Abwehrsystem 28.11.2025, 13:00 Uhr

Italiens Antwort auf den Iron Dome: Der Michelangelo Dome kommt

Michelangelo Dome: Italiens mehrschichtiges Abwehrsystem kommt. Vorbild Iron Dome, Schutz vor Hyperschall und Drohnen bis 2028. Details zum Projekt von Leonardo.

Iron Dome

Israels Iron Dome im Einsatz. Das Abwehrsystem gilt als Inspiration für den „Michelangelo Dome“ des italienischen Herstellers Leonardo.

Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Tsafrir Abayov

Die Zeiten, in denen eine Luftverteidigung lediglich aus wenigen stationären Raketensystemen bestand, sind längst vorbei. Moderne Bedrohungen wie Hyperschallraketen, die extreme Geschwindigkeiten erreichen, oder koordinierte Drohnenschwärme stellen militärische Planer vor immense Herausforderungen.

Vor diesem Hintergrund hat der italienische Verteidigungs- und Luftfahrtkonzern Leonardo ein ambitioniertes Projekt präsentiert: den „Michelangelo Dome“. Dieses neue, mehrschichtige Luftverteidigungssystem soll kritische Infrastrukturen und Gebiete von nationalem Interesse in Italien und Europa schützen.

Eine Inspiration aus Israel

Der Name ist Programm und die Ähnlichkeit zu Israels berühmtem Iron Dome ist beabsichtigt. Das seit 2011 in Betrieb befindliche israelische System dient als erfolgreiches Vorbild. Ähnlich wie der Iron Dome ist der Michelangelo Dome nicht als einzelnes Waffensystem konzipiert. Stattdessen bildet er eine umfassende Architektur. Ziel ist es, anfliegende Luftbedrohungen wie Raketen, Flugkörper und Drohnen frühzeitig zu erkennen, zu verfolgen und zu neutralisieren, bevor sie Schaden anrichten können.

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Das staatlich kontrollierte Unternehmen Leonardo stellte die Pläne Ende November in Rom vor. Roberto Cingolani, der Chief Executive Officer und General Manager von Leonardo, betonte die Tragweite des Vorhabens. „Dies ist ein Modell, das für die Sicherheit in Italien, Europa und den NATO-Ländern in den kommenden Jahren wichtig ist”, sagte Cingolani.

Schutzschirm für jede Bedrohungslage

Moderne Konflikte spielen sich nicht mehr nur im Luftraum ab. Risiken kommen heute aus dem All, von See, vom Boden und längst auch aus dem digitalen Raum. Genau hier setzt der Michelangelo Dome an: Er soll all diese Bereiche in einem einzigen Schutzsystem zusammenführen.

Die Idee dahinter: Sensoren und Abwehrtechnik aus allen Domänen greifen ineinander – von Satelliten und Radarsystemen bis zu maritimen Plattformen, Bodensensoren, Cyberabwehr und einem zentralen Führungsnetz. KI hält die Datenströme zusammen und bildet daraus ein Lagebild, das sich in Echtzeit anpasst.

Für kleine und große Bedrohungen

Damit entsteht ein Sicherheitsdach, das sowohl kleine Störungen als auch koordinierte Großangriffe verarbeiten kann. Die Software erkennt Muster, bevor sie gefährlich werden, und schlägt automatisch passende Reaktionen vor. Das System bündelt dazu Daten aus unterschiedlichsten Quellen und bereitet sie so auf, dass Kommandos sofort handeln können.

Ob Hyperschallraketen, Drohnenschwärme, Angriffe über oder unter Wasser oder feindliche Truppenbewegungen am Boden: Der Michelangelo Dome soll all diese Bedrohungen schneller erkennen, einordnen und mit abgestimmten Gegenmaßnahmen beantworten.

Kooperation ist Teil der Strategie

Die Ankündigung des Projekts fällt in eine Zeit, in der viele europäische Länder ihre militärischen Fähigkeiten zur Stärkung der Verteidigung ausbauen. Italien strebt damit eine führende Rolle im Bereich der globalen Sicherheit an.

Der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto hat kürzlich Lösungen zur Bekämpfung hybrider Kriegsführungsbedrohungen gefordert, besonders zum Schutz von Flughäfen und kritischer Energieinfrastrukturen. In diesem Kontext betonte Crosetto die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit. „Jedes Land kann seine eigenen Technologien integrieren“, sagte er.

Gemeinsame europäische Verteidigung

Nach einem Treffen mit seiner französischen Amtskollegin in Paris äußerte sich Crosetto optimistisch zur gemeinsamen europäischen Verteidigung: „Gemeinsam können wir kooperieren, um ein hochmodernes Verteidigungssystem gegen alle Arten von Bedrohungen zu schaffen, von Hyperschallraketen bis hin zu kleinen Drohnen, denn Bedrohungen gibt es heute in vielen verschiedenen Formen.“

Italien hat bereits Gespräche mit anderen europäischen Ländern über das Projekt geführt. Mit der Initiative möchte Leonardo zur technologischen Widerstandsfähigkeit und einer stärkeren Integration der Verteidigungsfähigkeiten Europas und der NATO beitragen.

Roberto Cingolani kündigte an, dass Leonardo ein Team aus eigenen Mitarbeitenden und Angehörigen der italienischen Streitkräfte zusammenstellen wird, um „eine Architektur entsprechend den Anforderungen unserer Verteidigung zu entwerfen”.

Einsatzbereitschaft bis 2028 geplant

Das Projekt befindet sich in der Planungs- und Entwicklungsphase. Die Pläne wurden hochrangigen italienischen Militärs vorgestellt. Laut Leonardo soll das Michelangelo-System nach einer teilweisen Umsetzung ab 2028 voll einsatzfähig sein.

Italien ist nicht das einzige Land, das von Israels Iron Dome inspiriert wurde und an derartigen Abwehrsystemen arbeitet. Die Türkei investiert im Rahmen des integrierten, mehrschichtigen Luftabwehrsystems Steel Dome ebenfalls Milliarden. Auch Taiwan kündigte mit dem T-Dome Pläne für ein eigenes mehrschichtiges Luftabwehrsystem an, um sich gegen feindliche Bedrohungen zu verteidigen.

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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