TikTok statt Rente? 18.11.2025, 13:00 Uhr

Finanzielle Freiheit statt Malochen bis 67: Gen Z definiert Wohlstand neu

Studie zeigt: Die Gen Z stellt die Geldregeln auf den Kopf. Finanzielle Unabhängigkeit wird wichtiger – während Sorgen um Wirtschaft und Rente steigen.

Finanzen

Wie wichtig ist finanzielle Unabhängigkeit? Neue Daten zeigen: Die Gen Z setzt andere Prioritäten – bei wachsender Sorge um Wirtschaft und Altersvorsorge.

Foto: PantherMedia / xload

Finanzielle Unabhängigkeit ist kein abstrakter Wunsch mehr, sondern ein klarer Trend – vor allem bei den Jüngeren. Eine neue repräsentative Studie der IU Internationalen Hochschule („Finanzielles Wohlbefinden: Stimmungslage in Deutschland“) legt offen, wie stark sich Deutschlands Umgang mit Geld gerade verändert.

Die Daten zeigen nicht nur ein wachsendes Gefühl wirtschaftlicher Unsicherheit, sondern auch einen tiefen Bruch zwischen Generationen. Die Gen Z denkt anders über Geld, Unabhängigkeit und Zukunft – und zwar radikaler, als viele vermuten.

Finanzielle Unabhängigkeit ist das zentrale Ziel – besonders für die Gen Z

Für 66,7 % der jungen Erwachsenen steht finanzielle Unabhängigkeit ganz oben. Das sind rund acht Prozentpunkte mehr als der Durchschnitt (58,9 %). In der Sozialforschung ist das ein deutlicher Abstand – und ein Signal: Die Gen Z definiert Sicherheit über Kontrolle der eigenen Finanzen, nicht über stabile Vollzeitbiografien.

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Während früher „Vollzeit bis 67“ als normal galt, denken junge Menschen erkennbar anders. Der Wunsch nach Unabhängigkeit ist nicht nur höher ausgeprägt als bei älteren Gruppen – er ist strukturell in der ganzen Generation verankert.

Was finanzielle Unabhängigkeit heute bedeutet

Professor Johannes Treu bringt es in der Studie auf den Punkt: „Für viele Menschen ist finanzielle Unabhängigkeit ein wichtiges Ziel. Besonders die Generation Z verändert unser Verständnis von Geld grundlegend.“

Unter „finanziellem Wohlbefinden“ versteht Treu nicht etwa ein bestimmtes Einkommen, sondern:

  • Zufriedenheit mit der eigenen Finanzlage,
  • Sicherheit ohne permanente Zukunftsangst,
  • Kontrolle über Einnahmen, Ausgaben und Rücklagen.

Treu betont zudem: „Ein hohes Einkommen bedeutet nicht automatisch Sicherheit. Wer seine Finanzen nicht im Griff hat, fühlt sich trotz hoher Einnahmen unsicher – und umgekehrt.“

Mit anderen Worten: Mindset schlägt Kontostand.

Die Gen Z setzt radikal andere Prioritäten

An zweiter Stelle folgt bei den Jüngeren die Altersvorsorge (51,4 %). Das überrascht – denn gleichzeitig sinkt das Vertrauen in das Rentensystem. Dass die Altersvorsorge trotzdem einen hohen Stellenwert hat, zeigt: Die Gen Z hofft nicht aufs System, sie plant selbst.

Weitere Werte untermauern den Wandel:

Ziel GenZ Interpretation
Persönliche Wünsche/Lebensziele 41,8% Lebensqualität zählt jetzt – nicht erst „später“.
Freiheit (z. B. nicht mehr arbeiten müssen) 31,8% Arbeit wird nicht mehr als Pflicht bis 67 akzeptiert.
Erfüllung eigener Wünsche 58,4% Selbstbestimmung schlägt Sparzwang.
Eigenheim 34,3% Eigentum gilt weiterhin als Symbol der Stabilität – trotz hoher Preise.
Investition in Bildung 26,5% Skills werden wichtiger als klassische Karrierewege.

Die Prioritäten verschieben sich klar von Pflicht zu Selbstbestimmung.

Social Media beeinflusst Finanzverhalten – und zwar spürbar

Die Studie zeigt einen deutlichen Generationsbruch: 21,2 % der Gen Z geben an, dass Social Media ihre finanziellen Entscheidungen beeinflusst. Bei Gen X sind es nur 10 %, bei Babyboomern 9,3 %.

Das ist ein mehr als doppelt so hoher Einfluss.

Die Folgen sind ambivalent:

  • Social Media schafft Zugang zu Finanzwissen (ETFs, Geldbildung).
  • Gleichzeitig fordern Lifestyle-Content und Algorithmus-Druck immer wieder spontane Ausgaben.

Dieser Zwiespalt spiegelt sich in den Daten wider.

Impulskäufe stehen jungen Menschen häufiger im Weg

27,8 % der Gen Z sagen, dass sie oft spontan Geld ausgeben, obwohl sie sparen wollten.
Bei der Gen Y sind es 24,2 %, bei den Babyboomern nur 13,7 %.

Das zeigt: Der Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit ist stark – aber die Umsetzung scheitert häufiger am Verhalten.

Hohe Reizdichte, permanente Vergleichbarkeit und algorithmisch verstärkte Kaufimpulse erzeugen Zielkonflikte, die ältere Generationen in dieser Form nicht kannten.

Die wirtschaftliche Lage belastet alle – aber mit unterschiedlichen Folgen

Die allgemeine Stimmung ist angespannt:

  • 56,3 % machen sich Sorgen wegen der wirtschaftlichen Lage.
  • Zählt man die „teils-teils“-Antworten, fühlen sich 87,6 % von Unsicherheit betroffen.
  • 49,7 % sorgen sich um die eigene Altersvorsorge.

Das ist kein normales Stimmungssignal – das ist ein strukturelles Warnzeichen.

Professor Treu sagt dazu: „Wenn sich jede zweite Person in Deutschland um ihre wirtschaftliche Lage und die Absicherung im Alter sorgt, ist das ein Warnsignal.“

Inflation, Energiekosten und stagnierendes Wachstum wirken als Stressverstärker. Besonders die Rentenfrage ist laut Treu ein „zentrales Sorgenfeld“.

Die Rolle des Umfelds: Unterstützung sinkt mit dem Alter

54,5 % der Gen Z fühlen sich von Familie oder Freund*innen beim Umgang mit Geld unterstützt.
Dieser Wert sinkt mit zunehmendem Alter deutlich.

Interpretation:

  • Junge Menschen suchen stark nach Orientierung.
  • Finanzielle Bildung spielt eine größere Rolle als früher.
  • Gleichzeitig wächst das Bedürfnis nach unabhängigen Entscheidungen.

Was die Zahlen wirklich zeigen

Setzt man alle Daten zusammen, ergibt sich ein konsistentes Bild:

  1. Deutschland ist wirtschaftlich nervös.
  2. Finanzen werden generationsübergreifend als Stressfaktor wahrgenommen.
  3. Die Gen Z bricht mit tradierten Normen und ersetzt „Pflichtarbeit bis 67“ durch Autonomie und Kontrolle.
  4. Soziale Medien verstärken sowohl finanzielle Bildung als auch Risikoverhalten.
  5. Der Wunsch nach Unabhängigkeit kollidiert oft mit impulsiven Ausgaben.

Kurz: Die Gen Z denkt anders über Geld – und sie tut es aus rationalen Gründen. Unsichere Systeme erzeugen autonome Gegenreaktionen.

Über die Studie

Die Untersuchung „Finanzielles Wohlbefinden: Stimmungslage in Deutschland“ basiert auf einer repräsentativen Befragung von 2.000 Personen zwischen 16 und 65 Jahren. Die Erhebung fand vom 12. bis 23. Juni 2025 statt.

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

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