Kosmischer Nachbar 23.10.2025, 17:44 Uhr

Ein Planet wie die Erde – und fast zum Greifen nah

Der Exoplanet GJ 251 c liegt rund 18 Lichtjahre von der Erde entfernt und befindet sich in der potenziell bewohnbaren Zone.

Exoplanet

Gibt es gar nicht so weit entfernt von der Erde einen Exoplaneten, der bewohnbar ist? Forschende aus den USA haben etwas entdeckt.

Foto: Smarterpix / Juric.P (Symbolfoto)

Ein kleiner, unscheinbarer Roter Zwerg, kaum sichtbar am Nachthimmel – und doch könnte er einen unserer größten Träume befeuern: die Entdeckung einer zweiten Erde. Forschende der University of California in Irvine haben einen Exoplaneten aufgespürt, der in der bewohnbaren Zone seines Sterns kreist. Sein Name: GJ 251 c. Was ihn so spannend macht? Er ist nur rund 18 Lichtjahre entfernt – also praktisch in kosmischer Nachbarschaft.

Die Suche nach dem nächsten Zuhause

Seit Jahrzehnten durchforsten Astronominnen und Astronomen den Himmel nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. Über 5500 Exoplaneten sind inzwischen bekannt. Doch nur wenige davon liegen in der sogenannten habitablen Zone – jenem Bereich, in dem Wasser auf der Oberfläche flüssig sein könnte. Ohne Wasser gibt es, soweit wir wissen, kein Leben.

„Wir haben mittlerweile so viele Exoplaneten gefunden, dass die Entdeckung eines neuen Planeten keine große Sache mehr ist“, sagt Paul Robertson, Professor für Physik und Astronomie an der UC Irvine. „Was diesen Planeten besonders wertvoll macht, ist seine Nähe. Kosmisch gesehen ist er praktisch nebenan.“

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
STEULER-KCH GmbH-Firmenlogo
Technischer Vertriebsmitarbeiter Export - Surface Protection (m/w/d) STEULER-KCH GmbH
Siershahn Zum Job 
Erwin Junker Maschinenfabrik GmbH-Firmenlogo
Bereichsleiter Qualitätsmanagement (m/w/d) Erwin Junker Maschinenfabrik GmbH
Nordrach Zum Job 
Henkel AG & Co. KGaA-Firmenlogo
Business Development Manager - Western Europe (d/f/m) Henkel AG & Co. KGaA
Düsseldorf Zum Job 
Henkel AG & Co. KGaA-Firmenlogo
Projektingenieur Kraftwerk (d/m/w) Henkel AG & Co. KGaA
Düsseldorf Zum Job 
Henkel AG & Co. KGaA-Firmenlogo
Field Application Engineer Personal Hygiene EIMEA (d/f/m) Henkel AG & Co. KGaA
Düsseldorf Zum Job 
Henkel AG & Co. KGaA-Firmenlogo
SAP Business Technology Platform Engineer (d/f/m) Henkel AG & Co. KGaA
Düsseldorf Zum Job 
STEULER-KCH GmbH-Firmenlogo
Site Manager / Construction Manager International - Surface Protection (m/w/d) STEULER-KCH GmbH
Siershahn Zum Job 
Dekra Automobil GmbH-Firmenlogo
Sachkundiger Prüfmittelüberwachung / Kalibriertechniker (m/w/d) Dekra Automobil GmbH
Dortmund Zum Job 
Dekra Automobil GmbH-Firmenlogo
Prüfingenieur Fahrzeuge / Kfz Sachverständiger (m/w/d) Dekra Automobil GmbH
Dortmund Zum Job 
Dekra Automobil GmbH-Firmenlogo
(Ausbildung) Sachverständiger Anlagensicherheit AwSV (m/w/d) Dekra Automobil GmbH
Dortmund Zum Job 
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr-Firmenlogo
Ingenieurin / Ingenieur mit Bachelor - Beamten - Ausbildung (m/w/d) Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr
deutschlandweit Zum Job 
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr-Firmenlogo
Ingenieurin / Ingenieur mit Bachelor in Informatik / Elektrotechnik - Beamten - Ausbildung (m/w/d) Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr
deutschlandweit Zum Job 
BJ Automotive GmbH-Firmenlogo
Senior Konstrukteur Automotive - Baugruppenentwicklung (m/w/d) - Hoher Reiseanteil nach China BJ Automotive GmbH
Kirchardt Zum Job 
Tadano Demag GmbH-Firmenlogo
Produktionstechniker (m/w/d) - Welding Technology Tadano Demag GmbH
Zweibrücken Zum Job 
Wirtgen GmbH-Firmenlogo
Product Safety & Compliance Engineer (m/w/d) - R&D Wirtgen GmbH
Windhagen Zum Job 
Hochschule Düsseldorf-Firmenlogo
Vertretungsprofessur "Haus-, Energie- und Anlagentechnik" Hochschule Düsseldorf
Düsseldorf Zum Job 
Spar- und Bauverein eG-Firmenlogo
Leiter Technik / Prokurist (m/w/d) Spar- und Bauverein eG
Hannover Zum Job 
Koehler Paper SE-Firmenlogo
Ingenieur Qualitätssicherung (m/w/d) Koehler Paper SE
KOCO MOTION GmbH-Firmenlogo
Produktmanager (m/w/d) KOCO MOTION GmbH
Dauchingen Zum Job 
RHEINMETALL AG-Firmenlogo
Verstärkung für technische Projekte im Bereich Engineering und IT (m/w/d) RHEINMETALL AG
deutschlandweit Zum Job 

Eine „Supererde“ mit Potenzial

GJ 251 c dürfte ein faszinierender Brocken sein. Nach Berechnungen der Forschenden hat er vermutlich eine felsige Oberfläche, ähnlich wie die Erde, ist aber deutlich massereicher – ein typischer Vertreter der sogenannten „Supererden“. Seine Umlaufbahn liegt in einem Bereich, in dem Temperaturen herrschen könnten, die flüssiges Wasser erlauben. Kurz: Die Bedingungen sind günstig für etwas, das wir als lebensfreundlich bezeichnen würden.

Er umkreist einen sogenannten M-Zwerg. Diese Roten Zwerge sind kleine, kühle Sterne, aber in unserer Milchstraße die häufigsten überhaupt. Sie gelten als zäh und langlebig – was gut ist für die Entwicklung komplexen Lebens. Doch sie haben auch eine stürmische Seite: Sie zeigen häufig Sternflecken und Flares, also plötzliche Energiebündel, die alles Leben auf einem nahen Planeten hart treffen könnten.

Wie Forschende den Planeten fanden

Der Nachweis gelang mit zwei hochpräzisen Instrumenten: dem Habitable-zone Planet Finder (HPF) und dem NEID‑Spektrographen. Beide messen winzige Schwankungen im Licht eines Sterns. Wenn ein Planet diesen umkreist, zieht seine Schwerkraft minimal am Stern und sorgt für rhythmische Verschiebungen in dessen Licht – sogenannte Radialgeschwindigkeitssignale.

Diese Methode ist seit Jahren etabliert, doch bei M‑Zwergen besonders knifflig. Ihre hohe Aktivität kann die Messergebnisse verfälschen. HPF und NEID umgehen das Problem, indem sie im Infrarotbereich messen – dort, wo die störenden Signale der Sternaktivität schwächer sind.

Am Limit unserer Messinstrumente

Die Daten lassen kaum Zweifel: GJ 251 c existiert sehr wahrscheinlich. Dennoch sind sich die Forschenden vorsichtig einig – die Instrumente arbeiten in einem Bereich, in dem Unsicherheiten bleiben. Corey Beard, Hauptautor der Studie, sagt dazu: „Obwohl seine Entdeckung statistisch gesehen sehr signifikant ist, sind wir noch dabei, den Status dieses Planeten zu bestimmen.“

Die Modelle und Simulationen seien präzise, doch nur künftige Teleskope könnten endgültig bestätigen, dass es sich um eine echte Welt handelt – und nicht um eine Messillusion. Genau hier setzen die Hoffnungen auf das Thirty Meter Telescope (TMT) an, ein gigantisches Observatorium im Bau, das Exoplaneten direkt abbilden soll.

Teleskop der Zukunft

Mit einem Spiegel von 30 Metern Durchmesser will das TMT neue Maßstäbe setzen. Es wird vermutlich das erste Instrument sein, das Planeten wie GJ 251 c direkt sichtbar machen kann – ein technisches Kunststück, das bislang an der geringen Helligkeit und dem grellen Licht der Sterne scheitert.

Wenn dieses Teleskop seinen Dienst aufnimmt, könnten Forschende erstmals prüfen, ob GJ 251 c tatsächlich Wolken oder vielleicht sogar Ozeane besitzt. „Das TMT wird das einzige Teleskop mit ausreichender Auflösung sein, um Exoplaneten wie diesen abzubilden“, betont Beard. Für kleinere Teleskope sei das einfach nicht möglich.

Hier geht es zur Originalpublikation

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.