Kosmischer Nachbar 12.03.2025, 14:00 Uhr

Historischer Fund: Barnards Stern verbirgt vier kleine Planeten

Neue Studie findet vier kleine Planeten um Barnards Stern. Astronomen liefern neue Erkenntnisse über unser kosmisches Nachbarsystem.

Künstlerische Darstellung der Aussicht von einem der vier Planeten, die Barnards Stern umkreisen

Künstlerische Darstellung der Aussicht von einem der vier Planeten, die Barnards Stern umkreisen.

Foto: International Gemini Observatory/NOIRLab/NSF/AURA/R. Proctor/J. Pollard

Barnards Stern, einer der sonnennächsten Sterne, offenbart ein faszinierendes Geheimnis: Forschende haben Hinweise auf vier kleine Planeten gefunden, die ihn umkreisen. Diese Entdeckung ist von großer Bedeutung, da sie zeigt, dass sich auch um nahegelegene Sterne kleinere Gesteinsplaneten bilden können.

Ein Team unter der Leitung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der University of Chicago und mit Beteiligung der Universität Heidelberg hat die Ergebnisse einer umfangreichen Untersuchung veröffentlicht. „Es ist ein wirklich aufregender Fund – Barnards Stern ist unser kosmischer Nachbar, und doch wissen wir so wenig über ihn“, sagt Ritvik Basant, Doktorand und Erstautor der Studie.

Barnards Stern im Blick der Astronomie

Barnards Stern wurde bereits 1916 entdeckt und ist mit etwa sechs Lichtjahren Entfernung einer der nächsten Einzelsterne zur Erde. Astronominnen und Astronomen erforschen ihn seit Jahrzehnten in der Hoffnung, dort Planeten zu finden.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
GOLDBECK West GmbH-Firmenlogo
Bauleiter im Innendienst (m/w/d) für die Ausschreibung und Vergabe im Schlüsselfertigbau GOLDBECK West GmbH
BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Versorgungstechnik / Gebäudetechnik / Bauingenieur als Fachplaner im Bereich HLS (m/w/d) BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH
GOLDBECK West GmbH-Firmenlogo
Architekt / Bauingenieur als Projektleiter Planung (m/w/d) GOLDBECK West GmbH
Bochum, Düsseldorf (Monheim am Rhein) Zum Job 
Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr-Firmenlogo
Energie- und Gebäudetechnik / Maschinenbau (m/w/d) Master - Traineeprogramm Maschinenwesen, Staatsbauverwaltung des Freistaats Bayern Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr
Bayernweit Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur im Änderungswesen (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
RATISBONA-Firmenlogo
Tiefbauplaner / Bauingenieur für Tiefbau & Außenanlagen (m/w/d) RATISBONA
Regensburg Zum Job 
DYWIDAG-Systems International GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur / Bautechniker für technische Produktlösungen (alle Geschlechtsidentitäten) DYWIDAG-Systems International GmbH
Porta Westfalica Zum Job 
DFS Deutsche Flugsicherung-Firmenlogo
Projektmanager* Technische Infrastruktur DFS Deutsche Flugsicherung
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH-Firmenlogo
Sachverständige/-r (m/w/d) Elektrotechnik TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH
Clees Wohnimmobilien GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Clees Wohnimmobilien GmbH & Co. KG
Düsseldorf Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Head of Sales and Project Management (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
ERGO Group AG-Firmenlogo
Technischer Objektmanager (m/w/d) ERGO Group AG
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Support-Techniker/-Ingenieur (m/w/d) LED-Lithographieanlagen Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
Crawford & Company (Deutschland) GmbH-Firmenlogo
Technical Expert / Sachverständiger (w/m/d) Bereich Global Technical Services Crawford & Company (Deutschland) GmbH
verschiedene Einsatzorte Zum Job 
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur / Maschinenbauingenieur (m/w/d) im Bereich Digitale LED-Anlagen Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Schulbau GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Hoch- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Raum Berlin-Brandenburg Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Kalkulator (m/w/d) im Bereich Hochbau- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Berlin-Brandenburg Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Hoch- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Frankfurt Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) im Hausbau KLEBL GmbH
Neumarkt Zum Job 

Der Stern gehört zur Kategorie der M-Zwerge. Diese Sterne sind kleiner und kühler als die Sonne, doch sie kommen im Universum besonders häufig vor. Die Frage, welche Arten von Planeten sich um sie bilden, ist daher für die Astronomie von besonderem Interesse.

Planeten direkt zu beobachten, ist jedoch schwierig. Da sie sehr klein sind und ihr Stern sie überstrahlt, mussten Forschende alternative Methoden einsetzen.

Wie wurde die Entdeckung gemacht?

Das Team nutzte das speziell entwickelte Instrument MAROON-X, das am Gemini-Teleskop auf Hawaii installiert ist. Es misst winzige Farbverschiebungen im Licht des Sterns, die durch die Anziehungskraft von Planeten verursacht werden.

Diese Methode ermöglichte es, die Bewegung von Barnards Stern präzise zu erfassen. Dabei fanden die Forschenden Hinweise auf drei Planeten. Als sie ihre Daten mit denen des ESPRESSO-Instruments am Very Large Telescope in Chile kombinierten, zeigte sich, dass es sogar vier Planeten sein müssten.

Die Planeten sind vermutlich Gesteinswelten, jeweils nur 20 bis 30 % so schwer wie die Erde. Da sie sehr nahe an ihrem Stern kreisen, benötigen sie nur wenige Tage für eine komplette Umrundung. Das bedeutet aber auch, dass ihre Oberflächen wohl extrem heiß sind – eine lebensfreundliche Umgebung ist daher unwahrscheinlich.

Ein neuer Maßstab für Planetenforschung

Die Entdeckung zeigt, dass es möglich ist, selbst kleine Planeten um nahegelegene Sterne zu finden. Dies könnte neue Wege für die Erforschung von Planetensystemen eröffnen. In der Vergangenheit gab es bereits mehrfach vermeintliche Hinweise auf Planeten um Barnards Stern, die sich später als fehlerhaft erwiesen. Doch diesmal ist die Datenlage robuster.

„Wir haben zu unterschiedlichen Tageszeiten und an unterschiedlichen Tagen beobachtet. Sie sind in Chile, wir sind auf Hawaii. Unsere Teams haben sich überhaupt nicht abgesprochen“, betont Basant. „Das gibt uns die Gewissheit, dass es sich bei diesen Daten nicht um Phantome handelt.“

Da Planeten mit weniger Masse bislang schwerer zu entdecken waren, könnte dieser Fund einen wichtigen Meilenstein darstellen. Die Forschenden hoffen, dass sich zukünftig weitere kleine Gesteinsplaneten nachweisen lassen.

Was bedeutet das für die Zukunft?

Noch gibt es viele offene Fragen. Weil die Planeten aus unserer Perspektive nicht vor ihrem Stern vorbeiziehen, lässt sich ihre genaue Beschaffenheit nur schwer bestimmen. Doch durch den Vergleich mit anderen Planeten könnten neue Erkenntnisse gewonnen werden.

Besonders interessant ist die Frage, wie sich kleine Planeten im Universum verteilen und welche Unterschiede sie in ihrer Zusammensetzung aufweisen. Viele bislang entdeckte Gesteinsplaneten sind deutlich größer als die Erde. Dass nun vier so kleine Planeten nachgewiesen wurden, könnte darauf hindeuten, dass es weit mehr von ihnen gibt als bisher angenommen.

„Es war, als wüssten wir plötzlich etwas über das Universum, das sonst niemand weiß. Wir konnten es kaum erwarten, dieses Geheimnis zu lüften“, beschreibt Prof. Jacob Bean das Gefühl des Teams.

Hier geht es zur Originalpublikation

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.