91 % Gewinnverlust: Warum Porsche 3,9 Milliarden Euro abschreiben musste
Gewinneinbruch bei Porsche: 91 % weniger Gewinn durch hohe Verbrenner-Kosten, schwache E-Auto-Verkäufe und US-Zölle. Hintergründe und Strategie.
Porsche steht vor Herausforderungen: Hohe Kosten, schwache E-Auto-Verkäufe und US-Zölle drücken den Gewinn massiv.
Foto: picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann/SVEN SIMON
Die hohen Kosten für die Weiterentwicklung von Verbrennungsmotoren haben den Gewinn von Porsche 2025 stark geschmälert. Nach Steuern sank der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um 91,4 % auf 310 Millionen Euro. 2024 hatte Porsche noch fast 3,6 Milliarden Euro verdient. Der Umsatz fiel um knapp ein Zehntel auf rund 36,3 Milliarden Euro.
Schon 2024 deuteten sich Probleme an, doch 2025 verschärften sie sich. In China liefen die Geschäfte schleppend, hohe US-Zölle belasteten die Bilanz, und die Elektroautos verkauften sich schlechter als erwartet. Kurz vor seinem Abschied änderte Ex-Chef Oliver Blume die Strategie: Mit mehr Verbrenner-Modellen soll das Geschäft wieder angekurbelt werden.
Die Kehrtwende kostet viel Geld
Das Geschäftsjahr 2025 war für Porsche von großen Herausforderungen geprägt. Der Konzernumsatz sank auf 36,27 Milliarden Euro (2024: 40,08 Milliarden Euro) und der operative Gewinn fiel drastisch auf 413 Millionen Euro. Im reinen Autogeschäft – ohne Finanzdienstleistungen – betrug er sogar nur 90 Millionen Euro (2024: rund 5,3 Milliarden Euro).
Die Belastungen resultierten vor allem aus außerordentlichen Aufwendungen von insgesamt rund 3,9 Milliarden Euro:
- Neuausrichtung der Produktstrategie und Reskalierung: ca. 2,4 Milliarden Euro
- Kosten durch Batterieaktivitäten: ca. 700 Millionen Euro
- US-Zölle: ca. 700 Millionen Euro
Die operative Konzernumsatzrendite lag bei 1,1 % (2024: 14,1 %), die EBITDA-Marge im Autogeschäft bei 13,3 % (2024: 22,7 %).
„Die globalen Herausforderungen und die Neuausrichtung des Unternehmens haben das Ergebnis 2025 belastet. Auch 2026 werden unsere Maßnahmen zur Rekalibrierung einmalige Ergebniseffekte in hoher dreistelliger Millionenhöhe haben“, wird Finanzchef Jochen Breckner von der dpa zitiert. Das nehme man bewusst in Kauf, um die Widerstandsfähigkeit von Porsche zu stärken.
Aussichten und neue Strategie bei Porsche
Für das laufende Jahr erwartet Porsche wieder etwas bessere Geschäfte. Das Management um den neuen Chef Michael Leiters rechnet jedoch weiterhin mit sehr herausfordernden Marktbedingungen, besonders in China, wo das Luxussegment unter Druck steht. Außerdem gehe man davon aus, dass geopolitische Unsicherheiten und die US-Zollpolitik bestehen bleiben. Die möglichen Folgen der jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten seien noch nicht berücksichtigt.
„Wir nutzen die aktuellen Herausforderungen als Chance, um noch entschlossener zu handeln. Wir werden Porsche umfassend neu aufstellen, das Unternehmen schlanker, schneller und die Produkte noch begehrlicher machen“, sagte Michael Leiters bei der Jahrespressekonferenz.
Leiters kündigte zudem eine neue Strategie an. Sein Führungsteam habe die Lage systematisch analysiert und erste gezielte Maßnahmen eingeleitet. Dazu gehören eine schlankere Führungsstruktur, der Abbau von Hierarchien und Bürokratie sowie eine mögliche Ausweitung des Produktportfolios.
Erwartungen für 2026
Für 2026 rechnet Porsche mit einem Umsatz von rund 35 bis 36 Milliarden Euro. Die Konzernumsatzrendite – also das Verhältnis von operativem Gewinn zu Umsatz – soll nach Angaben des Managements zwischen 5,5 und 7,5 % liegen. 2025 lag sie noch bei 1,1 %.
Zu Jahresbeginn übernahm Michael Leiters die Leitung von Porsche, nachdem Oliver Blume zur Führung der Konzernmutter Volkswagen gewechselt war. Aber auch bei dem Mutterkonzern VW sieht die Situation nicht viel besser aus.
Neue Sportwagen 2025 und 2026
2025 brachte Porsche zwei neue Spitzenmodelle auf den Markt. Im September feierte der neue 911 Turbo S Weltpremiere. Sein innovativer Bi-Turbo-Antrieb mit T-Hybrid-Technologie macht ihn zum stärksten Serien-911 aller Zeiten. Im November wurde der vollelektrische Cayenne vorgestellt, der neue Maßstäbe im SUV-Segment setzt und der stärkste Serien-Porsche überhaupt ist.
Der Cayenne Electric ergänzt die bisherigen Verbrenner- und Plug-in-Hybrid-Modelle und zeigt, dass Porsche weiterhin auf einen Mix verschiedener Antriebsarten setzt. Auch 2026 plant Porsche neue emotionale Modelle, um Kunden und Fans weltweit zu begeistern.
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