Diagnostik und Medizintechnik 06.07.2012, 11:00 Uhr

MRT und PET in Kombination: Organe und Stoffwechsel deutlicher

Etwa 9 t schwer ist das Gerät, das sich Bremer Ärzte jetzt in die Praxis gestellt haben – eine Kombination aus Magnet-Resonanz-Tomograf (MRT) und Positronen-Emissions-Tomograf (PET). Damit werden Gelenke, Organe, Adern und sogar Nerven weitaus deutlicher sichtbar als bisher.

Die Kombination aus MRT und PET macht Gelenke, Organe, Adern und sogar Nerven deutlicher sichtbar.

Die Kombination aus MRT und PET macht Gelenke, Organe, Adern und sogar Nerven deutlicher sichtbar.

Foto: Amgen

Wer im Untersuchungsraum von Prof. Christiane Franzius nicht aufpasst, dem fliegen Schlüssel und Münzen aus der Tasche. Der Grund für die großen Kräfte ist das überaus starke Magnetfeld des MRT, das drei Tesla beträgt. „Damit ist unser MRT 60 000 bis 100 000 Mal stärker als das Magnetfeld der Erde“, sagt Franzius.

Deutschlandweit gibt es fünf MRT-PET-Kombinationsgeräte

Der weiße Koloss ist deutschlandweit einer von fünf, der MRT und PET in einem Gerät kombiniert, und der einzige, der ausschließlich der Untersuchung von Patienten „mit klinischen Fragestellungen dient“, erklärt die Bremer Ärztin. „Mit den anderen Geräten wird in den Unikliniken vor allem Forschung betrieben. Wir dagegen machen ausschließlich Diagnosen.“

Und so funktioniert ein MRT: Es bringt mit seinem Magnetfeld die elektrisch geladenen Wasserstoffatome im Körper dazu, sich nach dem Feld des MRT auszurichten. Zusätzliche Hochfrequenzimpulse einer bestimmten Wellenlänge beeinflussen nun die Wasserstoffatome in diesem magnetischen Zustand in unterschiedlicher Weise. Dann werden diese Impulse abgeschaltet. Je nach Gewebeart und Stärke der Impulse dauert es unterschiedlich lange, bis die Wasserstoffatome sich wieder wie zu Beginn ausgerichtet haben.

„Während dieser Zeit können magnetische Signale empfangen werden, die je nach Gewebeart unterschiedlich stark sind und die dann zur Berechnung der Bilder herangezogen werden“, erläutert Franzius die Funktionsweise. Die Software der Radiologen erstellt daraus Bilder von der Kniescheibe oder Längsschnitte durch den gesamten Körper.

Das PET stellt den Stoffwechsel dar, das MRT die Struktur

Genauere Diagnosen gelingen der Ärztin, wenn sie nicht nur erkennen kann, wie etwa ein Tumor aussieht, sondern auch, was er gerade tut. Dazu dient das PET. Es stellt den Stoffwechsel des Körpers als Bild dar. Rot leuchten dann Muskeln, Knochen und Adern. Das Gehirn hingegen ist schneeweiß, auch Nieren und Blase erscheinen als weiße Flecken.

„Kein Wunder,“ sagt die Ärztin, „hier wird ja auch viel Zucker verarbeitet.“ Stellen, die weiß leuchten, obwohl sie das gar nicht dürften, sind etwa Lymphknoten, in denen sich Krebszellen befinden. Denn anders als normales Gewebe haben Krebszellen einen besonders großen Appetit auf Zucker. Deshalb sind sie auf dem PET-Bild gut zu sehen.

Kombination aus MRT und PET bei Tumor- und Demenz-Erkrankungen geeignet

Die Kombination beider Geräte eröffnet ungeahnte Möglichkeiten. „Wenn ein Tumor operiert werden soll, ist es wichtig, auszuschließen, dass es noch andere Tumorherde im Köper gibt“, sagt Franzius. „Mit unserem Gerät können wir nachsehen.“ Oder wenn bestimmte Variationen der Demenz unterschieden werden sollen, ist die Kombination von MRT und PET ein geeignetes Verfahren.

Allerdings: Die Untersuchungen sind teuer. „Das bedeutet, dass wir für viele Patienten mit den Krankenkassen zunächst die Kostenerstattung klären müssen“, so Franzius. „Die Mehrzahl der Untersuchungen werden dann von den Krankenkassen bezahlt.“

 

Ein Beitrag von:

  • Bettina Reckter

    Bettina-Reckter

    Redakteur VDI nachrichten
    Fachthemen: Forschung, Biotechnologie, Chemie/Verfahrenstechnik, Lebensmitteltechnologie, Medizintechnik, Umwelt, Reportagen

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