Entwicklung aus Chemnitz 03.05.2015, 12:01 Uhr

T-book spricht über gedruckte Lautsprecher

Das T-book kann sprechen: Möglich machen das auf Papier gedruckte Lautsprecher. Zu bestaunen war die Entwicklung der TU Chemnitz auf der Jahresveranstaltung des Wettbewerbs World Press Photo in Amsterdam. 

Maxi Bellmann und Prof. Arved Hübler von der TU Chemnitz präsentieren das T-book: Die Seiten des Bildbandes mit den besten Pressefotos der Welt wurden im Inneren der Blätter mit gedruckten Lautsprechern versehen. 

Maxi Bellmann und Prof. Arved Hübler von der TU Chemnitz präsentieren das T-book: Die Seiten des Bildbandes mit den besten Pressefotos der Welt wurden im Inneren der Blätter mit gedruckten Lautsprechern versehen. 

Foto: TU Chemnitz

Der Effekt ist verblüffend: Schlägt man den Bildband mit den Siegerfotos des 58. World-Press-Photo-Wettbewerbs auf, so beginnt ein Sprecher, den Hintergrund der Bildentstehung zu erklären. Bei der Jahresveranstaltung des Wettbewerbs am vergangenen Samstag in Amsterdam wurde die Erfindung erstmals öffentlich präsentiert.

Wissenschaftler um Prof. Arved Hübler vom Institut für Print- und Medientechnik der Technischen Universität Chemnitz haben den großformatigen Bildband mit einer gedruckten Elektronik ausgestattet. „Das T-book ist ein Meilenstein in der Entwicklung gedruckter Informationen“, meint Hübler, der sicher ist, dass das T-book die Tür zu vielen weiteren Entwicklungen öffnet: „Die Tablets der Zukunft werden auf Papier gedruckt, und das T-book gibt einen ersten Ausblick, was alles möglich sein wird.“

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Klassischer Siebdruck senkt Kosten

Der Lautsprecher besteht aus einer dünnen Schicht eines piezoelektrischen Polymers, das in einem klassischen Siebdruckverfahren auf Papier gedruckt wird. Dies ermöglicht die kostengünstige Massenproduktion. Die Polymerschicht beginnt unter Spannung zu schwingen und strahlt Töne ab. Es sind zusätzliche gedruckte elektrisch leitfähige Schichten notwendig, um die elektrischen Signale in die Polymerschicht einzuspeisen.

Der Lautsprecher besteht aus einer dünnen Schicht eines piezoelektrischen Polymers. Er wird zwischen die aus zwei Seiten zusammenlaminierte Papierseite gesteckt. 

Der Lautsprecher besteht aus einer dünnen Schicht eines piezoelektrischen Polymers. Er wird zwischen die aus zwei Seiten zusammenlaminierte Papierseite gesteckt.

Quelle: TU Chemnitz

Jede Seite des Bildbandes ist eine Art Sandwich: Dabei steckt der gedruckte Lautsprecher zwischen der aus zwei Seiten zusammenlaminierten Papierseite. So ist es möglich, jeweils Vorder- und Rückseite mit hochwertigen Farbdrucken zu versehen.

Der Einband des etwa 100 Seiten starken Bildbandes beherbergt eine SD-Speicherkarte, auf den sich der Ton speichern lässt. Die Batterien und eine Ansteuerelektronik stecken ebenfalls in der Buchdecke. Ein gedruckter Sensor erkennt, welche Seite des Bildbandes der Leser gerade öffnet. Prompt ertönt zu jedem Bild der passende Klang direkt aus dem Papier.

„Das ist etwa wie der Übergang vom Stumm- zum Tonfilm“

An der TU Chemnitz werkeln Wissenschaftler bereits seit 15 Jahren an gedruckter Elektronik und sind mit ihrer Arbeit weltweit führend. Das T-book dürfte ein Meilenstein für die Chemnitzer sein.

Batterien, SD-Karte und Steuerelektronik stecken in der Buchdecke. 

Batterien, SD-Karte und Steuerelektronik stecken in der Buchdecke.

Quelle: TU Chemnitz

Derzeit hat Cornelia Ahnert vom atelierBUCH in Lichtenau bei Chemnitz acht der T-books fertig gebunden. Geplant sind 50 dieser Meilensteine, die nicht im Handel erhältlich sein werden, sondern nur zur Vorstellung des T-books dienen. Hübler: „Das ist etwa wie der Übergang vom Stumm- zum Tonfilm.“

 

Ein Beitrag von:

  • Detlef Stoller

    Detlef Stoller ist Diplom-Photoingenieur. Er ist Fachjournalist für Umweltfragen und schreibt für verschiedene Printmagazine, Online-Medien und TV-Formate.

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