Kosmische Anomalie 22.03.2025, 10:27 Uhr

Droht der Milchstraße ein zerstörerischer Strahlenausbruch?

Eine kosmische Anomalie wirft Fragen über das Schicksal der Milchstraße auf – mit potenziell fatalen Folgen für das Leben auf der Erde.

Spiralgalaxie

Eine Milliarde Lichtjahre von uns entfernt wurde eine Spiralgalaxie entdeckt, die zerstörerische Radiowellen aussendet. Droht der Milchstraße ein ähnliches Schicksal?

Foto: PantherMedia / Alexmit

Ein internationales Forschungsteam hat kürzlich eine Spiralgalaxie entdeckt, die alles andere als gewöhnlich ist. Das Objekt mit dem sperrigen Namen 2MASX J23453268−0449256 liegt rund eine Milliarde Lichtjahre von uns entfernt – und könnte ein düsteres Zukunftsbild für unsere eigene Milchstraße zeichnen.

Ein Schwarzes Loch mit gewaltigen Kräften

Im Zentrum der fernen Galaxie sitzt ein Schwarzes Loch, das milliardenfach schwerer ist als unsere Sonne. Das allein ist nicht ungewöhnlich – viele Galaxien beherbergen solche Objekte. Was die entdeckte Spiralgalaxie jedoch so besonders macht, sind die gewaltigen Strahlen aus Radiowellen, die das Schwarze Loch aussendet. Sie erstrecken sich über sechs Millionen Lichtjahre – ein kosmischer Maßstab, der selbst in der Astronomie Seltenheitswert hat.

Normalerweise beobachtet man solche energiereichen Radiostrahlungen vor allem bei elliptischen Galaxien, also älteren und meist kugelförmigen Sternensystemen. Dass eine Spiralgalaxie wie J2345–0449 solche Jets erzeugt, widerspricht bisherigen Annahmen über die Galaxienentwicklung.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Crawford & Company (Deutschland) GmbH-Firmenlogo
Technical Expert / Sachverständiger (w/m/d) Bereich Global Technical Services Crawford & Company (Deutschland) GmbH
verschiedene Einsatzorte Zum Job 
GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Schulbau GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Hoch- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Raum Berlin-Brandenburg Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Hoch- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Frankfurt Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Kalkulator (m/w/d) im Bereich Hochbau- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Berlin-Brandenburg Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) im Hausbau KLEBL GmbH
Neumarkt Zum Job 
Titan Umreifungstechnik GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Technischer Einkäufer (m/w/d/) Titan Umreifungstechnik GmbH & Co. KG
Schwelm Zum Job 
Excelitas Deutschland GmbH-Firmenlogo
Qualitätsingenieur (w/m/d) Produktentwicklung Excelitas Deutschland GmbH
Feldkirchen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur in der Bauwerksprüfung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Würzburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Abteilungsleitung Umweltplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur mit Projektverantwortung (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
KLN Ultraschall AG-Firmenlogo
Strategischer Einkäufer im Sondermaschinenbau (m/w/d) KLN Ultraschall AG
Heppenheim (Bergstraße) Zum Job 
Max Bögl Transport und Geräte GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Prozesskoordinator (m/w/d) - Produktionstechnik Max Bögl Transport und Geräte GmbH & Co. KG
Sengenthal Zum Job 
Hochschule Emden/Leer-Firmenlogo
Professur (m/w/d) für Elektrische Energietechnik Hochschule Emden/Leer
Beckhoff Automation GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Technischer Redakteur (m/w/d) für Maschinenbau Beckhoff Automation GmbH & Co. KG
Herzebrock-Clarholz Zum Job 
Hamburger Hochbahn AG-Firmenlogo
Bauingenieur / Projektingenieur Ingenieurbau (w/m/d) Hamburger Hochbahn AG
Hamburg Zum Job 
Staatliches Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig-Firmenlogo
Ingenieur/-in / Naturwissenschaftler/-in (m/w/d) für den Einsatz im Bereich Medizintechnik/-Produkte Staatliches Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig
Braunschweig Zum Job 
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences-Firmenlogo
Professur "Produktentwicklung und Additive Fertigung (W2)" Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences
Düsseldorf Zum Job 
Kreis Steinburg-Firmenlogo
Abteilungsleitung Straßen- und Brückenbauverwaltung (m/w/d) Kreis Steinburg
Itzehoe Zum Job 
Aerologic GmbH-Firmenlogo
Engineer Aircraft Reliability & Maintenance Program (m/f/x) Aerologic GmbH
Schkeuditz Zum Job 

Die Ausnahme wird zur Warnung

Spiralgalaxien wie die Milchstraße gelten als empfindlich. Gewaltige Strahlenaktivität aus dem Zentrum würde ihre komplexe Struktur – Spiralarme, Sternenringe, galaktische Scheibe – zerstören, so die gängige Theorie. Doch genau das scheint hier nicht zu passieren. Trotz der aktiven Strahlenquelle bleibt die Struktur der Galaxie stabil.

„Diese Entdeckung ist mehr als nur eine Kuriosität – sie zwingt uns dazu, neu darüber nachzudenken, wie sich Galaxien entwickeln und wie supermassereiche Schwarze Löcher in ihnen wachsen und ihre Umgebung formen“, erklärt Professor Joydeep Bagchi von der CHRIST University in Bangalore, der die Studie leitete.

Mögliche Auswirkungen auf die Milchstraße

Diese Erkenntnis wirft eine besorgniserregende Frage auf: Könnte sich auch die Milchstraße in Zukunft so verhalten? Das zentrale Schwarze Loch unserer Galaxie – Sagittarius A* – besitzt etwa vier Millionen Sonnenmassen. Derzeit ist es ruhig. Doch das könnte sich ändern.

Wenn Sagittarius A* plötzlich aktiv würde – etwa durch das Einfangen einer Gaswolke oder eines Sterns –, könnten ebenfalls Radiostrahlung und andere energiereiche Teilchen ausgestoßen werden. Solche Ereignisse sind unter dem Namen „Tidal Disruption Events“ (TDE) bekannt. Sie wurden bereits in anderen Galaxien beobachtet.

Ein solcher Jet könnte verheerende Folgen haben. Je nach Richtung und Intensität könnten die Strahlen in unser Sonnensystem eindringen. Die Atmosphäre der Erde wäre dem erhöhten Strahlungsdruck ausgesetzt, was zu DNA-Schäden, einer erhöhten Mutationsrate und schlimmstenfalls zu einem Massenaussterben führen könnte.

Das kosmische Gleichgewicht

Die Entdeckung zeigt, dass selbst Galaxien mit geordneter Struktur extreme Kräfte überstehen können. Forschende stellten fest, dass J2345–0449 von einem riesigen Halo aus heißem Gas umgeben ist, das Röntgenstrahlung aussendet. Normalerweise würde dieses Gas mit der Zeit abkühlen und neue Sterne hervorbringen. Doch die Radiostrahlung des Schwarzen Lochs wirkt wie ein kosmischer Hochofen und verhindert die Sternentstehung – trotz reichlich vorhandenen Rohmaterials.

Dieser Effekt könnte auch in der Milchstraße auftreten, wenn Sagittarius A* aktiver würde. Die Strahlung würde dann nicht nur das Leben auf der Erde bedrohen, sondern auch die Sternentwicklung in unserer Umgebung beeinflussen.

Dunkle Materie spielt eine Rolle

Ein weiteres überraschendes Ergebnis der Studie betrifft die dunkle Materie. Die Galaxie enthält rund zehnmal mehr davon als die Milchstraße. Das könnte erklären, warum ihre Struktur trotz der Strahlenaktivität erhalten bleibt. Dunkle Materie wirkt stabilisierend – sie hält die Galaxie buchstäblich zusammen.

„Das Verständnis dieser seltenen Galaxien könnte entscheidende Hinweise auf die unsichtbaren Kräfte liefern, die das Universum regieren – einschließlich der Natur der dunklen Materie, des langfristigen Schicksals von Galaxien und des Ursprungs des Lebens“, sagt Mitautor Shankar Ray.

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.