Schonende Operationstechnik 09.09.2013, 08:14 Uhr

Schrauben aus künstlichem Knochenmaterial ersparen zweiten Eingriff

Bekanntes Leid: Nach einem Kreuzbandriss müssen eingesetzte Schrauben in einer zweiten Operation wieder entnommen werden. Ein neues alternatives Material wandelt sich automatisch in Knochen um. 

Bei einem Kreuzbandriss werden in einer ersten OP unter anderem Schrauben aus Titan oder Stahl ein. Um diese wieder zu entfernen ist ein zweiter Eingriff nötig. Jetzt arbeiten Forscher an biokeramischen Implantanten, die der Körper eigenständig abbauen kann. 

Bei einem Kreuzbandriss werden in einer ersten OP unter anderem Schrauben aus Titan oder Stahl ein. Um diese wieder zu entfernen ist ein zweiter Eingriff nötig. Jetzt arbeiten Forscher an biokeramischen Implantanten, die der Körper eigenständig abbauen kann. 

Foto: Aesculap AG

Um das Knie nach einem Kreuzbandriss wieder dauerhaft zu stabilisieren, setzen Chirurgen während der Operation unter anderem Schrauben aus Titan oder Stahl ein. Und diese müssen in einem weiteren Eingriff wieder entfernt werden und führen schlimmstenfalls zu Körperunverträglichkeiten. Um Patienten diese Zusatzbelastung zu ersparen, entwickelt ein deutsches Forscherteam sogenannte biokeramische Implantate, die der Körper eigenständig abbauen kann.

Körper ersetzt HA-Schraube durch echtes Knochenmaterial

Bei den neuen Implantaten handelt es sich um Schrauben aus Hydroxylapatit (HA-Schrauben), einem künstlichen Knochenmaterial. Einmal in den Knochen eingebaut, ersetzt es der Körper automatisch durch echten Knochen (Resorption). Die genaue Resorptionsdauer lässt sich dabei durch die gezielte Dotierung mit Siliziumoxid-Nanopartikeln festlegen. „Die materialwissenschaftliche Herausforderung besteht unter anderem darin, mit diesem Material die für den Einsatz der Schraube notwendige hohe Festigkeit zu erreichen“, erklärt Professor Kurosch Rezwan, Leiter des Fachgebiets Keramische Werkstoffe an der Universität Bremen.

Die HA-Schraube befindet sich noch in der Entwicklungsphase. Derzeit tüfteln die Wissenschaftler an einem keramikgerechten Schraubendesign und einer Spritzgusstechnik für Hydroxylapatit-Pulver. Diese soll es möglich machen, auch komplexe dreidimensionale Implantate ohne jegliche Nachbearbeitung herzustellen. Mit einer Prototypenserie konnten die Forscher bereits zeigen, dass es gelingen kann, komplizierte Formen mit einer guten mechanischen Stabilität zu produzieren.

Projekt erhält Millionen-Finanzspritze

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellte im Rahmen der Förderrichtlinie »Validierung des Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung (VIP)« über eine Million Euro zur Verfügung. „Mit VIP haben wir die Voraussetzungen geschaffen, ungenutzte Potentiale von Forschungsergebnissen zu erkennen und eine Brücke zur wirtschaftlichen Verwertung zu bauen“, erklärte Dr. Helge Braun, Parlamentarischer Staatssekretär, während der Übergabe einer Urkunde an die Projektpartner zum Projektstart am vergangenen Freitag in Gießen. Zu diesen zählen neben Unfallchirurgen der Justus-Liebig-Universität Gießen auch Materialwissenschaftler der Universität Bremen sowie Forscher des Fraunhofer-Instituts und der Universität Bonn.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Wirtschaftsbetrieb Hagen AöR-Firmenlogo
Fachbereichsleitung Grün (m/w/d) Wirtschaftsbetrieb Hagen AöR
Heilbronner Versorgungs GmbH-Firmenlogo
Planungsingenieur in den Bereichen Gas und Wasser (m/w/d) Heilbronner Versorgungs GmbH
Heilbronn Zum Job 
Flughafen München GmbH-Firmenlogo
Leiter Elektrotechnik / Stromnetzprojekte (w/m/d) Flughafen München GmbH
Oberding Zum Job 
Hochschule Bremen-Firmenlogo
Professur (w/m/d), Bes. Gr. W2 für das Fachgebiet "Simulation und Regelung technischer Systeme" Hochschule Bremen
Pädagogische Hochschule Heidelberg-Firmenlogo
Mitarbeiter*in (m/w/d) Strategische Entwicklung und Begleitung des 'Campus der Zukunft' Pädagogische Hochschule Heidelberg
Heidelberg Zum Job 
Intego GmbH-Firmenlogo
Servicetechniker / Field Service Engineer (m/w/d) - Einsatz in Kalifornien (USA) Intego GmbH
Erlangen Zum Job 
Boyd Weiler GmbH & Co. KG-Firmenlogo
CAD-Konstrukteur (m/w/d) Boyd Weiler GmbH & Co. KG
Weiler-Simmerberg Zum Job 
TransnetBW GmbH-Firmenlogo
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d) TransnetBW GmbH
Stuttgart Zum Job 
TransnetBW GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d) TransnetBW GmbH
Stuttgart Zum Job 
Staatliches Hochbauamt Heidelberg-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Tiefbau / Ver- und Entsorgung / Baubetrieb Staatliches Hochbauamt Heidelberg
Heidelberg Zum Job 
Staatliches Hochbauamt Heidelberg-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Bergbautechnik / Tiefbau Staatliches Hochbauamt Heidelberg
Heidelberg Zum Job 
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Bauprojektleiter (m/w/d) Allbau Managementgesellschaft mbH
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur* im Anforderungsmanagement DFS Deutsche Flugsicherung GmbH
Stadt Weinheim-Firmenlogo
Ingenieur*in (w/m/d) im Bereich Landschaftsarchitektur, Landschafts- oder Freiraumplanung für die Gestaltung städtischer Außen- und Freianlagen Stadt Weinheim
Weinheim Zum Job 
Stadt Norderstedt-Firmenlogo
Ingenieur/in / Technische/r Mitarbeiter/in (w/m/d) Bereich Verkehrswesen Stadt Norderstedt
Norderstedt Zum Job 
WipflerPLAN Planungsgesellschaft-Firmenlogo
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d) WipflerPLAN Planungsgesellschaft
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz Zum Job 
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg-Firmenlogo
Leitung des Rechenzentrums der Universität Freiburg (m/w/d) Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Freiburg Zum Job 
DTU Nanolab-Firmenlogo
Head of Thin Film Processing (f/m/d) DTU Nanolab
Kongens Lyngby Zum Job 
Hofmann Maschinen- und Anlagenbau GmbH-Firmenlogo
Zerspanungsmechaniker (m/w/d) Fachrichtung Schleiftechnik Hofmann Maschinen- und Anlagenbau GmbH
Universität zu Köln-Firmenlogo
Projektingenieur*in (TGA) im Bereich Elektrotechnik (w/m/d) Abteilung 53 - Technisches Gebäudemanagement Universität zu Köln

Ein Beitrag von:

  • Patrick Schroeder

    Patrick Schroeder arbeitete während seines Studiums der Kommunikationsforschung bei verschiedenen Tageszeitungen. 2012 machte er sich als Journalist selbstständig. Zu seinen Themen gehören Automatisierungstechnik, IT und Industrie 4.0.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.