Wasserstoff-Infrastruktur 04.03.2025, 07:00 Uhr

Wasserstoff sicher nutzen: Diese Sensoren machen es möglich

Forschende des Fraunhofer-Instituts für Physikalische Messtechnik IPM haben verschiedene Sensorsysteme entwickelt, mit denen sie Lecks in Wasserstoffleitungen und -tanks erkennen können. Die Technologien ermöglichen eine kontinuierliche Überwachung von Wasserstofftransporten und Anlagen in der chemischen Industrie.

Kleiner grauer Kasten auf einer Metallstange montiert. Hierbei handelt es sich um einen innovativen Laser für die Wasserstoffinfrastruktur.

Der neu entwickelte Ultraschallsensor ist in der Lage, Wasserstoff-Behälter, -Leitungen oder -Verbindungsstücke zu überprüfen.

Foto: Fraunhofer IPM

Wasserstoff ist gasförmig, dabei unsichtbar, geruchlos, leicht brennbar und explosiv. Geht es darum, eine sichere Infrastruktur aufzubauen, sind dazu auch zuverlässige Technologien notwendig, mit denen sich Leckagen in Leitungen, Speichern und Anschlussstellen aufspüren lassen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Physikalische Messtechnik IPM in Freiburg haben genau für dieses Einsatzszenario spezielle Sensor- und Messsysteme entwickelt.

Goldgräberstimmung: Auf der Suche nach verstecktem Wasserstoff in der Erde

Die Technologien sind in der Lage, selbst geringste Mengen an ausströmendem Wasserstoff präzise zu identifizieren und somit potenzielle Gefahrenquellen schnell zu lokalisieren. Um den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Wasserstoff gerecht zu werden, haben die Fraunhofer-Forschenden drei unterschiedliche Sensorsysteme konzipiert: einen Ultraschallsensor mit photoakustischem Effekt, einen Laserspektrometer und die Raman-Spektroskopie.

Sensoren für Wasserstoff: vielseitig und präzise

Das erstgenannte System nutzt den photoakustischen Effekt, bei dem Licht das Gas zum Schwingen anregt und dadurch eine Ultraschallwelle erzeugt. Gelangt Wasserstoff durch eine Membran in das Sensorgehäuse, kommt es zu einer messbaren Veränderung der Resonanzfrequenz. MEMS-Mikrofone registrieren diese Tonverschiebung und ermöglichen so die Detektion von austretendem Gas aus Tanks oder Leitungen. MEMS steht für mikroelektromechanische Systeme. Laut Carolin Pannek, Leiterin des Teilprojekts Sichere Infrastruktur am Fraunhofer IPM, eignet sich dieser Sensor für die Überprüfung von Behältern, Rohrleitungen und Verbindungsstücken. Durch die Vernetzung mehrerer Geräte zu einem Sensornetzwerk sei auch eine flächendeckende Überwachung möglich.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
AM Planungsgesellschaft für technische Gebäudeausrüstung mbH-Firmenlogo
Projektingenieur / Techniker Versorgungstechnik HLSK (m/w/d) AM Planungsgesellschaft für technische Gebäudeausrüstung mbH
Mannheim Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur für Streckenplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Stadtwerke Rastatt GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Bauingenieur oder Versorgungsingenieur Stadtwerke Rastatt GmbH
Rastatt Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur als Bauwerksprüfer (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Fachingenieur für Streckenplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Werner Sobek AG-Firmenlogo
Projektingenieure / Projektleiter Gebäude- / Versorgungstechnik (m/w/d) Werner Sobek AG
Frankfurt, Stuttgart, Weinheim, Mannheim Zum Job 
LWL-PsychiatrieVerbund Westfalen-Firmenlogo
Diplom-Ingenieur:in oder Bachelor of Engineering (FH) der Fachrichtung Nachrichtentechnik (m/w/d) LWL-PsychiatrieVerbund Westfalen
Lippstadt, Warstein Zum Job 
HOERBIGER Flow Control GmbH-Firmenlogo
Industrial Engineer (w/m/d) HOERBIGER Flow Control GmbH
Altenstadt Zum Job 
Stadtwerke Wolfenbüttel GmbH-Firmenlogo
Bereichsleiter Technik (m/w/d) Stadtwerke Wolfenbüttel GmbH
Wolfenbüttel Zum Job 
Stadt Neumünster-Firmenlogo
Ingenieur*in in der Fachrichtung Architektur Stadt Neumünster
Neumünster Zum Job 
Dürkopp Fördertechnik GmbH-Firmenlogo
Electrical Automation Engineer (m/w/d) - R&D Department Dürkopp Fördertechnik GmbH
Bielefeld Zum Job 
Stadtreinigung Hamburg-Firmenlogo
Ingenieur (all genders) Hochbau Stadtreinigung Hamburg
Hamburg Zum Job 
WipflerPLAN Planungsgesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektingenieur / Planungsingenieur (m/w/d) für Siedlungswasserwirtschaft WipflerPLAN Planungsgesellschaft mbH
Donauwörth, München-Ost (Grasbrunn), München-West (Planegg), Pfaffenhofen an der Ilm Zum Job 
Thüringer Landgesellschaft mbH-Firmenlogo
Sachbearbeiter Bereich Wasserwirtschaft (m/w/d) Thüringer Landgesellschaft mbH
Erfurt-Mittelhausen Zum Job 
Stadtreinigung Hamburg-Firmenlogo
Ingenieur (all genders) Tiefbau Stadtreinigung Hamburg
Hamburg Zum Job 
TenneT-Firmenlogo
HSE Manager Baustellen & Infrastrukturprojekte (m/w/d) TenneT
VDZ Service GmbH-Firmenlogo
Auditor (m/w/d) für die Validierung von Umweltmerkmalen und für die Produktzertifizierung VDZ Service GmbH
Düsseldorf Zum Job 
Thüringer Landgesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektingenieur Wasserbau (m/w/d) Thüringer Landgesellschaft mbH
Erfurt, Meiningen, Neustadt an der Orla, Sondershausen Zum Job 
Thüringer Landgesellschaft mbH-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Thüringer Landgesellschaft mbH
Handtmann Reutlingen GmbH-Firmenlogo
Elektrokonstrukteur / Electrical Design Engineer (m/w/d) EPLAN P8 Handtmann Reutlingen GmbH
Reutlingen Zum Job 

Die reine Erkennung von Leckagen ist nicht das einzige, das der Ultraschallsensor leisten kann. Da er äußert genau arbeitet, erkennt er nach Aussage der Forschenden selbst minimale Verunreinigungen des Wasserstoffs durch Fremdmoleküle. Diese Fähigkeit ist insbesondere für den Einsatz in Brennstoffzellen von großer Bedeutung, da diese ausschließlich mit absolut reinem Wasserstoff betrieben werden und durch kleinste Unreinheiten Schaden nehmen können. Solche Brennstoffzellen kommen zum Beispiel in Lkw zum Einsatz und erzeugen dort Strom. Hier kommt der Sensor zum Einsatz, um die Qualität des eingesetzten Gases kontinuierlich zu überwachen und sicherzustellen. Dank seiner Vielseitigkeit und Präzision eröffnet der Ultraschallsensor somit neue Möglichkeiten für die sichere Nutzung von Wasserstoff in verschiedensten Bereichen.

Laserspektrometer als Sensor für Wasserstoff

Eine weitere Innovation vom Team des Fraunhofer IPM ist ein Laserspektrometer. Er kann vor allem aus der Ferne das Trägermittel Ammoniak erkennen. Dieses Gas ist zwar einerseits wichtig, weil es Speicherung und Transport von Wasserstoff deutlich vereinfacht, andererseits ist es aber eben auch besonders giftig. Das entwickelte Laserspektrometer absorbiert die Wellenlänge von Ammoniak und zeigt das Ergebnis unmittelbar auf einem Display an. „Fachkräfte können das kompakte Gerät in der Hand halten und so Rohrleitungen oder Tanks aus sicherer Entfernung von bis zu 50 Metern prüfen. Auf Roboter oder Drohnen montiert prüft es Industrieanlagen oder fliegt über Pipelines“, sagt Pannek.

Raman-Spektroskopie: Sensoren erkennen Wasserstoff

Als dritte Technologie haben die Fraunhofer-Forschenden die Raman-Spektroskopie weiterentwickelt, um Wasserstoff in komplexen Medien selektiv auszumachen. Dieses Verfahren basiert auf der Wechselwirkung zwischen Licht und Materie, bei der das reflektierte Licht eine andere Wellenlänge aufweist als das eingestrahlte Licht. Auf diese Art und Weise entsteht bei der Materie ein spektroskopischer Fingerabdruck. Durch jahrelange Erfahrung in der Entwicklung von Raman-Systemen ist es den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gelungen, einen filterbasierten Raman-Sensor zu konstruieren, der kostengünstige Komponenten wie eine CMOS-Kamera nutzt (CMOS steht für Complementary Metal Oxide Semiconductor). Das mobile Gerät eignet sich als flexible Prüfstation zur Quantifizierung von Wasserstoff, beispielsweise bei dessen Erzeugung in der Energiewirtschaft.

Ein wesentlicher Vorteil der am Fraunhofer IPM entwickelten Sensorsysteme liegt in ihrer Flexibilität. Die Geräte sind so konzipiert, dass sie an verschiedene Anwendungsszenarien angepasst werden können: ob in der Industrie, bei Energieversorgern oder in Wasserstoffprojekten. Projektleiterin Carolin Pannek sieht in den innovativen Technologien einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft: „Der Startschuss für den Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur kann fallen.“

Ein Beitrag von:

  • Nina Draese

    Nina Draese hat unter anderem für die dpa gearbeitet, die Presseabteilung von BMW, für die Autozeitung und den MAV-Verlag. Sie ist selbstständige Journalistin und gehört zum Team von Content Qualitäten. Ihre Themen: Automobil, Energie, Klima, KI, Technik, Umwelt.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.