Afrika-Fund 09.07.2025, 07:12 Uhr

Mondgeschichte neu geschrieben: Meteorit deckt vulkanische Lücke auf

Ein in Afrika gefundener Mondmeteorit füllt eine Lücke von fast einer Milliarde Jahren in der vulkanischen Geschichte des Mondes.

Mondmeteorit

Bild der Probe „Northest Africa 16286”, aufgenommen mit einem Rasterelektronenmikroskop. Es handelt sich hierbei um sogenannte „Rückstreuelektronenbilder”, wobei die verschiedenen Grautöne unterschiedliche chemische Zusammensetzungen der Mineralien hervorheben, aus denen das Gestein besteht.

Foto: Dr Joshua Snape / University of Manchester. Creative Commons BY-SA 4.0 (deutsch)

Im Jahr 2023 wurde in Nordwestafrika ein Meteorit entdeckt, der es in sich hat. Die Analyse des Gesteins mit der Bezeichnung Northwest Africa 16286 offenbart bislang unbekannte Details zur vulkanischen Geschichte des Mondes. Forschende der Universität Manchester datieren den Ursprung des Mondgesteins auf etwa 2,35 Milliarden Jahre. Damit schließt es eine bislang nahezu eine Milliarde Jahre lange Lücke in der geologischen Entwicklung unseres Trabanten.

Warum dieser Meteorit so wichtig ist

Die meisten bekannten Mondbasalte stammen aus deutlich früheren oder deutlich späteren Zeiträumen. Der neue Fund füllt nun genau jene Lücke, in der bisher kaum Gesteinsproben vorlagen. „Das Alter der Probe ist besonders interessant, weil es eine fast milliardjährige Lücke in der vulkanischen Geschichte des Mondes schließt“, erklärt Dr. Joshua Snape von der Universität Manchester.

Das Gestein unterscheidet sich nicht nur im Alter, sondern auch in seiner Zusammensetzung von bisherigen Mondproben. Laut den Forschenden handelt es sich um einen sogenannten Olivin-phyrischen Basalt – eine spezielle Art vulkanischen Gesteins mit großen Kristallen des Minerals Olivin. Darüber hinaus weist das Gestein mäßige Titan- und hohe Kaliumwerte auf.

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Vulkanismus auf dem Mond – vielschichtiger als gedacht

Schon lange vermuten Forschende, dass die vulkanische Aktivität auf dem Mond in mehreren Phasen stattfand. Die neuen Daten stärken diese Theorie. Sie zeigen, dass auch 2,35 Milliarden Jahre nach der Entstehung des Mondes noch innere Wärme vorhanden war, die Lava an die Oberfläche beförderte.

Die geochemischen Merkmale deuten auf eine ungewöhnlich uranreiche Quelle im Mondinneren hin. Solche radiogenen Elemente zerfallen über sehr lange Zeiträume und setzen dabei Wärme frei. Diese Prozesse könnten erklärt haben, wie der Mond über Hunderte Millionen Jahre hinweg aktiv blieb – weit über das hinaus, was man bisher für möglich hielt.

Meteorit als geologischer Zufallsfund

Der Meteorit gelangte nicht durch eine gezielte Mission zur Erde, sondern wurde vermutlich bei einem Einschlag auf der Mondoberfläche herausgeschleudert und trat dann als Zufallsfund seinen Weg in die afrikanische Wüste an. „Mondmeteoriten […] können durch Einschlagkrater, die überall auf der Mondoberfläche entstehen, ausgestoßen werden“, so Snape. „Daher umgibt diese Probe ein gewisser Zufall: Sie ist zufällig auf die Erde gefallen und enthüllt Geheimnisse der Mondgeologie, ohne dass dafür die enormen Kosten einer Weltraummission aufgewendet werden müssen.“

Der Meteorit wiegt 311 Gramm und ist einer von nur 31 bekannten basaltischen Mondmeteoriten weltweit. Sein geologisches Schicksal ist von Umwälzungen geprägt: Spuren im Gestein – etwa glasige Einschlüsse und Schmelzadern – deuten auf ein Schockereignis vor dem Aufprall auf der Erde hin, möglicherweise ausgelöst durch einen weiteren Meteoriteneinschlag auf dem Mond.

Datierung mit Toleranz

Die Forschenden nutzten die Zusammensetzung der Bleisotope, um das Alter des Meteoriten zu bestimmen. Dieses Verfahren gilt als präzise, hat jedoch auch eine gewisse Unsicherheit. Im Fall von NWA 16286 liegt sie bei rund ±80 Millionen Jahren. Das ändert aber nichts daran, dass die Probe in eine bislang kaum bekannte Phase der Mondgeschichte fällt.

Die Kombination aus chemischen Analysen und Isotopenmessungen ermöglicht es, Rückschlüsse auf das Innere des Mondes zu ziehen – also auf Prozesse, die weit unter der Oberfläche abliefen. Für geowissenschaftlich tätige Ingenieur*innen bietet dieser Meteorit damit spannende Anknüpfungspunkte zur Modellierung innerplanetarer Wärmehaushalte.

Wegweiser für künftige Mondmissionen

Dr. Snape betont: „Dieses besondere Gestein liefert neue Hinweise darauf, wann und wie vulkanische Aktivität auf dem Mond stattfand.“ Die Forschenden hoffen, dass diese Erkenntnisse helfen, gezielte Rückholmissionen in neue Regionen des Mondes zu planen. Denn anders als Proben von Landemissionen liefert dieser Meteorit Einblicke in Regionen, die sonst unerreichbar bleiben.

Das Team plant, die vollständigen Forschungsergebnisse noch 2025 in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift zu veröffentlichen. Präsentiert wurden sie im Juli auf der Goldschmidt-Konferenz in Prag – dem weltweit führenden Treffen der geochemischen Community.

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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