97 % PFOA-Entfernung im Labor 05.02.2026, 07:06 Uhr

Algen gegen Ewigkeitschemikalien: Nanoreaktor knackt PFAS im Wasser

Neuer Ansatz gegen PFAS: Ein Nanoreaktor aus Meeresalgen zerlegt PFOA im Wasser, statt es nur zu filtern.

Makro-Aufnahme eine Ulva-Alge

Neuer Ansatz gegen PFAS: Ein Nanoreaktor aus Meeresalgen zerlegt PFOA im Wasser statt es nur zu filtern.

Foto: Smarterpix / smithore

PFAS gelten als eines der hartnäckigsten Umweltprobleme unserer Zeit. Die fluorhaltigen Chemikalien finden sich in Textilien, Elektronik, Beschichtungen – und inzwischen fast überall im Wasser. Besonders problematisch ist Perfluoroctansäure (PFOA). Ihre stabilen Kohlenstoff-Fluor-Bindungen machen sie extrem langlebig. Klassische Filter- und Reinigungsverfahren stoßen hier schnell an Grenzen.

Ein Forschungsteam zeigt nun einen neuen Ansatz. Die Grundlage: Meeresalgen, genauer gesagt die Grünalge Ulva. Aus ihr stellen die Forschenden eine Biokohle her, die als Trägermaterial für einen photokatalytischen Nanoreaktor dient. Das Ergebnis ist ein Verbundmaterial, das PFOA nicht nur bindet, sondern aktiv zerlegt.

Ein Käfig auf Nanometer-Skala

Der Schlüssel liegt in der Struktur. Die Biokohle bildet eine poröse, käfigartige Architektur. In diesen Hohlräumen sitzen Nanopartikel aus Eisenoxid und Zinkoxid. Treffen Lichtstrahlen auf das Material, entstehen hochreaktive Sauerstoffspezies. Diese Teilchen können selbst stabile Moleküle wie PFOA angreifen.

Normalerweise ist genau das das Problem der Photokatalyse. Die reaktiven Spezies leben nur sehr kurz und reagieren oft ins Leere. Die neue Nanostruktur ändert das. Sie hält Schadstoffe und reaktive Moleküle räumlich dicht beieinander. So steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es tatsächlich zur Zersetzung kommt.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Stadt Hemer-Firmenlogo
Architekt/in bzw. Ingenieur/in (w/m/d) für unseren Hochbau in Vollzeit oder Teilzeit Stadt Hemer
Freie und Hansestadt Hamburg Behörde für Verkehr und Mobilitätswende-Firmenlogo
Projektingenieur:in Brückenbau Hamburg Freie und Hansestadt Hamburg Behörde für Verkehr und Mobilitätswende
Hamburg Zum Job 
SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts-Firmenlogo
Fachgruppenleiter / Fachgruppenleiterin (w/m/d) Klimatechnik im Gebäudemanagement Baden-Baden SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts
Baden-Baden Zum Job 
TITAN Umreifungstechnik GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Mitarbeiter Montage Sondermaschinenbau - Mechanik (m/w/d) TITAN Umreifungstechnik GmbH & Co. KG
Schwelm Zum Job 
Office Group Planen & Bauen GmbH-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) Office Group Planen & Bauen GmbH
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) für die Bauleitung und Bauüberwachung von Autobahnprojekten Die Autobahn GmbH des Bundes
Würzburg Zum Job 
Kölner Verkehrs-Betriebe AG-Firmenlogo
Bauleiter*in Tiefbau / Fahrleitung Kölner Verkehrs-Betriebe AG
Maschinenbau Silberhorn GmbH-Firmenlogo
Konstrukteur (m/w/d) (Sonder-)Maschinenbau Maschinenbau Silberhorn GmbH
Parsberg (Lupburg) Zum Job 
Heraeus Site Operations GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Bauprojekte Heraeus Site Operations GmbH & Co. KG
SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts-Firmenlogo
Experte / Expertin Bauwesen (w/m/d) in der Abteilung Gebäudemanagement / Verwaltung Mainz SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts
ai6 SOLUTIONS GmbH-Firmenlogo
Entwickler Mechanik / Konstruktion (m/w/d) ai6 SOLUTIONS GmbH
Dessau-Roßlau Zum Job 
J.P. Sauer & Sohn Maschinenbau GmbH-Firmenlogo
Elektroingenieur (m/w/d) Produktindustrialisierung J.P. Sauer & Sohn Maschinenbau GmbH
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Key Account Manager Sicherheit und Verteidigung (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Schöpflin Stiftung-Firmenlogo
Head of Operations (m/w/d) Schöpflin Stiftung
Lörrach Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Technischer Angestellter (m/w/d) Nachhaltigkeitsmanagement im Bereich Hochbau KLEBL GmbH
Neumarkt Zum Job 
Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr-Firmenlogo
Bauingenieur - Sachgebietsleitung Kreisstraßenmanagement (w/m/d) Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Humboldt-Universität zu Berlin Abteilung Haushalt und Personal Referat Personalwirtschaft III C 6-Firmenlogo
Ingenieur*in Nachrichtentechnik (m/w/d) Humboldt-Universität zu Berlin Abteilung Haushalt und Personal Referat Personalwirtschaft III C 6
ista SE-Firmenlogo
Projektingenieur - Technische Gebäudeausrüstung und Energiedienstleistungen (m/w/d) ista SE
Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Köln, München Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Straßenplanung und Entwurf Die Autobahn GmbH des Bundes
Dillenburg Zum Job 
über Tröger & Cie. Aktiengesellschaft-Firmenlogo
Zweigniederlassungsleiter Großprojekte West (m/w/d) über Tröger & Cie. Aktiengesellschaft
Nordrhein-Westfalen Zum Job 

Warum Biokohle so gut funktioniert

Die Algen-Biokohle erfüllt dabei mehrere Aufgaben. Sie besitzt eine sehr große innere Oberfläche. Das verbessert die Verteilung der Nanopartikel und verhindert, dass sie verklumpen. Gleichzeitig bindet die Kohle PFOA-Moleküle an ihrer Oberfläche. Der Schadstoff landet damit genau dort, wo die reaktiven Sauerstoffspezies entstehen.

Auch interessant:
Ein Pfas-Überblick für 2026
Regelungen zu per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen

Ein Pfas-Überblick für 2026

Chemie im Leitungswasser: Wie PFAS-Filter doppelt helfen

Die Forschenden beobachteten zudem, dass die eingeschlossene Struktur mehrere Arten dieser reaktiven Sauerstoffverbindungen begünstigt. Das verstärkt den chemischen Angriff auf die PFAS-Moleküle zusätzlich.

97 % Abbau in wenigen Stunden

Im Labor zeigte das Material eine hohe Effizienz. Innerhalb von vier Stunden entfernte der optimierte Katalysator mehr als 97 % des PFOA aus dem Wasser. Auch nach mehreren Einsatzzyklen blieb die Leistung stabil. Ein praktischer Vorteil kommt hinzu: Durch den Eisenoxid-Anteil ist das Material magnetisch. Es lässt sich nach der Reinigung mit einem äußeren Magnetfeld einfach wieder aus dem Wasser ziehen.

Funktionsweise des Nanoreaktors

Käfigartige Ulva-Biokohle begrenzte die Synthese von Fe₃O₄/ZnO-Heteroübergangs-Nanopartikeln für die synergistische Adsorption und photokatalytische Zersetzung von PFOA.

Foto: Hua Jing, Daoqiong Zheng, Hao Du, Haojia Zhu, Mengshan Chen & Yingtang Zhou

Robust unter realen Bedingungen

Entscheidend für die Praxis ist die Robustheit. Der Katalysator arbeitete über einen breiten pH-Bereich hinweg zuverlässig. Auch gelöste Salze und andere Ionen, wie sie in natürlichen Gewässern vorkommen, beeinträchtigten die Leistung kaum. Das spricht dafür, dass der Ansatz nicht nur im Labor funktioniert.

„Diese Studie zeigt, wie marine Biomasse in ein Hochleistungsmaterial für die Umweltsanierung umgewandelt werden kann“, so die Forschenden. „Durch die Schaffung einer begrenzten Nanoreaktor-Umgebung haben wir die Effizienz des photokatalytischen Abbaus erheblich verbessert und neue Möglichkeiten für nachhaltige Wasserreinigungstechnologien eröffnet.“

Hier geht es zur Originalpublikation

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.