Bitcoin am Abgrund? Top-Analysten warnen vor Absturz auf 10.000 Dollar
Bitcoin scheitert an 80.000 Dollar. Top-Analysten warnen vor einem Absturz bis 10.000 Dollar. Was für und gegen den Crash spricht.
Bitcoin unter Druck: Widerstand hält, Experten warnen vor Absturz. Wie realistisch ein Rückgang auf 10.000 Dollar ist.
Foto: Smarterpix / AlekseyIvanov
Großanleger investieren Milliarden in Bitcoin (BTC) – doch der Kurs kämpft weiter: Nach einem starken Vorstoß in Richtung 80.000 Dollar schlagen zwei der bekanntesten Analysten nun Alarm und machen den Hoffnungen auf explosive Aufwärtsbewegungen im Jahr 2026 einen Strich durch die Rechnung. Prognose: Geben sich die Bullen den Bären bald geschlagen?
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Bitcoin: Prognose 2026 sieht Kurs bei 10.000 Dollar
Auf dem Monatschart wirkt die Welt noch Ordnung: Mehr als 10.000 Dollar konnte Bitcoin in den letzten vier Wochen zulegen – massiver Kaufdruck trieb den Kurs von 66.000 Dollar auf bis zu 79.276 Dollar. Jetzt scheint den Bullen aber langsam die Puste auszugehen: Für die $80K-Hürde fehlt es an Druck, bereits zwei Mal in den letzten sieben Tagen musste sich BTC am Widerstand geschlagen geben. Aller guten Dinge sind drei, sagt man – ein erneutes Scheitern könnte allerdings auch einen spektakulären Rückgang in ganz neue Preisregionen auslösen.
Dass das in den Karten steht, davon zeigen sich ausgerechnet zwei der bekanntesten Krypto-Experten in einer Bitcoin-Prognose überzeugt: Bloombergs Senior-Analyst Mike McGlone und Trading-Urgestein Peter L. Brandt. Wie berechtigt sind die Befürchtungen der Top-Experten – und was spricht gegen neue Rücksetzer? Zunächst zum Hintergrund: McGlone ist Senior Commodity Strategist bei Bloomberg Intelligence – das Finanzanalyse-Powerhouse zählt zu den führenden Akteuren der Branche, McGlone zu den einflussreichsten Stimmen im Rohstoff- und Makro-Bereich. Er hat die Gold-Rally 2025 prognostiziert, als kaum jemand daran geglaubt hat.
Jetzt positioniert er sich wieder konträr – und warnt vor einem Bitcoin-Absturz, den niemand hören will. „Bitcoin potenziell auf 10.000 Dollar in 2026“, so McGlone im Interview. Der Grund für seine bearishe Prognose: Auch vor der historisch einmaligen Geldmengenexpansion in den Jahren 2020 und 2021 habe Bitcoin monatelang um die 10.000-Dollar-Marke gependelt. McGlone ist überzeugt: Wie damals sei der aktuelle Preis auch heute durch die Liquiditätsflut künstlich aufgeblasen worden – und jetzt komme die Gegenbewegung.
Brandt: „Hört auf, Pilze zu essen“
McGlone bleibt dabei nicht im Ungefähren – seine Makro-Argumentation hat es in sich: Der S&P 500 stehe beim 2,3-Fachen des US-BIP – der höchste Stand seit 1929. Gold und Silber hätten ihren parabolischen Anstieg bereits hinter sich. Der Ölpreis befinde sich im freien Fall. Bitcoin habe die Risikomärkte nach oben geführt, nun sei die „Beta-Phase“ vorbei. Die Folge: Ein Bruch unter 60.000 Dollar könnte einen Dominoeffekt in Richtung $10K provozieren.
Unterstützung bekommt McGlone von Peter L. Brandt – dem dienstältesten Chart-Experten der Krypto-Welt. Der Amerikaner ist seit den 1970er-Jahren als Rohstoffhändler aktiv, seine technischen Analysen genießen in der Branche einen hohen Stellenwert. Auf X richtet sich Brandt nun mit unmissverständlichen Worten an seine mehr als 963.000 Follower – und erstickt die Hoffnungen auf allzu explosive neue Höchststände im Keim: „Diejenigen unter euch, die für 2026 einen Kurs von 250.000 Dollar prognostizieren, sollten lieber aufhören, Pilze zu essen“, so der 80-jährige Amerikaner im Wortlaut.
Dazu postet Brandt den Bitcoin-Kursverlauf der letzten sechs Monate, ergänzt: Der Chart würde einen künftigen Anstieg zwar nicht ausschließen – er sei grundsätzlich aber alles andere als bullish. Konkret zeigt die Grafik Bitcoin in einem sogenannten absteigenden Kanal zwischen rund 56.000 und 80.000 Dollar – ein Muster, das Brandt zufolge auf weitere Schwäche hindeutet. Zwei prominente Stimmen, zwei bearishe Prognosen. Ist der Bullrun 2026 abgesagt?
Prognose: Bitcoin 2026 ohne neues Allzeithoch?
Was Anleger berücksichtigen sollten: Beide Experten lassen einen entscheidenden Faktor außer Acht – und zwar das massive institutionelle Engagement, das Bitcoin in den letzten 24 Monaten grundlegend verändert hat. Finanz-Gigant BlackRock beispielsweise hält mittlerweile mehr als 800.000 BTC in seinem IBIT-ETF. Wall-Street-Schwergewicht Morgan Stanley sorgt seit Wochen mit einem eigenen Bitcoin-ETF für Furore, hat zudem seine 16.000 Berater zu Krypto-Experten geschult. Die Spot-Bitcoin-ETFs verzeichnen anhaltend hohe Zuflüsse – zuletzt in Milliardenhöhe, selbst während der jüngsten Kursrückgänge.
Damit nicht genug: Charles Schwab, der führende Online-Broker in den USA mit knapp 39 Millionen Kundenkonten, setzt ebenfalls auf Bitcoin und Co. Und genau diese strukturelle Nachfrage hat es in keinem früheren Zyklus gegeben. Kein ETF, keine Wall-Street-Größe, keine Unternehmensbilanzen mit Bitcoin-Positionen. McGlones 10.000-Dollar-Prognose basiert folglich auf einem Szenario, in dem es die institutionelle Infrastruktur nicht gibt.
Das bedeutet: Die Warnungen von McGlone und Brandt verdienen zwar Beachtung – beide haben in der Vergangenheit wichtige Wendepunkte erkannt. Aber: In den 17 Jahren seiner Geschichte konnte Bitcoin noch jede bearishe Horror-Prognose durch neue All-Time-Highs widerlegen. Wird 2026 zur unrühmlichen Ausnahme? Das entscheidet sich hauptsächlich an einer Frage: Halten die institutionellen Käufer ihre Positionen – oder bekommen auch sie irgendwann kalte Füße?
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