Blick nach oben 10.01.2025, 12:00 Uhr

Rekordzahl an UFO-Sichtungen: So klärt CENAP häufige Meldungen auf

Immer mehr Menschen berichten von unerklärlichen Phänomenen am Himmel, die sie für UFOs halten. Doch was steckt hinter den mysteriösen Lichtern am Himmel – technologische Fehler, natürliche Phänomene oder vielleicht doch etwas anderes?

Starlink

Viele UFO-Sichtungen entpuppen sich als Starlink-Satelliten, die in auffälligen Ketten über den Himmel ziehen.

Foto: PantherMedia / Oleksandr_Gusev

UFO-Sichtungen faszinieren seit Jahrzehnten Menschen weltweit und geben Rätsel auf. Berichte über unbekannte Flugobjekte reichen von seltsamen Lichtformationen am Himmel bis hin zu detaillierten Beschreibungen ungewöhnlicher Fluggeräte. Während viele Sichtungen auf natürliche Phänomene oder technische Fehler zurückgeführt werden können, bleiben einige Fälle ungeklärt und beflügeln Spekulationen über außerirdisches Leben.

So viele UFO-Sichtungen wie nie zuvor

Die bundesweite UFO-Meldestelle CENAP verzeichnete im vergangenen Jahr so viele Sichtungen wie nie zuvor. Das Centrale Erforschungs-Netz außergewöhnlicher Himmels-Phänomene (CENAP) hilft Bürgern, wissenschaftliche Erklärungen für ihre Beobachtungen zu finden. Im vergangenen Jahr erhielt CENAP in Lützelbach insgesamt 1.084 UFO-Meldungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Üblicherweise verzeichnet man im Schnitt 600 bis 800 Meldungen pro Jahr“, sagte der Mitgründer und Leiter Hansjürgen Köhler gegenüber der dpa.

Auch 2024 gab es keine Hinweise auf außerirdische Raumschiffe, erklärte der Mannheimer, der das Netzwerk 1973 mit Werner Walter gründete. Zuvor hatte der „Mannheimer Morgen“ über die Rekordzahl an Sichtungen berichtet.

Seit der Gründung hat CENAP nach eigenen Angaben mehr als 12.030 UFO-Sichtungen gemeldet bekommen. In diesem Jahr seien bereits 30 neue Meldungen eingegangen, so Köhler.

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Laut der UFO-Forschungsgruppe waren die meisten Sichtungen auf Starlink-Satelliten zurückzuführen.

Laut dem CENAP-Leiter führten im vergangenen Jahr auffällige Himmelsphänomene wie die hell leuchtenden Planeten Venus und Jupiter sowie der Stern Sirius zu vielen Meldungen. Am häufigsten sorgten jedoch die Starlink-Satelliten von Elon Musk für Verwirrung. Besonders nach dem Start sind diese Satelliten auffällig, da sie wie eine aufgereihte Perlenkette über den Himmel ziehen, erklärte Köhler.

Im Jahr 2024 konnten viele Meldungen als LED-Ballons, Folienballons, Drohnen, Flugzeuge, Hubschrauber, Lichteffekte bei Veranstaltungen oder helle Meteore erklärt werden. Die steigende Zahl an Meldungen sei auch darauf zurückzuführen, dass immer mehr Menschen ihre Handys dabei haben und Fotos machen, erklärte der CENAP-Leiter.

Einige Beobachter hatten Fotos und Videos von „merkwürdigen Lichtpunkten“ eingereicht. Bei der Analyse stellte sich heraus, dass es sich in den meisten Fällen um Linsenreflexionen oder unscharfe Aufnahmen von Insekten und Vögeln im Nahbereich der Kamera handelte.

Wie erfolgt eine UFO-Meldung?

Laut Köhler handelt es sich bei 99% der Anrufer um „ganz normale Leute“, die Dinge sehen, die sie nicht erklären können. Sie suchen verzweifelt nach einer Erklärung. Die Meldungen kommen von Menschen unterschiedlichen Alters und aus verschiedenen Berufsgruppen.

Wenn eine Meldung eingeht, erfassen Köhler und sein Team zuerst die wichtigsten Daten: Datum, Uhrzeit und Ort mit Postleitzahl. Danach wird eine Karte des Ortes erstellt und die Beschreibung sowie Fotos oder Videos in die Fallakte aufgenommen.

Bei Nachtbeobachtungen werden die astronomischen Daten des Beobachtungsortes geprüft, ebenso wie Überflugdaten von Satelliten, der ISS und hellen Raketenteilen. Manchmal werden auch Flugzeuge oder Hubschrauber-Überflüge überprüft.

Das ehrenamtlich arbeitende CENAP-Team vergleicht Fotos und Videos der Meldungen mit einem großen Archiv, das gleich nach der Gründung des Netzwerks angelegt wurde und seitdem Daten sammelt. (mit dpa)

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

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