Volkswagen in der Krise 11.03.2025, 09:14 Uhr

VW im Rückwärtsgang: Weniger Gewinn, Boni und Investitionen

Volkswagen verzeichnet 2024 weniger Gewinn und kürzt Investitionen. Gehaltsverzicht im Vorstand, Bonuskürzungen für Mitarbeitende.

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Foto: Volkswagen AG

Volkswagen kämpft mit sinkenden Gewinnen und erhöhtem Wettbewerbsdruck. Der Konzern reagiert mit Einsparungen bei Investitionen und Boni sowie einem Gehaltsverzicht im Vorstand. Während der Umsatz stabil bleibt, sind die Aussichten durch geopolitische Unsicherheiten und wirtschaftliche Herausforderungen weiterhin unklar.

Gewinnrückgang durch hohen Wettbewerb und Restrukturierung

Volkswagen musste im vergangenen Jahr einen deutlichen Gewinneinbruch hinnehmen. Während der Konzernumsatz leicht um knapp 1 % auf 324,7 Mrd. € stieg, sank der Nettogewinn um fast 31 % auf 12,4 Mrd. €. Besonders der Markt in China, einst eine tragende Säule der Volkswagen-Ergebnisse, brachte weniger Gewinn. Zudem fielen hohe Kosten für den Konzernumbau an, darunter die Schließung des Audi-Werks in Brüssel.

Auch das Tagesgeschäft war betroffen. Das operative Ergebnis schrumpfte auf 19,1 Mrd. € – ein Minus von gut 15 %. Damit erreichte die operative Marge nur noch 5,9 % statt 7,0 % wie im Vorjahr. Trotz dieser Rückgänge fiel das Ergebnis besser aus als zuvor von VW selbst prognostiziert.

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Weniger Investitionen geplant

Nach einer Phase intensiver Investitionen schaltet Volkswagen nun einen Gang zurück. Von 2025 bis 2029 plant der Konzern Investitionen in Höhe von rund 165 Mrd. € – deutlich weniger als die 180 Mrd. €, die noch für den Zeitraum 2024 bis 2028 vorgesehen waren. Diese Kürzungen betreffen vor allem den Bereich der Verbrennungsmotoren, während VW gleichzeitig an flexiblen Antriebslösungen für verschiedene Märkte festhält.

Laut Finanzchef Arno Antlitz wird Volkswagen die Entwicklung der eigenen Batteriesparte stärker an die Marktentwicklung anpassen. Der schleppende Hochlauf der Elektromobilität in der gesamten Branche zwingt den Konzern, seine Strategie flexibler zu gestalten. Zudem setzt Volkswagen auf Kooperationen, etwa mit dem US-Elektroautoanbieter Rivian, um schneller und kostengünstiger Fortschritte in der Software- und Vernetzungstechnologie zu erzielen.

Dividende wird gekürzt, Vorstand verzichtet auf Gehalt

Auch für die Aktionärinnen und Aktionäre gibt es Einschnitte. Die Dividende für die im DAX notierte Vorzugsaktie soll um 30 % auf 6,36 € pro Aktie sinken. Die Kürzung fällt deutlicher aus als erwartet und spiegelt die schwächeren Finanzergebnisse wider.

Der Sparkurs macht auch vor dem Top-Management nicht halt. Der Konzernvorstand verzichtet in den Jahren 2025 und 2026 auf 11 % seines Gehalts. Dies betrifft auch Vorstandschef Oliver Blume, dessen Gesamteinkommen im vergangenen Jahr trotz Gehaltsverzichts auf 10,35 Mio. € anstieg. Der Aufsichtsrat hat dem Vorschlag zugestimmt, die Vorstandsgehälter stufenweise bis 2029 wieder an das ursprüngliche Niveau anzupassen.

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Blume erhielt 2024 trotz Einsparmaßnahmen mehr als im Vorjahr, da sein Gehalt bei der Konzerntochter Porsche stieg. Insgesamt verdienten die neun Konzernvorstände zusammen rund 40 Mio. €. Durch die geplanten Gehaltsverzichte in den kommenden Jahren will VW mehrere Millionen Euro einsparen.

Mitarbeitende erhalten Bonus – aber Kürzungen ab 2026

Trotz des straffen Sparkurses erhalten die Tarifbeschäftigten von Volkswagen für das vergangene Jahr eine Gewinnbeteiligung von fast 4800 €. Die Prämie setzt sich aus einer bereits gezahlten Vorauszahlung und einer weiteren Zahlung im Mai zusammen.

Von dieser Bonuszahlung profitieren etwa 120.000 Beschäftigte in Deutschland. Maßgeblich für die Berechnung sind die Gewinne der Marken VW Pkw und VW Nutzfahrzeuge in den beiden vergangenen Geschäftsjahren.

Doch ab 2026 ändert sich die Situation: Der Tarifbonus wird in den Jahren 2026 und 2027 drastisch reduziert. Die flexible Mai-Zahlung entfällt für zwei Jahre, sodass nur noch die fixe Vorauszahlung von knapp 1900 € bestehen bleibt. Ab 2028 soll die Bonuszahlung dann schrittweise bis 2031 wieder auf das ursprüngliche Niveau angehoben werden.

Umsatzplus für 2025 angestrebt

Trotz der aktuellen Herausforderungen plant Volkswagen für 2025 ein moderates Umsatzwachstum. Die Erlöse sollen auf Konzernebene um bis zu 5 % steigen.

Konzernchef Oliver Blume geht davon aus, dass die operative Umsatzrendite in einer Spanne zwischen 5,5 % und 6,5 % liegen wird – also in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Der Konzern bleibt damit vorsichtig optimistisch, muss sich aber weiterhin in einem unsicheren wirtschaftlichen Umfeld behaupten.

Herausforderungen durch geopolitische Risiken

Volkswagen steht vor einer Vielzahl externer Herausforderungen. Politische Unsicherheiten, verschärfte Handelsbeschränkungen und geopolitische Spannungen belasten das Geschäft. Besonders in China wächst der Druck durch lokale Hersteller, die mit günstigen Elektroautos den Markt erobern. Auch in Europa erschweren schwankende Rohstoffpreise und regulatorische Änderungen die Planungen für die kommenden Jahre.

Zusätzlich kündigte der Konzern bereits Ende 2024 einen drastischen Stellenabbau an. Bis 2030 sollen in Deutschland bis zu 35.000 Arbeitsplätze gestrichen werden – das betrifft fast jeden vierten Job der Kernmarke VW Pkw. (mit dpa)

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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