Nach US-Angriff 11.03.2026, 14:30 Uhr

Straße von Hormus: Blick auf die aktuelle Lage

Explosive Lage am Persischen Golf: Was derzeit an der Straße von Hormus passiert.

Straße von Hormus

Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Indischen Ozean. Durch die enge Passage fließt rund ein Fünftel des weltweiten Rohöls.

Foto: Smarterpix / vampy1

Der Krieg zwischen Israel, den USA und dem Iran entwickelt sich zunehmend zu einer energiepolitischen Krise mit globalen Folgen. Kaum eine Region ist für den Weltenergiemarkt so wichtig wie der Persische Golf – und insbesondere die Straße von Hormus. Durch diese nur wenige Dutzend Kilometer breite Meerenge fließt ein erheblicher Teil der weltweiten Öl- und Flüssiggasexporte. Schon die Drohung einer Blockade reicht aus, um die Märkte in Aufruhr zu versetzen.

Am 10. März betonten die iranischen Revolutionsgarden, bis zum Ende des Krieges keine Ölexporte aus der Region an Verbündete der USA und Israels zu erlauben. Die iranischen Streitkräfte würden bis auf Weiteres nicht zulassen, dass auch nur ein Liter Öl aus der Region an die feindliche Seite und ihre Partner exportiert wird„, sagte Sprecher Ali Mohammad Naini laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim am Dienstag.

Tatsächlich reagieren Energiepreise bereits deutlich. Seit Beginn der Angriffe sind die Notierungen für Rohöl und Erdgas stark gestiegen, während zugleich die Sorge wächst, dass militärische Eskalationen den Schiffsverkehr im Golf dauerhaft stören könnten. Regierungen, Notenbanken und Energieagenturen beobachten die Entwicklung deshalb mit großer Aufmerksamkeit. Denn sollte der Konflikt weiter eskalieren, könnte aus einer regionalen militärischen Auseinandersetzung rasch ein Schock für den globalen Energiemarkt werden.

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Update 11. März: Deutschland gibt nationale Ölreserven frei

Am heutigen Mittwoch beraten die Staats- und Regierungschefs der G7-Länder auf über die steigenden Energiepreise beraten. Es geht um die Freigabe nationaler Ölreserven, um den Energiemarkt zu stabilisieren. Wie die Deutsche Presseagenturberichtet, schlug die Internationale Energieagentur (IEA) ihren Mitgliedsstaaten die Freigabe von bis zu 400 Mio. bbl Rohöl vor, deutlich mehr, als zu Beginn des Ukrainekrieges mobilisiert wurden (182 Mio. bbl). Pro Tag werden zu Friedenszeiten rund 20 Mio,. bbl durch die Straße von Hormus geschifft.

Weiter bestätigte Bundeswirtscvhaftsd- und Energieminisdterin Katheraina Reiche, dass 19,5 Mio. bbl aus deutschen Reserven kommen würden. Deutschland hält strategische Ölreserven für mindestens 90 Tage, um Versorgungsstörungen auszugleichen. Verantwortlich ist der Erdölbevorratungsverband (EBV), der Rohöl und Mineralölerzeugnisse (Benzin, Diesel, Kerosin) lagert. 

Der Produktionsstop in den Erdölförderländern droht, wenn die Straße von Hormus länger dicht bleibt

Die Sicherung der nationalen Energieversorgung ist angesichts der Lage in der Straße von Hormus ein valides Problem. Denn wenn die Ölfördererstaaten ihre Rohstoffe nicht außer Landes bekommen, müssen sie irgendwann die Produktion stoppen – und dann läuft sie so schnell auch nicht wieder an. Wann die Erdölförderländer ihre Produktion wirklich stoppen müssen, ist von Land zu Land verschieden. Alfonso Peccatiello, Gründer und CEO der Investment-Strategieberatung Macro Compass, verweist hier auf Zahlen von JP Morgan. Danach ist der Produktionsstop bei Katar jetzt nach nur sieben Tage eingetreten, obwohl mit 14 Tagen gerechnet worden ist. Den größten Puffer bis zu Produktionsstop hat JP Morgan zufolge Saudi-Arabien mit bis zu 65Tagen, also rund zwei Monate.

Rohölpreise ziehen weiter an

Die Rohölpreise hängen massiv am Geschehen in der Straße von Hormus: Sanken sie gestern, weil US-Präsident Donald Trump ein baldiges Ende des Krieges in Aussicht gestellt hatte, stiegen sie heute. Aus Sorge vor einer längeren Unterbrechung von Öllieferungen durch die Straße von Hormus am Persischen Golf notierte ein Barrel (1 bbl: 159 l) der Nordsee-Sorte Brent mit 92,31 $, +5 % mehr als am Vortag.

Warum? Die Ölmärkte blieben volatil, denn der Iran hatte berichtet, in der Straße von Hormus Seeminen verlegt zu haben. Das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) berichtet zwar, man habe 16 iranischer Minenleger zerstört. Laut CNN habe der Iran aber noch immer das Gros seiner kleinen Boote und Minenleger – und könne Hunderte von Minen in der Wasserstraße verlegen. 

Dass die USA hingegen einen Tanker durch die Straße von Hormus geleitet hätten, ist eine Falschmeldung von US-Energieminister Chris Wright.

Update 10. März: Trumps Äußerung zu baldigem Kriegsende senkt die Ölpreise – nur was ist, wenn es nicht kommt?

Während in Deutschland der Sprit an den Tankstellen neue Rekordhöhen jenseits der 2 €/l an den Zapfsäulen erreicht, sinkt an den Handelsbörsen der Preis für Rohöl. Der Grund: Am Montagnachmittag hatte der US-Sender CBS News nach einem Telefoninterview mit den Worten zitiert: “Ich denke, der Krieg ist so gut wie beendet. Sie haben keine Marine, keine Kommunikationssysteme, sie haben keine Luftwaffe.“ Der Krieg verlaufe „weit vor dem Zeitplan“.

Als Folge fiel der Preis für Rohöl der Sorte Brent auf 89,20 $/bbl. In der Nacht zu Montag hatte er noch bei mehr als 120 $/bbl gelegen. Die Frage, die offenbleibt, ist die: Wie lange hält die Zuversicht der Märkte an? Wie schnell muss die Straße von Hormus wieder frei sein, damit sich die Stimmung nicht wieder Richtung Hausse dreht. Falls – trotz Trumpscher Beteuerung -noch genügend Risiken vorhanden sind, werden die Rohölpreise schnell wieder steigen.

An den deutschen Zapfsäulen ist Trumps Botschaft noch nicht angekommen

Mehr als 2 €/l über alle Spritsorten hinweg – das war der Stand am gestrigen Montag. Superbenzin E10 kostete im Schnitt bundesweit mehr als 2 €/l, Diesel stieg auf 2,171 €/l.  Dienstagfrüh kostete E10 im bundesweiten Schnitt fast 2,1 €/l, Diesel 2,237 €/l.

Politik will Chefs der Ölkonzerne vorladen

Das führt inzwischen dazu, dass Maßnahmen gegen die deutschen Mineralölkonzerne debattiert werden. Sepp Müller, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, fordert, das Kartellamt solle eingreifen. Müller ist Mitglied einer Arbeitsgruppe der Koalitionsfraktionen im Bundestag, die die steigenden Preise infolge des Iran-Krieges im engen Austausch mit der Regierung analysiert und Handlungsmöglichkeiten prüft. „Das, was hier passiert, ist maximal unverhältnismäßig“ schrieb Müller auf X. Deshalb werde man die Chefs der Mineralölkonzerne und das Kartellamt in die Arbeitsgruppe einladen: „Und dann werden wir über die Werkzeuge reden“. Auf Facebook verweist Müller darauf, dass sowohl polnische wie deutsche Tankstellen mit Benzin aus der Raffinerie PCK Schwedt beliefert werden. Aktuell gibt es aber einen deutschen Tanktourismus nach Polen, weil dort der Sprit deutlich preiswerter ist.

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Update 9. März: Öl- und Gaspreise steigen weiter

Nach über einer Woche des Krieges von Israel und der USA gegen den Iran haben die Ölpreise die Marke von 100 $/bbl (Dollar pro Barrel) übersprungen und lagen für Rohöl der Nordsee-Marke Brent am Wochenende zeitweise bei fast 120 $/bbl. Am Montagmorgen waren es dann 107 $/bbl.  Seit dem Beginn des Iran-Kriegs beläuft sich das Plus damit auf fast 50 %. Auch der Gaspreis stieg parallel zum Ölpreis weiter an. An der Börse in Amsterdam sprang die Notierung für den richtungweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat zum Handelsbeginn um rund 30 % auf 69,50 €/MWh (Euro je Megawattstunde) nach oben, sank dann aber wieder auf 61,80 €/MWh. Damit hat sich europäisches Erdgas seit Beginn der Angriffe in etwa verdoppelt.

Dabei, berichtet das Statistische Bundesamt Destatis heute, stamme nach einer erfolgreichen Diversifizierung der Ölimporteure heute nur noch ein kleiner Teil des Rohöls in Deutschland aus dem Nahen Osten. 2025 seien 75,7 Mio. t Rohöl nach Deutschland importiert, 10,6 % weniger als noch 2020. Aus dem Nahen Osten stammten 2025 nur noch 6,1 % seiner Rohöllieferungen. Der Großteil davon sei mit 3,1 Mio. tt aus dem Irak gekommen. Andere Lieferant aus der Region seien die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien und Israel gewesen. Oman, Katar, Kuwait und der Iran hätten 2025 kein Rohöl nach Deutschland geliefert. Wichtigster Rohöllieferant für Deutschland war und ist Norwegen (16,6 %), gefolgt von den USA (16,4 %) und Libyen (13,8 %).

G7 und IEA beraten strategische Reserven

Die G7-Staaten prüfen daher laut „Financial Times“ den Einsatz ihrer Reserven. Demnach wollen die Finanzminister der G7-Staaten im Verlauf dieses Tages über eine mögliche Freigabe von Erdölreserven unter der Koordination der Internationalen Energieagentur (IEA) beraten. Insbesondere verfügten die IEA-Mitgliedsländer über mehr als 1,2 Mrd. bbl öffentliche Notfallvorräte. Diese und weitere 600 Mio. bbl an Industrievorräten, die aufgrund staatlicher Verpflichtungen gehalten würden, „können bei Bedarf zusätzliche Lieferungen auf den Markt bringen“, so die IEA. Die IEA hat eigens eine eigene Webpräsenz zur Marktbeobachtung aufgebaut. https://www.iea.org/topics/the-middle-east-and-global-energy-markets

Zur bombardierten LNG-Anlage in Ras Laffan in Katar schreibt die IEA, ein längerer Produktionsausfall die Anlage könnte die angespannte Marktlage „erheblich verschärfen“. Die Produktion ist seit dem 2. März eingestellt. 2025 hätte Ras Laffan 112 Mrd. m³ LNG sowie 300 000 bbl (LPG) und 180 000 bbl Kondensat täglich hergestellt und war damit „mit Abstand die größte LNG-Anlage der Welt“, so die IEA.

Notenbanken reagieren verhalten

Weiterhin ist ein schnelles Ende des Kriegs nicht in Sicht. Mit den jüngsten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump „nehmen die Risiken für ein längeres Andauern weiter zu“, heißt es bei der Dekabank. DB Research beobachtet, dass sich auch die marktbasierten Leitzinserwartungen an die US-Notenbank Fed bewegt hätten. Eine erste Zinssenkung durch die Fed werde im September erwartet. Fed-Vertreter betonten zuletzt die potenziellen Auswirkungen des Iran-Konflikts auf die Inflation, hielten jedoch größtenteils an ihrer bisherigen geldpolitischen Haltung fest. „Auch wir bleiben bei unserer Prognose von einer Zinssenkung um 25 Bp (Basispunkte) im September“, so die deutsche Bank in ihrem wöchentlichen Konjunkturbericht. 

Update 6. März: Wahlkämpfer im Ländle stürzen sich auf Ölpreisboom – Indien darf russisches Öl kaufen

Beobachter gehen davon aus, dass der Iran alles daran setzen wird, den Handel über die Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus so lange wie möglich zu stören. Nach Einschätzung von US-Kriegsbeobachtern ist der Schiffsverkehr durch die Passage um etwa 90 % zurückgegangen, berichtet die Deutsche Presseagentur. Das sei Teil der iranischen Strategie, auch den Golfstaaten Kosten für den Krieg aufzuerlegen, so das US-Institut für Kriegsstudien (ISW) in seiner neuesten Lage-Analyse.

Als Folge stieg der Spritpreis in Deutschland massiv an, gestern riss auch Super E10 die Marke von 2 €/l – das ist das Thema der Woche. Auch wenn heute früh sich durchaus Tankstellen finden lassen (Umkreis Düsseldorf), die E10 unter 1,90 €/l anbieten. Also steigen auch in Baden-Württemberg die Kontrahenten Cem Özedemir (Grüne) und Manuel Hagel (CDU) in die Debatte ein. Özdemir sieht im ZDF-Morgenmagazin ein Sicherheitsrisiko. Eine Abhängigkeit von fossilen Energien hätte große Nachteile: „Es wird teurer, es ist schlecht fürs Klima, es ist aber auch schlecht für die Souveränität des Landes“.

Kontrahent Hagel reagiert auf die Ankündigung von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, die das Bundeskartellamt zur Überprüfung der Preisgestaltung losschicken will. „Es darf nicht sein, dass sich jetzt Multikonzerne, dass sich die Ölkonzerne jetzt mit diesem Leid, mit diesem Elend die Taschen voll machen zulasten der Baden-Württemberger“. Nur ist dies nicht das erste Mal, das unvorhergesehen Krisen zu rasch steigenden Spritpreisen führen. Und das Bundeskartellamt in Bonn hat immer wieder draufgeschaut und Relevantes nicht gefunden.

Indien hat es im Vergleich zu Deutschland durch die De-facto-Blockade des Irans sehr viel härter getroffen – so hart, dass US-Finanzminister Scott Bessent via X mitteilt, dass die USA es indischen Raffinerieunternehmen erlauben würden, für einen begrenzten Zeitraum russisches Öl zu kaufen. Sein Ministerium erteile dafür eine 30-tägige Ausnahmegenehmigung, um sicherzustellen, dass weiterhin Öl auf den Weltmarkt gelange, so Bessent. Russland, das einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt, dürfte damit zumindest kurzfristig seine Einnahmen aus dem Rohöl-Verkauf steigern können.

Eigentlich wollte Indien nämlich seine Ölzulieferer diversifizieren – weg von russischem Öl. Dies war eine wichtige Voraussetzung für das Handelsabkommen mit den USA. Das Konzept zeigte erste Resultate. Im Februar stammten rund zwei Drittel der indischen Ölimporte aus Ländern des Nahen Ostens wie Saudi-Arabien, Irak, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar, berichtete der japanische Newsdienst Nikkeiasia. Der Anteil Russlands sei auf 19 % geschrumpft, verglichen mit dem Höchststand von 44 % im Juni 2025. Jetzt also die Kehrtwende, denn der indische Premierminister Narendra Modi stehe bereits unter Druck von Oppositionsparteien, weil er die Beziehungen zu Israel zu einer „besonderen strategischen Partnerschaft” ausgebaut hat, nur wenige Tage bevor das Land seinen gemeinsamen Angriff auf den Iran begann.

Update 5. März: Ölpreise reagieren sofort

Nachdem die USA am 4. März im indischen Ozean vor Sri Lanka eine iranische Fregatte mit 130 Besatzungsmitgliedern versenkt haben, meldeten die iranischen Revolutionsgarden, sie hätten im Norden des Persischen Golfes einen US-Tanker in Brand geschossen. Sie erneuerten ihre Drohung, im Kriegsfall die Straße von Hormus zu kontrollieren.

US-Präsident Donald Trump hatte angedeutet, die US-Marine könnte Schiffe durch die Meeresenge eskortieren. Sowohl der Verband Deutscher Reeder (VDR) wie der internationale Schifffahrtsverband Bimco begrüßten den Vorstoß, man warte aber auf Klarstellungen: „Allerdings ist es unrealistisch, allen Tankern, die in derzeit vom Iran bedrohten Gebieten operieren, Schutz zu gewähren“, teilte Bimco mit. Dies erfordere eine sehr große Zahl an Kriegsschiffen.

Die Erfahrung nach dem Bombardement der iranischen Atomanlagen im letzten Jahr hat gezeigt, dass eine vorübergehende Sperrung zwar die Preise für Öl erhöht, dies sich danach aber auch relativ schnell wieder normalisiert. Doch diesmal könnte der Konflikt länger dauern. Und dann geht es um mehr als nur eine regionale Krise – es steht nicht weniger als die Stabilität des globalen Energiemarkts auf dem Spiel.

Konkret steigen die Ölpreise stetig weiter. Zum einen im Handel: So wurde an der ICE in London im frühen Handel die Nordseesorte mit Lieferung für den Mai zu 84,05 Dollar je Barrel ($/bbl) gehandelt, mehr als 3 % als am Vorabend. Seit dem Beginn der Angriffe am Wochenende hat sich Brent-Öl um rund 16 % verteuert. Zum anderen in Deutschland an den Zapfsäulen: Am 4. März hatte 1 l Diesel mehr als 2 € gekostet, am Morgen des heutigen 5. März, lag auch Super E10 mit 2,003 €/l über diesem Niveau, so der ADAC.

Wo liegt die Straße von Hormus – und warum ist sie so entscheidend?

Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer. Sie ist nur rund 50 Kilometer breit, an der engsten Stelle sogar weniger – und doch passieren hier täglich bis zu 20 Millionen Barrel Rohöl. Das entspricht fast 30 % des weltweit verschifften Erdöls und etwa einem Fünftel des globalen Verbrauchs.

Nur zwei jeweils drei Kilometer breite Fahrrinnen sind für die internationale Schifffahrt sicher befahrbar. Sie verlaufen durch iranisches und omanisches Hoheitsgebiet. Die globale Abhängigkeit ist immens: Staaten wie Saudi-Arabien, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und der Irak sind auf diesen Korridor ebenso angewiesen wie der Iran selbst.

Ein Nadelöhr der Weltwirtschaft – mit politischer Sprengkraft

Neben Rohöl werden auch große Mengen Flüssiggas (LNG) über die Straße von Hormus verschifft. Insbesondere Katar exportiert fast sein gesamtes LNG über diese Route. Aber auch Getreide, Maschinen, Autos und Medikamente erreichen den Nahen Osten über diesen Weg. Eine Sperrung würde nicht nur die Preise für Öl und Gas steigen lassen, sondern auch die Versorgung vieler Staaten im Nahen Osten gefährden.

Schon das Drohen mit einer Blockade reicht aus, um Ölpreise steigen zu lassen. Die Internationale Energieagentur (IEA) warnt: „Die schiere Menge an Öl, die über die Straße von Hormus exportiert wird, und die begrenzten Möglichkeiten, sie zu umgehen, bedeuten, dass jede Unterbrechung der Ölströme enorme Folgen für die weltweiten Ölmärkte hätte.“

Iran rüstet auf: Seezielflugkörper entlang der Küste

Neueste Berichte legen nahe, dass der Iran seine militärische Präsenz entlang der Straße von Hormus massiv verstärkt hat. Besonders besorgniserregend ist die Stationierung moderner Seezielflugkörper, auch Anti-Schiffsraketen genannt. Diese Waffen gelten als präzise, schnell und äußerst schwer abzufangen.

Unbestätigten Quellen zufolge hat der Iran zwischen dem Golf von Oman und der Straße von Hormus fünf bis sieben Küstenbatterien installiert. Diese befinden sich in strategischer Nähe zum Marinehauptquartier der Islamischen Revolutionsgarden in Bandar Abbas – direkt an der Meerenge. Ausgerüstet sind sie offenbar mit Raketen chinesischer Bauart (C-801/C-802), die unter iranischer Lizenz weiterentwickelt wurden und nun unter den Namen „Noor“ und „Qader“ bekannt sind. Ihre Reichweite beträgt laut Expertenschätzungen über 100 Kilometer.

Zum Vergleich: Im Ukraine-Krieg versenkten zwei Anti-Schiffsraketen eine russische Lenkwaffenfregatte – die „Moskwa“, Flaggschiff der Schwarzmeerflotte. Eine ähnliche Verwundbarkeit wird nun auch für westliche Marineeinheiten in der Golfregion diskutiert.

 

Grenzstaaten: Iran im Norden, Vereinigte Arabische Emirate und Oman im Süden

Breite: ca. 55 km an der schmalsten Stelle

Bedeutung: Wichtigste Schifffahrtsroute für Öl und Flüssiggas (LNG)

Tägliches Volumen: ca. 20 Millionen Barrel Rohöl

Anteil am Weltölhandel: rund 30 %

Wichtige Exporteure: Saudi-Arabien, Iran, Kuwait, Irak, Katar, VAE, Bahrain

Militärische Präsenz: Fünfte US-Flotte in Bahrain

Risiken: Drohungen Irans, Minen, GPS-Störungen, Angriffe auf Tanker

 Guerillataktik gegen US-Flugzeugträger?

Die Iranische Marine selbst besitzt lediglich drei moderne und drei ältere Fregatten – militärisch kein nennenswerter Gegner für die über 150 Kampfjets der US-Trägerflotten, die derzeit zwischen dem Roten Meer und dem östlichen Mittelmeer operieren. Doch der Iran setzt nicht auf konventionelle Seegefechte, sondern auf asymmetrische Kriegsführung.

Die Islamischen Revolutionsgarden unterhalten eine eigene Marine-Infanterie mit rund 5.000 Soldaten. Ihnen stehen zehn chinesische Raketenschnellboote der Houdong-Klasse zur Verfügung, die mit den genannten Seezielflugkörpern bestückt sind. Diese kleinen, wendigen Boote operieren getarnt in den engen Gewässern und könnten im Ernstfall gezielte Schläge gegen Tanker oder Kriegsschiffe führen – ein Albtraum für die Schifffahrtssicherheit.

Politischer Drahtseilakt: Iran zwischen Drohung und Selbstgefährdung

Ein iranisches Parlament hat einem Gesetz zur Sperrung der Meerenge bereits zugestimmt – eine finale Entscheidung des Obersten Nationalen Sicherheitsrats steht noch aus. Bisher blieb es bei Drohungen. Doch in der aktuellen Lage – nach Luftangriffen auf iranische Nuklearanlagen und Gegenschlägen auf Israel – sind rote Linien überschritten.

US-Außenminister Marco Rubio sieht in einer möglichen Blockade einen globalen Brandbeschleuniger: „Falls sie das tun, wäre das ein weiterer schwerer Fehler. Es wäre wirtschaftlicher Suizid für sie.“

Denn auch der Iran braucht die Straße von Hormus – wirtschaftlich wie strategisch. Täglich exportiert das Land rund 1,5 Millionen Barrel Öl, fast ausschließlich über diese Meerenge. Diese Einnahmen sind entscheidend für ein Regime, das unter massiven Sanktionen der USA und der EU steht. Zudem hat China als wichtigster Handelspartner Irans mehrfach klargemacht, dass ein ungestörter Energiefluss aus dem Golf oberste Priorität hat.

Reedereien reagieren mit Vorsicht

Reedereien reagierten schnell und mit Vorsicht. Obwohl der Iran bislang keine formal-völkerrechtliche Vollsperrung der Straße von Hormus erklärt hat, hat die halbstaatliche Nachrichtenagentur Tasnim am Sonntagabend berichtet: „Schiffe in diesem Gebiet erhalten wiederholt Nachrichten vom Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC), in denen ihnen mitgeteilt wird, dass kein Schiff die strategisch wichtige Meerenge passieren darf.“ Als Folge stoppten mehrere Ölkonzerne, Handelshäuser und Reedereien ihre Lieferungen durch die Passage. S&P Global Commodities registrierte am 28. Februar einen Rückgang des Schiffsverkehrs n dem Gebiet um zwischen 40 % und 50 %.

Als Folge stoppten mehrere Ölkonzerne, Handelshäuser und Reedereien ihre Lieferungen durch die Passage. S&P Global Commodities registrierte am 28. Februar einen Rückgang des Schiffsverkehrs im Gebiet um zwischen 40 % und 50 %.

Mindestens 14 LNG-Tanker verlangsamten, stoppten oder wendeten. Hapag-Lloyd setzte alle Durchfahrten „bis auf Weiteres“ aus, CMA CGM wies Schiffe in Schutzhäfen ein. Die US Navy riet sämtlichen Handelsschiffen, den Golfraum zu meiden

Selbst wenn kein physischer Lieferengpass sofort eintritt, bauen Händler eine sogenannte Risikoprämie in den Ölpreis ein. Versicherungsprämien für so genannte War-Risk-Insurance für Tankerfahrten im Golf hatten sich schon bei dem Angriff auf den Iran 2025 verdoppeln, ähnliches ist auch hier erwartbar. Die Raten für „Hull & Machinery Insurance“ waren damals um 60 % gestiegen. Auch die Charterraten hatten sich verdoppelt.

Wie teuer wird es für Europa? Ist die Versorgung gesichert?

Nach Einschätzung von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche wirkt sich die Sperrung der Straße von Hormus vorerst nicht auf die Öl- und Gas-Versorgung Deutschlands aus. Wobei die Auswirkungen zwei Aspekte haben: die Verfügbarkeit und den Preis. Und der Preis bildet sich auch nur zu einem Teil an den Spotmärkten, ein Gutteil der Gasversorgung läuft zum Beispiel über längerfristige Kontrakte. Gas beziehe Deutschland vor allem (90 %) über Pipelines aus Norwegen und Belgien, Flüssiggas (ca. 10 %) überwiegend aus den USA und Kanada, sagte Reiche im „Bericht aus Berlin“.

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters habe die Rabobank-Spezialisatin Florence Schmit erklärt: „Sollte Qatar, das eine entscheidende Rolle bei der Stabilisierung sowohl asiatischer als auch europäischer LNG-Märkte spielt, keine Ladungen versenden können, wären die Auswirkungen auf die weltweiten Gaspreise erheblich“. Genau Zahlen aber werden noch nicht genannt.

Was die Ölversorgung angeht, sagte Reiche, diese käme vor allem aus Kasachstan, Norwegen und den USA. „Wir haben also unsere Ölquellen diversifiziert“, sagte sie. Es könne zwar zu Preissteigerungen kommen, „da jetzt zu spekulieren, wäre allerdings zu früh“. Am heutigen Montag, 2. März 2026, wurde, laut deutscher Presseagentur, ein Barrel (1 bbl) der Nordseesorte Brent außerbörslich zunächst für über 80 $ gehandelt – ein Plus von 10 %. Inzwischen liegt der Preis wieder etwas darunter.

Experten warnen vor 100 Dollar und deutlich höheren Benzinpreisen

Experten rechnen mit über 100 $/bbl und mehr, die möglich wären. So Clemens Fuest, Präsident des ifo-Instituts, der gegenüber der „Bild“ erklärte: „Eine längere Schließung der Straße von Hormus könnte den Ölpreis in Richtung 100 $ steigen lassen“. Für den Fall, dass wir eine Schließung über Monate sehen würden, „würden wir erwarten, dass die Preise in den dreistelligen Bereich steigen und dort eine ausgedehnte Zeit bleiben“ erklärte Ajay Parmar, Director of Energy and Refining, beim Preisinformationsdienst ICIS (Independent Chemical Information Service) gegenüber VDI nachrichten auf Anfrage. Das treffe dann auch die deutsche Wirtschaft und deutsche Verbraucher, so AdL-Partner Geyer. „Für die Benzinpreise gehen Fachleute von Steigerungen von 30 bis 80 Cent pro Liter aus. Abhängig ist dies natürlich von der Dauer der Krise und dem Ausmaß der Panik“.

Bei einer Beschränkung auf ein bis zwei Wochen blieben die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft aber überschaubar, so Fuest. Wie stark sich die Lage auf die Preise auswirke, hänge von der Dauer des Konflikts ab, so Reiche. Ihr Kollege, Bundesaußenminister Johann Wadephul, sagte bereits am gestrigen Sonntag: in der ARD-Sendung „Caren Miosga“: „Wir alle müssen uns darauf einstellen, dass dieser Konflikt länger dauert. Es ist nicht vorhersehbar, dass wir in den nächsten Tagen mit einer Beendigung der Kampfhandlungen rechnen können“.

Golfregion für Deutschland weniger entscheidend – hohe Preise bleiben Risiko

„Die Länder am Golf sind für Deutschlands Ölversorgung eher von nachgelagerter Bedeutung“, so Olaf Geyer, Partner und Energiemarkt-Experte bei Arthur D. Little gegenüber VDI nachrichten. Für EU-Staaten kämen ca. 5 % bis 10 % der Importe durch die Region, damit sind die direkten Folgen zu puffern. Aber, so Geyer: „Indirekt sind die Auswirkungen durch hohe Preise natürlich enorm. Industrie, Chemiebranche oder auch die Logistik wären hier schnell in großem Ausmaß betroffen“. Und, wirkliche Abhilfe ist laut Geyer kaum in Sicht, da „viele Länder bereits nahe an den Grenzen ihrer Produktionskapazitäten angelangt sind.

Die wichtigen Ölstaaten am Golf behielten Dank Pipelines eine gewisse Handlungsfähigkeit, so AdL-Experte Geyer. So könnte Öl durch Pipelines, etwa durch die Ost-West-Pipeline Saudi-Arabiens und durch die Abu Dhabi Crude Oil Pipeline der Vereinigten Arabischen Emirate geleitet werden. „Damit wäre die Meerenge von Hormus umschifft. Die Situation ist jedoch voll im Fluss – die Ölindustrie etwa in Saudi-Arabien liegt unweit des Golfs und könnte verstärkt Ziel von Angriffen werden“.

Gibt es Alternativen zur Straße von Hormus?

Die Alternativen bei einem längerfristigen Ausfall von Öltransporten durch die Straße von Hormus hätte vor allem deshalb weitreichende Folgen, weil die Verknappung sich weltweit auswirke, betonte Ajay Parmar: „Seebasierte Ölquellen können sehr schnell umgestellt werden, aber es wird eine erhebliche Nachfrage nach denselben alternativen Ressourcen geben“. Die EU – und damit auch Deutschland – habe nur „begrenzte alternative Lieferanten. Sie könnte versuchen, mehr aus den USA und anderen nord- und südamerikanischen Ländern zu importieren, aber letztendlich würde die ganze Welt versuchen, mehr Öl aus alternativen Quellen zu kaufen, was alle alternativen Lieferanten unter Druck setzen würde“.

Eine neue Chance für russisches Öl, trotz aller bestehendes Sanktionen, sieht der ICIS-Energieexperte erst einmal nicht: „Wir halten dies kurzfristig für unwahrscheinlich. Aber wenn es im Nahen Osten über einen längeren Zeitraum zu erheblichen Versorgungsengpässen kommt, könnten einige Sanktionen gegen Russland möglicherweise gelockert werden. Dies würde jedoch nicht zur Entspannung der Versorgungslage beitragen, da Russland bereits jetzt fast seine maximale Förderkapazität erreicht hat.“

Einige Länder haben vorgesorgt:

  • Saudi-Arabien kann Öl über Pipelines ans Rote Meer leiten.
  • Die VAE verfügen über eine Pipeline nach Fujairah am Golf von Oman. Dort lassen sich täglich bis zu 2,6 Millionen Barrel verschiffen – etwa 70 % der nationalen Produktion.

Andere Länder wie Katar, Kuwait oder Bahrain haben jedoch keine nennenswerten Alternativrouten. Eine längerfristige Sperrung der Straße von Hormus würde daher empfindliche Engpässe verursachen.

„Die schiere Menge an Öl, die über die Straße von Hormus exportiert wird, und die begrenzten Möglichkeiten, sie zu umgehen, bedeuten, dass jede Unterbrechung der Ölströme enorme Folgen für die weltweiten Ölmärkte hätte“, warnt die IEA. Bei längerer Unterbrechung seien signifikante Preisanstiege unvermeidlich und Engpässe schnell zu erwarten.

Rückblick: Frühere Drohungen

Bereits 2014 – in einem vergleichsweise ruhigeren Umfeld – hatte die iranische Regierung mit einer Sperrung der Straße von Hormus gedroht. Damals blieb es bei Ankündigungen. Auch damals verwiesen Militärexperten auf die strategischen Risiken einer tatsächlichen Blockade und auf den wirtschaftlichen Schaden für den Iran selbst. (mit Material der dpa)

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

  • Stephan W. Eder

    Stephan W. Eder ist Technik- und Wissenschaftsjournalist mit den Schwerpunkten Energie, Klima und Quantentechnologien. Grundlage hierfür ist sein Studium als Physiker und eine anschließende Fortbildung zum Umweltjournalisten.

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