Tests mit Schleudergussverfahren 28.11.2013, 14:17 Uhr

Künstliche Kniegelenke aus Titan sollen günstiger werden

Für Kniepatienten gibt es Hoffnung auf kostengünstige Knieimplantate aus Titan. Sie sollen besser einwachsen, allergische Reaktionen verringern und langlebiger sein. Derzeit erforschen Wissenschaftler eine mögliche Herstellung mit dem Schleudergussverfahren.  

Wissenschaftler wollen herausfinden, ob sich ein Kniegelenkersatz auf Titanbasis im Schleuderguss herstellen lässt. Dadurch könnte er wesentlich stabiler werden. 

Wissenschaftler wollen herausfinden, ob sich ein Kniegelenkersatz auf Titanbasis im Schleuderguss herstellen lässt. Dadurch könnte er wesentlich stabiler werden. 

Foto: TU Clausthal

Nach dem künstlichen Hüftgelenk ist das Kniegelenk die zweithäufigste implantierte Prothese in Deutschland. Jährlich werden etwa 175.000 künstliche Kniegelenke eingesetzt. Und der Bedarf steigt. Dabei ist die Medizintechnik seit den ersten Versuchen vor 120 Jahren, als ein Berliner Arzt erstmals ein Scharnier aus Elfenbein als Knieersatz implantierte, einen weiten Weg gegangen. Die heutigen Knieimplantate bestehen zumeist aus einer Kobalt-Chrom-Gusslegierung und halten etwa zehn bis zwölf Jahre. Materialwissenschaftler forschen intensiv daran, den Verschleiß und die Kosten der künstlichen Kniegelenke zu senken.

Titan hat eine hohe Festigkeit und ist für den Körper gut verträglich

Nun hat das Bundesforschungsministerium für das Projekt Osteofit zwei Millionen Euro bewilligt. Das Knie-Implantatsystem auf Basis von Titan soll verschleißarm sein und Knochenwachstum fördern. In den kommenden drei Jahren will ein Konsortium aus medizintechnischen Unternehmen und Materialwissenschaftlern verschiedener Universitäten gemeinsam mit dem Projektträger, dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI), ein neuartiges marktreifes Kniegelenk entwickeln. So wollen sie das Einwachsverhalten der Implantate verbessern, aseptische Lockerungen, also Instabilitäten, die beispielsweise durch Abrieb verursacht werden, und allergische Reaktionen auf die benutzten Materialien verringern. Zugleich sollen die bisher hohen Herstellungskosten gesenkt werden.

Ein großer Teil der Projektgelder, etwa 600.000 Euro, geht dabei an das Institut für Werkstoffkunde und Werkstofftechnik (IWW) der TU Clausthal. Die Materialwissenschaftler wollen statt der meist üblichen Kobalt-Chromlegierung Titan verwenden, das sich durch hohe Festigkeit auszeichnet und für den Körper sehr verträglich ist.

„In dem neuen Projekt soll geklärt werden, ob es technologisch möglich ist, durch Schleuderguss einen Kniegelenkersatz aus der für chirurgische Implantate verwendeten Titanlegierung Ti-6Al-4V herzustellen”, erklärt Manfred Wollmann vom IWW. Beim Schleuderguss wird das flüssige Metall in eine Gussform gedrückt, die sich um ihre Mittelachse dreht. Das Gussprodukt hat dadurch weniger Poren, ist reiner und wesentlich fester.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Wirtschaftsbetrieb Hagen AöR-Firmenlogo
Fachbereichsleitung Grün (m/w/d) Wirtschaftsbetrieb Hagen AöR
Heilbronner Versorgungs GmbH-Firmenlogo
Planungsingenieur in den Bereichen Gas und Wasser (m/w/d) Heilbronner Versorgungs GmbH
Heilbronn Zum Job 
Flughafen München GmbH-Firmenlogo
Leiter Elektrotechnik / Stromnetzprojekte (w/m/d) Flughafen München GmbH
Oberding Zum Job 
Intego GmbH-Firmenlogo
Servicetechniker / Field Service Engineer (m/w/d) - Einsatz in Kalifornien (USA) Intego GmbH
Erlangen Zum Job 
PohlCon GmbH-Firmenlogo
Anwendungsingenieur (m/w/d) PohlCon GmbH
Sumitomo Rubber Europe GmbH-Firmenlogo
Ingenieur FEA (m/w/d) Reifensimulation in Hanau Sumitomo Rubber Europe GmbH
Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt)-Firmenlogo
Bauingenieurin / Bauingenieur (m/w/d) (Master/Uni-Diplom) Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt)
Bergisch Gladbach Zum Job 
wpd infrastruktur GmbH-Firmenlogo
Erfahrener Projektleiter Bau (m/w/d) wpd infrastruktur GmbH
Universität zu Köln-Firmenlogo
Bauingenieur*in oder Architekt*in (w/m/d) mit Vertiefung im Baubetrieb bzw. Projektmanagement Universität zu Köln
wpd infrastruktur GmbH-Firmenlogo
Erfahrener Elektroingenieur (m/w/d) für nationale Wind- und Solarenergieprojekte wpd infrastruktur GmbH
wpd construction GmbH-Firmenlogo
Erfahrener Projektleiter Elektrotechnik (m/w/d) wpd construction GmbH
Bietigheim-Bissingen Zum Job 
Universität zu Köln-Firmenlogo
Ingenieur*in (w/m/d) für Energiemanagement, Nachhaltigkeit und technische Gebäudeentwicklung Universität zu Köln
Boyd Weiler GmbH & Co. KG-Firmenlogo
CAD-Konstrukteur (m/w/d) Boyd Weiler GmbH & Co. KG
Weiler-Simmerberg Zum Job 
TransnetBW GmbH-Firmenlogo
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d) TransnetBW GmbH
Stuttgart Zum Job 
TransnetBW GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d) TransnetBW GmbH
Stuttgart Zum Job 
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Bauprojektleiter (m/w/d) Allbau Managementgesellschaft mbH
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur* im Anforderungsmanagement DFS Deutsche Flugsicherung GmbH
WipflerPLAN Planungsgesellschaft-Firmenlogo
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d) WipflerPLAN Planungsgesellschaft
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz Zum Job 
VINCORION Advanced Systems GmbH-Firmenlogo
Information Security Manager (all genders) VINCORION Advanced Systems GmbH
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences-Firmenlogo
Professur "Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)" Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences
Düsseldorf Zum Job 

VDI bewilligt Gelder für einen Prüfstand

Im Clausthaler Zentrum für Materialtechnik soll das optimale Gussgefüge für die Titanlegierung gefunden werden. Anschließend wird es darum gehen, eine neuartige Verschleißschutzschicht für die Oberfläche des Implantats zu entwickeln. Danach sollen die fertigen Gelenke auf Ermüdung und Verschleißverhalten getestet werden. Für diese Versuche hat der VDI zusätzliche Mittel für einen Prüfstand bewilligt.

Weitere Partner im Projekt Osteofit sind Unternehmen der Medizintechnik wie Peter Brehm, MedTitan und Medimet, die sich zum Teil auf die Entwicklung und Herstellung von Implantaten aus Titan spezialisiert haben. Außerdem beteiligt sind die Universität Ulm und das an der Technischen Hochschule Aachen angegliederte Materialforschungszentrum Access.

 

Ein Beitrag von:

  • Gudrun von Schoenebeck

    Gudrun von Schoenebeck

    Gudrun von Schoenebeck ist seit 2001 journalistisch unterwegs in Print- und Online-Medien. Neben Architektur, Kunst und Design hat sie sich vor allem das spannende Gebiet der Raumfahrt erschlossen.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.