweröl und haben abgesehen vom Scrubber keine Abgastechnik. Ab dem 14. November 2015 soll die Escape ganzjährig auf einer Sieben-Nächte-Route durch die östliche Karibik tuckern.

Der Nabu verweist aber auch auf Reedereien, die mit positivem Beispiel vorangehen: Die Reederei Aida aus Rostock hat beispielsweise angekündigt, dass zwei noch namenlose Neuzugänge erstmals komplett auf Schweröl verzichten und stattdessen mit umweltfreundlichem Flüssiggas (LNG) fahren.

Bei der Verbrennung entstehen kaum Luftschadstoffe wie Feinstaub, Ruß und Schwefeloxide. Schon im Nabu-Ranking 2014 waren die Modelle Prima und Mia von Aida Spitzenreiter. Sie fahren zwar mit Schweröl, verfügen aber über Scrubber, SCR-Katalysator, Partikelfilter und Landstromanschluss. Dank Letzterem können sie in Häfen die Dieselmotoren ausschalten.

Für Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller steht fest: „Die Branche befindet sich am Scheideweg, spätestens jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen. Wer heute noch die Investitionen in Abgastechnik und höherwertigen Kraftstoff scheut, handelt absolut fahrlässig.“

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Von Patrick Schroeder
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