Medizintechnik 01.08.2003, 18:26 Uhr

Ein Mikrochip im Auge

Mit Funkkamera und Mikrochips wollen Forscher Blinde wieder sehend machen. Verschiedene Systeme sind entwickelt worden. Erste Versuche am Tier sind geplant.

Im Fokus der Leitinitiative "Vertrauenswürdige Elektronik" steht die Sicherheit elektronischer Bauteile, im Bild ist ein Mikrochip zu sehen. 
Foto: Frank Hagemeyer/Sabine Geller, Uni Ulm

Im Fokus der Leitinitiative "Vertrauenswürdige Elektronik" steht die Sicherheit elektronischer Bauteile, im Bild ist ein Mikrochip zu sehen.

Foto: Frank Hagemeyer/Sabine Geller, Uni Ulm

Warum als Blinder nicht eine Brille aufsetzen, um zu sehen? Für wen das nach Science-Fiction klingt oder nach Schlaraffenland-Märchen, der täuscht sich. Noch in diesem Jahr, versprechen Forscher, werden die ersten Prototypen an Tieren getestet.

Wissenschaftler der Universität Karlsruhe entwickeln eine Sehhilfe für jene Menschen, bei denen die Hornhaut durch Unfälle wie Verätzungen oder Verbrennungen getrübt ist, der Rest des Auges aber intakt. Eine kleine Kamera an der Brille sendet Bilder an einen daumennagelgroßen Bildschirm, der an Stelle der natürlichen Linse ins Auge gepflanzt wird. Der Mini-Monitor projiziert das Bild der Kamera auf die Zellen der Netzhaut im Hintergrund des Auges.

„Wir wollen noch in diesem Jahr einen Prototyp im Tierversuch testen“, sagt der Physiker Wilhelm Stork vom Institut für Technik der Informationsverarbeitung der Universität Karlsruhe, einer der Initiatoren des Projektes. Im Prototyp-Display werden vorerst nur 16×16 Leuchtdioden das Bild liefern, später sollen dann 500×500 eingebaut werden – „das ist dann schon Fernsehbildqualität“, sagt Stork.

Mit einer elektronisch bestückten Netzhaut-Folie wollen deutsche Forscher Blinden helfen, deren Sehzellen der Retina zerstört sind, etwa bei Retinitis pigmentosa oder der Makula-Degeneration, der häufigsten Erblindungsursache in den Industrieländern. Seit acht Jahren schon bemühen sich Wissenschaftler in Deutschland, eine elektronische Netzhautprothese zu entwickeln, die die Funktionen der Netzhautzellen übernehmen soll.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Heraeus Site Operations GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Bauprojekte Heraeus Site Operations GmbH & Co. KG
SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts-Firmenlogo
Experte / Expertin Bauwesen (w/m/d) in der Abteilung Gebäudemanagement / Verwaltung Mainz SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts
ai6 SOLUTIONS GmbH-Firmenlogo
Entwickler Mechanik / Konstruktion (m/w/d) ai6 SOLUTIONS GmbH
Dessau-Roßlau Zum Job 
J.P. Sauer & Sohn Maschinenbau GmbH-Firmenlogo
Elektroingenieur (m/w/d) Produktindustrialisierung J.P. Sauer & Sohn Maschinenbau GmbH
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Key Account Manager Sicherheit und Verteidigung (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Schöpflin Stiftung-Firmenlogo
Head of Operations (m/w/d) Schöpflin Stiftung
Lörrach Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Technischer Angestellter (m/w/d) Nachhaltigkeitsmanagement im Bereich Hochbau KLEBL GmbH
Neumarkt Zum Job 
Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr-Firmenlogo
Bauingenieur - Sachgebietsleitung Kreisstraßenmanagement (w/m/d) Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Humboldt-Universität zu Berlin Abteilung Haushalt und Personal Referat Personalwirtschaft III C 6-Firmenlogo
Ingenieur*in Nachrichtentechnik (m/w/d) Humboldt-Universität zu Berlin Abteilung Haushalt und Personal Referat Personalwirtschaft III C 6
Staatliches Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig-Firmenlogo
Ingenieur/-in / Naturwissenschaftler/-in (m/w/d) für den Einsatz im Bereich Medizintechnik/-Produkte Staatliches Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig
Braunschweig Zum Job 
Aerologic GmbH-Firmenlogo
Engineer Aircraft Reliability & Maintenance Program (m/f/x) Aerologic GmbH
Schkeuditz Zum Job 
Seppeler Holding & Verwaltungs GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Verfahrenstechniker / Ingenieur Verfahrenstechnik (m/w/d) Seppeler Holding & Verwaltungs GmbH & Co. KG
Rietberg Zum Job 
Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH-Firmenlogo
Kalkulator Tiefbau (m/w/d) für den Bereich Wasser/Abwasser Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH
Halle (Saale) Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) konstruktiver Ingenieurbau Die Autobahn GmbH des Bundes
GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*in oder Physiker*in (d/m/w) GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH
Darmstadt Zum Job 
GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*innen (d/m/w) GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH
Darmstadt Zum Job 
noris network AG-Firmenlogo
Senior Datacenter Engineer / Elektroingenieur (m/w/d) - Fokus Infrastruktur & Systemstabilität noris network AG
Nürnberg Zum Job 
Landkreis Grafschaft Bentheim-Firmenlogo
Klimaschutzkoordinator*in (m/w/d) Landkreis Grafschaft Bentheim
Nordhorn Zum Job 
Netzgesellschaft Potsdam GmbH-Firmenlogo
Projektleiter / Bauleiter (m/w/d) Netzbau und Anlagenbau Strom Netzgesellschaft Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
Infraserv GmbH & Co. Höchst KG-Firmenlogo
Ingenieur Messstellenbetrieb Erdgas, Wasser und Wärme (w/m/d) Infraserv GmbH & Co. Höchst KG
Frankfurt am Main Zum Job 

Verschiedene Arbeitsgruppen von Hochschulen und Instituten haben sich zum Forschungsverbund „Retina-Implantat“ zusammengeschlossen. Die Wissenschaftler gehen mit zwei verschiedenen Ansätzen ins Rennen. Die Gruppe um Rolf Eckmiller, Universität Bonn, befestigt Implantate an der Netzhautoberfläche. Das Sehsystem soll nicht nur die Funktion ausgefallener Fotorezeptoren übernehmen, sondern auch die Arbeit der Nervenzellen gleich mit erledigen.

Auch hier nimmt eine winzige Videokamera die Bilder auf. Von außen unsichtbar, kann die Minikamera in einen Brillenrahmen oder eine künstliche Linse eingebaut werden. Per Computer werden die Bilder in Impulse für die Nervenzellen verwandelt und an eine auf der Netzhaut befestigten Folie gesendet. Diese stimuliert über winzige Elektroden Zellen des Sehnerven. In Tierversuchen hat das Team eine Stimulation nachgewiesen. An eine klinische Anwendung sei aber erst in einigen Jahren zu denken.

An der Tübinger Augenklinik wird der andere Weg gegangen: Forscher um Direktor Prof. Eberhart Zrenner pflanzen einen lichtempfindlichen hauchdünnen Chip in die Netzhaut. Fällt Licht auf dessen Fotodioden, sollen Elektroden die benachbarten Nervenzellen reizen. Aus den Nervenimpulsen muss das Gehirn das passende Bild zusammensetzen.

Besonders stolz sind die Forscher auf die Produktion des Reizstroms. „Ursprünglich sollten Solarzellen das einfallende Licht umwandeln. Das klappte jedoch nur bei gleißendem Licht“, sagt Zrenner. Die Fotodioden des neuen Chips müssen keine nervenstimulierende Energie mehr erzeugen. Die Infrarotstrahlen der Sonne liefern durch die Pupille ständig genug Energie, um die Nervenzellen an Ort und Stelle reizen zu können.

 

Ein Beitrag von:

  • Elke Bodderas

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.