Himmelserscheinung 25.03.2025, 09:13 Uhr

Leuchtende, blaue Spirale am Himmel: So ist sie entstanden

Blaue Spirale am Himmel über Deutschland: War SpaceX verantwortlich? Alles über das Phänomen und was dahintersteckt.

Blaue Spirale am Nachthimmel

Dieser blaue Spiralwirbel war am Montagabend gegen 21 Uhr in Deutschland zu sehen. "Verursacher" war die SpaceX-Rakete, die Treibstoff abgelassen hat.

Foto: picture alliance/dpa/Nick Ehlers

Am Montagabend richteten viele Menschen in Norddeutschland, der Schweiz und weiteren Teilen Europas ihre Blicke erstaunt in den Himmel. Eine mysteriöse, blau leuchtende Spirale drehte sich dort gut sichtbar. In sozialen Netzwerken tauchten schnell Fotos und Videos auf. Die Spekulationen ließen nicht lange auf sich warten: Ein Ufo? Eine neue Technologie? Oder ein Naturphänomen?

Die Auflösung scheint jedoch sehr viel bodenständiger – oder besser gesagt: technisch erklärbar.

Falcon-9-Start von SpaceX als Auslöser

Laut Beobachtungen und Expertenmeinungen steht die Erscheinung wahrscheinlich im Zusammenhang mit einem Raketenstart des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX. Am frühen Montagabend deutscher Zeit hob dort eine Falcon-9-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ab. An Bord: eine geheime Mission für das US-amerikanische National Reconnaissance Office (NROL-69), das unter anderem für Satellitenaufklärung zuständig ist.

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Ungefähr drei Stunden nach dem Start tauchte die Spirale am Himmel über Deutschland auf – ein zeitlicher Zusammenhang, der kaum zufällig erscheint.

Ab 21.00 Uhr habe es Sichtungen über Deutschland gegeben, sagte der Leiter des Centralen Forschungsnetzes außergewöhnlicher Himmelsphänomens (CENAP), Hansjürgen Köhler. „Anrufe, Whatsapp und Mails mit Fotos von Beobachtungen – wir sind von Meldungen überrannt worden.“ Bis zum Dienstagmorgen seien es über 200 Meldungen gewesen.

Treibstoff und Sonnenlicht als Ursache

Was genau löste dieses sichtbare Phänomen aus? Es ist ziemlich sicher, dass die SpaceX-Rakete überschüssigen Treibstoff abgelassen hat. Das geschieht häufiger bei Raumfahrtmissionen, etwa zur Stabilisierung der Flugbahn oder zur Vermeidung von Explosionen im All.

Dabei entsteht in großer Höhe – rund 400 bis 600 Kilometer über der Erdoberfläche – eine Gaswolke, die durch das Drehen der Rakete spiralförmig erscheint. Wird diese Wolke dann von Sonnenlicht beleuchtet, kann sie besonders auffällig wirken. Das ist vor allem in der Dämmerung oder kurz nach Sonnenuntergang möglich.

Ein Geophysik-Professor vom Institut in Alaska beschrieb das bereits bei einem früheren Ereignis so: „Wenn die Rakete das in großer Höhe tut, verwandelt sich der Treibstoff in Eis.“ Trifft dann Licht darauf, entsteht der Eindruck einer verwirbelten Wolke. Die Spirale entsteht deshalb, weil die Rakete rotiert.

Nicht das erste Mal – und wohl auch nicht das letzte

Solche Erscheinungen wurden in den letzten Jahren immer wieder beobachtet. Im April 2023 sorgte eine ähnliche Spirale über Alaska für Aufsehen. Auch dort war SpaceX beteiligt. Die Ähnlichkeit der Ereignisse stützt die aktuelle Annahme.

Dass es künftig häufiger zu solchen Himmelserscheinungen kommt, ist nicht ausgeschlossen. Denn SpaceX startet inzwischen regelmäßig Raketen, oft im Rahmen des eigenen Satellitenprojekts Starlink oder im Auftrag staatlicher Stellen. „Solche Phänomene könnten durch die zunehmende Zahl an Raketenstarts künftig öfter auftreten“, sagte Marco Ludwig von der Sternwarte in Neumünster gegenüber dem NDR. (mit dpa)

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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