Energiewende 20.10.2024, 12:10 Uhr

Weltgrößtes Geothermie-Kraftwerk soll 2 Millionen Haushalte mit Strom versorgen

Das größte Geothermie-Kraftwerk der Welt soll in den USA entstehen und bis zu 2 Millionen Haushalte mit sauberem Strom versorgen.

Geothermie

Geothermie könnte eine wichtige Rolle in der Energiewende übernehmen. In den USA soll nun eine Anlage gebaut werden, die 2 Millionen Haushalte mit Strom versorgen kann.

Foto: PantherMedia / Alexpunker (YAYMicro)

Das US-Innenministerium hat große Fortschritte beim Ausbau der Geothermie auf öffentlichem Land angekündigt: Mit dem Fervo Cape Geothermal Power Project entsteht das weltweit größte Geothermie-Kraftwerk, das zwei Millionen Haushalte mit sauberem Strom versorgen soll. Das Projekt in Beaver County, Utah, soll die USA ihrem Ziel eines kohlenstofffreien Energiesektors bis 2035 näherbringen.

Anlage erstreckt sich auf einer Fläche von 255 Hektar

Das Fervo Cape Projekt ist mehr als nur ein weiteres Geothermie-Kraftwerk. Es wird sich über eine Fläche von rund 255 Hektar erstrecken, von denen 60 Hektar auf öffentlichem Land liegen. Das Kraftwerk hat das Potenzial, bis zu 2 Gigawatt Grundlaststrom zu erzeugen. Dies reicht aus, um mehr als 2 Millionen Haushalte mit Strom zu versorgen. Das Projekt nutzt ein sogenanntes erweitertes geothermisches System (EGS), das eine künstliche Umgebung schafft, um Erdwärme effizienter zu nutzen.

Im Gegensatz zu traditionellen geothermischen Kraftwerken, die auf natürlich vorkommendes heißes Wasser im Erdinneren zugreifen, wird hier Wasser in heiße unterirdische Gesteinsformationen injiziert. Dieses erhitzte Wasser wird anschließend entnommen und zur Stromerzeugung verwendet. Der innovative Ansatz macht das Fervo Cape Projekt zum Vorreiter in der Nutzung der Geothermie.

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Die Technologie hinter dem Kraftwerk

Ein entscheidender Aspekt des Projekts ist die Technologie des erweiterten geothermischen Systems. Diese Technologie ermöglicht es, auch in Gebieten Strom zu erzeugen, in denen keine natürlichen geothermischen Bedingungen wie Flüssigkeiten oder ausreichend Durchlässigkeit im Gestein vorhanden sind. Durch das gezielte Einpumpen von Flüssigkeit unter kontrollierten Bedingungen werden neue Risse im Gestein erzeugt oder bestehende erweitert, um die Durchlässigkeit zu erhöhen.

Sobald die Durchlässigkeit des Gesteins gesteigert wurde, kann die Flüssigkeit zirkulieren, dabei Hitze aufnehmen und an die Oberfläche gepumpt werden. Dort wird die Wärme genutzt, um Turbinen anzutreiben und Strom zu erzeugen. Diese Methode hat das Potenzial, die geothermische Energieerzeugung weit über die traditionellen Regionen hinaus zu erweitern.

Fortschritte bei der EGS-Technologie

Der Einsatz von EGS ist nicht nur in den USA, sondern auch international auf dem Vormarsch. Viele Länder und Unternehmen sehen in dieser Technologie eine Möglichkeit, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und den Übergang zu erneuerbaren Energien zu beschleunigen. Fortschritte bei der EGS-Technologie werden weltweit sowohl von staatlichen als auch von privaten Akteuren vorangetrieben.

„Geothermische Energie ist eine unserer größten ungenutzten sauberen Energiequellen auf öffentlichem Land“, sagt Dr. Steve Feldgus, stellvertretender Staatssekretär für Land- und Ressourcenmanagement im US-Innenministerium. Diese Worte unterstreichen die Bedeutung, die Geothermie für die künftige Energieversorgung der USA und der Welt hat.

Verantwortungsvoller Ausbau auf öffentlichem Land

Das Bureau of Land Management (BLM) hat das Fervo Cape Projekt genehmigt und damit ein weiteres großes Energieprojekt auf öffentlichem Land ermöglicht. Mit dieser Genehmigung hat die BLM bereits fast 32 Gigawatt an sauberen Energieprojekten auf öffentlichem Land vorangetrieben. Das BLM plant zudem neue rechtliche Rahmenbedingungen, die es erleichtern sollen, geothermische Ressourcen auf öffentlichem Land zu erschließen.

„Wir brauchen alle verfügbaren Mittel, um eine Zukunft mit sauberer Energie zu erreichen“, betont BLM-Direktorin Tracy Stone-Manning. Die Bedeutung der Geothermie als Teil der Energiewende wird immer deutlicher. Im Rahmen dieses Projekts sollen bis zu 23 Bohrplattformen sowie 20 geothermische Kraftwerke gebaut werden. Hinzu kommen Zugangsinfrastrukturen, Schaltanlagen und Verbindungsleitungen. Diese umfangreiche Infrastruktur wird es ermöglichen, die erzeugte Energie effizient in das Stromnetz einzuspeisen.

Die Rolle der Geothermie in der Energiewende

Geothermie hat das Potenzial, eine Schlüsselrolle bei der Umstellung auf erneuerbare Energien zu spielen. Diese Energiequelle ist nicht nur sauber, sondern auch zuverlässig, da sie im Gegensatz zu Wind- oder Solarenergie rund um die Uhr verfügbar ist. Zudem produziert sie nur minimale Kohlenstoffemissionen. Neben der Stromerzeugung kann Geothermie auch zur Beheizung von Gebäuden, dem Betrieb von Gewächshäusern und der Unterstützung von Aquakulturen genutzt werden.

Mit Projekten wie Fervo Cape könnte die geothermische Energiegewinnung in den kommenden Jahren erheblich an Bedeutung gewinnen. Dies ist besonders wichtig, da die USA das ehrgeizige Ziel verfolgen, bis 2035 einen kohlenstofffreien Energiesektor zu erreichen.

Geothermie in Deutschland

Laut Bundesverband Geothermie sind derzeit (Stand 2024) 43 Anlagen in Betrieb, die tiefe Geothermie nutzen. Diese teilen sich in 32 Heizwerke und 11 Kraftwerke auf. Die meisten dieser Anlagen können Wärme und Strom erzeugen, es gibt aber auch zwei Anlagen, die nur Strom produzieren. Die installierte thermische Leistung beträgt 407 MW, die installierte elektrische Leistung 47 MW.

Bei der oberflächennahen Geothermie (Bohrtiefe < 400 m) ist der Ausbau weiter fortgeschritten. Insgesamt gibt es in Deutschland über 470.000 Anlagen, wobei hier auch Erdwärmesonden und Erdwärmekollektoren berücksichtigt sind. Die installierte Leistung beträgt ca. 4700 MW. Der Bundesverband schätzt, dass jährlich etwa 26.000 neue Anlagen hinzukommen.

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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