Laserbehandlung 18.11.2011, 12:04 Uhr

Laser orientiert sich an Landkarte des Auges

Rund 50 Mio. Menschen in Deutschland sind fehlsichtig. Eine Laserbehandlung verspricht klare und scharfe Sicht. Doch nur wenige Deutsche pro Jahr entscheiden sich für einen Eingriff. Dabei ist die Technik bereits weit fortgeschritten und Langzeitstudien belegen den Erfolg.

„Ich würde es auf jeden Fall wieder machen“, erzählt Klaus Meyerhofer*. Er hatte sich 2008 dazu entschlossen, seine Augen lasern zu lassen. Seit seiner Kindheit leidet er unter starker Migräne, die Brille empfand er als störende Last auf dem Nasenrücken. Die Migräne habe sich durch den Eingriff nicht verbessert und dennoch betrachtet Meyerhofer den Eingriff als Erfolg. „Am Morgen nach der OP bin ich aufgewacht und habe sofort alles klar gesehen“, erzählt er. „Das war schon ein fantastisches Gefühl.“ Heute sei er nach wie vor zufrieden mit dem Behandlungsergebnis.

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Wie Meyerhofer lassen sich nach Angaben des Verbandes der Spezialkliniken Deutschlands für Augenlaser und Refraktive Chirurgie e.V. (VSDAR) jährlich mehr als 100 000 Deutsche die Augen lasern. Denn mit einem Lasereingriff am Auge können Sehfehler meist komplett behoben werden.

Derzeit gibt es zwei wesentliche Verfahren der Laserbehandlung

Fehlsichtigkeit entsteht dadurch, dass Brechwerte der einfallenden Lichtstrahlen nicht exakt aufs Auge abgestimmt sind. Die Strahlen treffen sich dann nicht auf der Netzhaut, sondern davor (Kurzsichtigkeit) oder dahinter (Weitsichtigkeit). Fehlsichtigkeit kann zudem durch Ungleichmäßigkeiten der Hornhaut verursacht werden (Stabssichtigkeit), die Bildverzerrungen bewirkt.

Um wieder klare Sicht zu erlangen, gibt es zwei wesentliche Laserverfahren: Das Lasek-Verfahren, bei dem der Chirurg Unebenheiten der Hornhaut direkt mit dem Laser korrigiert. Gängiger jedoch ist das Lasik-Lasern.

Laser orientiert sich an Landkarte des Auges

Laser orientiert sich an Landkarte des Auges

„Dabei wird ein dünnes Scheibchen von der oberen Hornhautschicht angehoben und zur Seite geschoben“, erklärt Dr. Kaweh Schayan-Araghi, Mitglied des Vorstandes des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA). Dies könne entweder mit einem winzigen, mechanischen Präzisionsskalpell oder mit einem präziser arbeitenden Femtosekundenlaser gemacht werden. „Der Femtolaser erzeugt im Gewebe Millionen kleiner Gasbläschen, die die Trennungsebene gewissermaßen vorbereiten“, so Schayan-Araghi.

Wenn dem Chirurg der vorbereitete Schnitt nicht gefällt, zerfallen die Gasbläschen wieder, ohne dass das Gewebe zertrennt wurde. Schnittfehler würden dadurch vermieden werden. Ist die obere Hornhautschicht erstmal geöffnet, wird mit dem Kaltlichtlaser (Excimerlaser) im unsichtbaren Ultraviolettspektrum anschließend ins Hornhautgewebe eingedrungen und dieses abgetragen. Der Laser kann dabei die Hornhaut so verändern, dass eine natürliche Zerstreuungslinse geformt wird und sich im Idealfall die Lichtstrahlen wieder auf der Netzhaut vereinigen.

„Pro Schuss werden 50 µm Gewebe abgetragen. Das ist so fein, damit kann man sogar auf ein menschliches Haar schreiben“, erklärt Schayan-Araghi. Sowohl Femto- als auch Excimerlaser arbeiten computergesteuert. Die Daten und Ausmessungen stammen aus den Voruntersuchungen, die Software berechnet, wo wie viel Hornhaut abgetragen werden muss.

Eye-Tracker verfolgen während der Laserbehandlung die Augenbewegungen

Damit nicht unwillkürliche Augenbewegungen des Patienten dazu führen, dass der Laserstrahl auf die falsche Stelle trifft, sind die Laser mit sogenannten Eye-Trackern ausgestattet. Sie verfolgen die Augenbewegungen und passen die Platzierung des Laserstrahls an. Nach dem Lasern klappt der Chirurg das Hornhautscheibchen zurück und drückt es an. Es saugt sich von selbst fest und muss nicht angenäht werden.

Inzwischen können mit der Lasik-Methode sogar Fehlsichtigkeiten behoben werden, bei denen weder Brille noch Kontaktlinsen halfen. Zum Beispiel bei kleinen Dellen in der Linse. Vor der Operation wird in der sogenannten Wellenfrontanalyse die Brechkraft des Auges an über 300 verschiedenen Punkten erfasst. Es entsteht eine „Landkarte“ des Auges. Deren Daten führen den Laser so, dass die Abbildungsfehler ausgeglichen werden können.

Laserbehandlung wirkt noch bis zu 6 Monate nach

Das Lasern selbst ist völlig schmerzfrei und dauert pro Auge etwa 10 min. Unmittelbar danach ist die Sehschärfe oft etwas schlechter als zuvor. Daran kann sich auch Meyerhofer noch erinnern: „Es war als würde man durch ein Milchglas sehen. Das war schon etwas beängstigend.“ Nach einigen Stunden stellt sich in der Regel der Erfolg ein, die Sicht wird klar. Allerdings kann das Auge nach der Operation noch bis zu 6 Monate blendungsempfindlich sein, Autofahren in der Dämmerung oder im Dunkeln ist oft nicht möglich.

Wie jeder Eingriff birgt das Lasern des Auges natürlich auch Risiken. Diese reichen von starken Schmerzen nach dem Eingriff bis hin zu Lichtempfindlichkeiten, trockenen Augen, Trübungen und deutlichen Verminderungen des Sehvermögens. Das Komplikationsrisiko liegt nach Angaben des BVA jedoch lediglich bei 0,5 % – ähnlich hoch wie bei Kontaktlinsenträgern. „Langzeitstudien belegen, dass die Lasik-Methode effektiv und zuverlässig ist. Meiner Ansicht nach ist dies sogar einer der sichersten Eingriffe in der Medizin überhaupt“, findet Schayan-Araghi.

Im Durchschnitt kostet eine solche Behandlung ca. 2500 € pro Auge die Krankenkasse zahlt nichts dazu. Bei der Suche nach dem geeigneten Arzt hilft das Lasik-TÜV-Siegel. Der Lasik-TÜV prüft sowohl die Qualifikation und Erfahrung der Ärzte als auch Behandlungsergebnisse und Patientenzufriedenheit.

* Name von Redaktion geändert

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