Radiosignale aus dem All 13.03.2025, 13:30 Uhr

Kosmisches Rätsel gelöst: Zwei Sterne senden mysteriöse Radiopulse

Vor drei Jahren fingen Astrophysiker erstmals die Radiosignale aus dem All auf. Nun ist klar, wer für die rätselhaften Signale verantwortlich ist.

Radiosignal von Rotem und Weißem Zwerg

Künstlerische Darstellung der Radiopulse, die von dem Doppelsternsystem ausgesendet werden: ein Weißer Zwerg, der einen Roten Zwerg umkreist.

Foto: Daniëlle Futselaar/artsource.nl

Ein Team von Astrophysikern konnte die Quelle bestimmter langperiodischer Radiopulse identifizieren. Diese Signale stammen nicht von einem einzelnen Stern, sondern von einem Binärsystem aus einem Weißen und einem Roten Zwerg. Die Entdeckung liefert neue Erkenntnisse über magnetische Wechselwirkungen in engen Doppelsternsystemen und erweitert das Verständnis der Radioastronomie.

Geheimnisvolle Radiosignale aus dem All

In den letzten Jahren beobachteten Forschende immer wieder lange andauernde Radiopulse aus unserer Milchstraße. Diese Signale, sogenannte langperiodische Transienten (LPTs), sind besonders, da sie sich über Sekunden bis Minuten erstrecken. Bisher bekannte Neutronensterne oder Pulsare erzeugen dagegen Radiowellen nur in Millisekunden-Abständen. Zudem treten LPTs in regelmäßigen Zeiträumen von 10 Sekunden bis zu mehreren Stunden auf.

Es gab viele Spekulationen über den Ursprung dieser Signale, jedoch fehlten handfeste Belege. Eine aktuelle Studie bringt nun Klarheit: Zwei Sterne arbeiten als kosmischer Radiosender zusammen.

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Im Jahr 2022 entdeckte das Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Iris de Ruiter und Dr. Kaustubh Rajwade eine Sammlung dieser langperiodischen Radiosignale. Mithilfe des internationalen Radioteleskops Low Frequency Array (LOFAR) analysierten sie die Daten und konnten die genaue Quelle lokalisieren.

Die Signale stammen von einem Sternensystem, das sich etwa 1.600 Lichtjahre entfernt im Sternbild des Großen Bären befindet. Nach weiteren Beobachtungen mit erdgebundenen Teleskopen stellte sich heraus, dass nicht ein einzelner Stern, sondern ein Binärsystem diese Radiowellen aussendet.

Sternensystem ist 1600 Lichtjahre entfernt

Im Jahr 2022 entdeckte das Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Iris de Ruiter von der Universität Amsterdam und Dr. Kaustubh Rajwade von der Oxford University eine Sammlung dieser langperiodischen Radiosignale. Mithilfe des internationalen Radioteleskops Low Frequency Array (LOFAR) analysierten sie die Daten und konnten die genaue Quelle lokalisieren.

Die Signale stammen von einem Sternensystem, das sich etwa 1600 Lichtjahre entfernt im Sternbild des Großen Bären befindet. Nach weiteren Beobachtungen mit erdgebundenen Teleskopen stellte sich heraus, dass nicht ein einzelner Stern, sondern ein Binärsystem diese Radiowellen aussendet.

Zwei Sterne, eine Quelle

Das System besteht aus einem Weißen Zwerg und einem Roten Zwerg. Der Weiße Zwerg ist der ausgebrannte Kern eines ehemaligen Sterns, der seine Hülle abgestoßen hat. Der Rote Zwerg ist deutlich kleiner und leichter als unsere Sonne. Beide umkreisen sich alle 125 Minuten um einen gemeinsamen Schwerpunkt.

Die Forschenden vermuten, dass die Radiopulse entweder durch das starke Magnetfeld des Weißen Zwerges entstehen oder durch eine Wechselwirkung der Magnetfelder beider Sterne. Welche dieser Theorien zutrifft, soll in künftigen Untersuchungen geklärt werden.

Dr. Rajwade erklärt: „Dank dieser Entdeckung wissen wir jetzt, dass auch andere kompakte Objekte als Neutronensterne in der Lage sind, helle Radiostrahlung zu erzeugen.“ Dr. de Ruiter betont: „Wir haben mit Experten aus verschiedenen Disziplinen zusammengearbeitet und uns durch unterschiedliche Methoden Schritt für Schritt der Lösung angenähert.“

Neue Möglichkeiten für die Forschung

Bisher wurden rund zehn solcher radioemittierender Systeme entdeckt. Allerdings war unklar, ob die Signale von einem Weißen Zwerg oder einem Neutronenstern ausgehen. Mit der aktuellen Entdeckung gibt es nun starke Hinweise auf den Weißen Zwerg als Quelle.

Die Untersuchung dieser Systeme bietet eine neue Perspektive auf die Entwicklung und das Verhalten magnetischer Felder in kompakten Sternen. Dr. Rajwade plant, die LOFAR-Daten weiter nach LPTs zu durchsuchen: „Jede Entdeckung gibt uns neue Erkenntnisse über die astrophysikalischen Prozesse, die solche Radiosignale erzeugen.“

Hier geht es zur Originalpublikation

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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