Rohstoffpreise 30.06.2025, 14:00 Uhr

Diese Projekte sollen Europas Rohstoffversorgung sichern

Die EU räumt 47 Rohstoffprojekten Vorrang ein. Damit soll insbesondere die Produktion von E-Auto-Batterien abgesichert werden.

Der Batterierohstoff Lithium kommt bislang fast ausschließlich aus China, Australien und Südameirka, etwa den argentinischen Salinen, die im Bild zu sehen sind. Das soll sich nun ändern. Foto: PantherMedia / xura

Der Batterierohstoff Lithium kommt bislang fast ausschließlich aus China, Australien und Südameirka, etwa den argentinischen Salinen, die im Bild zu sehen sind. Das soll sich nun ändern.

Foto: PantherMedia / xura

Die EU-Kommission hat 60 Projekte als strategisch wichtige Vorhaben für die Rohstoffversorgung Europas ausgewählt. 47 dieser Projekte befinden sich innerhalb der EU-Mitgliedstaaten. Für ihre Umsetzung veranschlagt die Kommission einen Investitionsbedarf von rund 22,5 Mrd. €.

Rohstoffprojekte über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg

Die strategischen Projekte decken alle Stufen der Wertschöpfung ab – vom Bergbau über die Weiterverarbeitung bis hin zum Recycling. Auch Vorhaben zur Substitution kritischer Rohstoffe sind vertreten. Insgesamt betreffen die ausgewählten Projekte 14 der 17 strategischen Rohstoffe, die im Critical Raw Materials Act (CRMA) benannt sind. Der CRMA trat 2024 in Kraft trat. Sein Ziel ist es, Europas Abhängigkeit von Rohstoffimporten zu verringern und die Versorgungssicherheit zu stärken.

Die EU-Kommission wählte die 47 EU-internen Projekte aus insgesamt 170 Bewerbungen aus. Sie verteilen sich auf 13 Mitgliedstaaten, allen voran in Frankreich (8), Spanien (7) und Finnland (6). Der Schwerpunkt liegt in den Bereichen Bergbau & Weiterverarbeitung mit je zwölf Projekten. Weitere elf sind integrierte Projekte, die Bergbau und Weiterverarbeitung kombinieren. Zehn konzentrieren sich auf das Recycling sowie zwei sind im Bereich der Substitution angesiedelt.

Batterierohstoffe im Fokus

Im Mittelpunkt stehen die Batterierohstoffe Graphit, Kobalt, Lithium, Mangan und Nickel. Zwei Drittel der EU-internen Projekte haben einen direkten Bezug dazu. Die EU-Kommission sieht in dieser Fokussierung einen zentralen Hebel, um die selbstgesteckten 2030-Zielvorgaben zu erreichen. Diese sehen vor, die Kapazitäten so zu erhöhen, dass mind. 10 % des EU-Bedarfes durch heimischen Bergbau, 40 % durch eigene Weiterverarbeitung und 25 % durch Recycling gedeckt werden können. Derzeit liegt bspw. der Anteil der in der EU geförderten strategischen Rohstoffe bei etwa 1,3 % der globalen Bergwerksförderung.

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Die erwartete Investitionssumme beziffert die EU-Kommission auf 22,5 Mrd. € und möchte diese Projekte durch beschleunigte Genehmigungsverfahren (max. 27 Monate für Bergbau, 15 Monate für Verarbeitung/Recycling), bessere Finanzierungszugänge und Vernetzung mit Abnehmern unterstützen.

EU fördert auch strategische Projekte in Nicht-EU-Ländern

Neben den EU-Projekten wurden auch 13 Projekte außerhalb der Union benannt. Diese befinden sich zum Teil auf dem europäischen Kontinent und damit in direkter Nähe zur EU. Aber auch in Überseestaaten wie beispielsweise Brasilien, Kanada, Neukaledonien oder Südafrika hat die EU-Kommission strategische Projekte benannt. Wie schon bei den EU-internen Projekten fokussierte sich die EU bei der Auswahl auf Projekte mit einem Bezug zu Batterierohstoffen.

Zudem beabsichtigt die EU weitere Maßnahmen zur Stärkung der europäischen Rohstofflieferketten umzusetzen. Neben der Entwicklung eines Monitorings zur Bewertung der Versorgungssicherheit sind auch der Aufbau strategischer Lagerbestände und der Entwicklung einer gemeinsamen Beschaffungsplattform für Rohstoffe geplant. Ziel ist es, die Versorgungssicherheit nicht nur kurzfristig, sondern auch strukturell und dauerhaft zu verbessern.

 

Ein Beitrag von:

  • Dennis Bastian

    Unser Autor Dennis Bastian ist Experte für Industriemetalle bei der Deutschen Rohstoffagentur (DERA).

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