H2 auf der Schiene 16.10.2025, 12:00 Uhr

Wasserstoff für die Bahn: Brandenburg baut 4-MW-Elektrolyseur

Die Wasserstoffzüge der Heidekrautbahn fahren schon seit Monaten – ein eigener Elektrolyseur entsteht erst jetzt. Was die 4-MW-Anlage auszeichnet und wie sie den H2-Zugverkehr in Brandenburg stabilisieren könnte.

Spatenstich für das H2-Werk Wensickendorf. Enrico Wießner (Baudezernent Oranienburg), Dr. Anne Bendzulla (Vorstandsmitglied ENERTRAG SE), David Schenker (Projektleiter ENERTRAG SE), Alexander Gehling (NOW GmbH)

Spatenstich für das H2-Werk Wensickendorf.

Foto: Angela Regenbrecht

In Wensickendorf (Landkreis Oberhavel) hat Projektierer Enertrag den Spatenstich für einen 4-MW-Elektrolyseur gesetzt. Ab 2026 soll die Anlage der Firma Kyros Hydrogen Solutions 380 t grünen Wasserstoff pro Jahr erzeugen.

Die Besonderheit: 230 t – etwa 60 % der Produktion – gehen direkt an die Heidekrautbahn (RB27). Hier sind schon seit Dezember 2024 sechs Siemens Mireo Plus H Wasserstoffzüge im Einsatz – doch zunächst haperte es bei der Versorgung. Der neue Elektrolyseur könnte Abhilfe schaffen.

Wie funktioniert die Wasserstoffproduktion vor Ort?

Laut Enertrag nutzt die Anlage überschüssigen Strom aus regionalen Wind- und Solarparks. Der Wasserstoff wird dann vor Ort komprimiert und gespeichert. „Wir produzieren grünen Wasserstoff dort, wo er gebraucht wird“, erklärte Vorständin Dr. Anne Bendzulla. Brandenburg beweise mit der Anlage „einmal mehr seine Vorreiterrolle in der Energiewende“.

Stellenangebote im Bereich Energie & Umwelt

Energie & Umwelt Jobs
TenneT TSO GmbH-Firmenlogo
Sachbearbeiter für Wandler in Umspannwerken (m/w/d) TenneT TSO GmbH
Stadtwerke Lübeck Gruppe GmbH-Firmenlogo
Projektleiter:in Konzeption, Planung, Bau und Einsatz Fernwärmeanlagen Stadtwerke Lübeck Gruppe GmbH
Lübeck Zum Job 
Landeshauptstadt Hannover-Firmenlogo
Ingenieur*in - Versorgungstechnik oder Energie- und Gebäudetechnik Landeshauptstadt Hannover
Hannover Zum Job 
noris network AG-Firmenlogo
Ingenieur (m/w/d) für Versorgungstechnik - Rechenzentrumsbau noris network AG
Nürnberg Zum Job 
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*in / Projektmanager*in (m/w/d) in der Steuerung von Großprojekten im Bereich Energiewende THOST Projektmanagement GmbH
Stadtwerke Essen AG-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker (gn) für Kanal- und Entwässerungsplanung Stadtwerke Essen AG
Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden (OTH)-Firmenlogo
Professur (m/w/d) der BesGr. W2 für das Lehrgebiet Solarenergie und Gebäudeautomation Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden (OTH)
Stadt Offenburg-Firmenlogo
Vermessungsingenieur*in Baulandbereitstellung Fachbereich Bauservice, Abteilung Flächenmanagement Stadt Offenburg
Offenburg Zum Job 
Berliner Stadtreinigung (BSR)-Firmenlogo
Betriebsleiter:in Biogasanlage (w/m/d) Berliner Stadtreinigung (BSR)
Berlin-Ruhleben Zum Job 
swa Netze GmbH-Firmenlogo
Elektroingenieur (m/w/d) Einspeiseanlagen mit Führungsperspektive swa Netze GmbH
Augsburg Zum Job 
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung-Firmenlogo
Ingenieurinnen / Ingenieure (w/m/d) für Versorgungstechnik bzw. Gebäudeautomation Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)-Firmenlogo
Leiterin / Leiter Projektträgerschaft "Projektgeförderte Endlagerforschung" (w/m/d) Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Eggenstein-Leopoldshafen Zum Job 
Freie Universität Berlin-Firmenlogo
Technische*r Oberregierungsrat*rätin (m/w/d) oder Ingenieur*in (m/w/d) im technischen Anlagenbetrieb als Referatsleitung für Betriebstechnik und die bauliche Unterhaltung Freie Universität Berlin
Berlin-Wilmersdorf Zum Job 
Rolls-Royce-Firmenlogo
Projektingenieur (m/w/d) Elektrotechnik Rolls-Royce
Friedrichshafen Zum Job 
Stadt Freiburg-Firmenlogo
Ingenieur*in / Techniker*in / Meister*in Elektrotechnik als Projektleitung Stadt Freiburg
Freiburg Zum Job 
European Energy A/S-Firmenlogo
Grid Connection Specialist - Wind / PV (m/w/d) European Energy A/S
Markkleeberg bei Leipzig Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur für Straßenplanung und -entwurf / Immissionsschutz (m/w/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Regensburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Südbayern-Firmenlogo
Ingenieur (m/w/d) Stoffstrom- und Abfallmanagement für die Außenstelle München-Maisach Die Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Südbayern
München-Maisach Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Südbayern-Firmenlogo
Sachbearbeiter Wassertechnik - Gewässerschutzbeauftragter (m/w/d) in der Außenstelle Maisach Die Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Südbayern
Maisach Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Südbayern-Firmenlogo
Umweltingenieur / Umwelttechniker als Ingenieur Abfallmanagement im Betrieb für die Außenstelle München-Maisach (m/w/d) Die Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Südbayern
Maisach Zum Job 

Im „Wasserstoffschiene Heidekrautbahn“ kooperiert Enertrag als Produzent mit der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) als Betreiberin. Die BTU Cottbus-Senftenberg und das DLR leisten wissenschaftliche Begleitung.

Der Weg zur Tankstelle in Basdorf beträgt mit der neuen Anlage nur noch rund 20 km – ein großer Vorteil für den Betriebsablauf. Doch bis zum Start im Jahr 2026 bleibt die Heidekrautbahn auf externe Lieferungen per Lkw-Trailer angewiesen.

Lesen Sie auch:

Ersatz für Lkw-Trailer

Die sieben Siemens Mireo Plus H Züge müssen mangels lokaler Produktion extern versorgt werden. Diese Abhängigkeit führte im Januar zu Betriebseinschränkungen. Trailerlieferungen stockten, die Anzahl der H₂-Loks wurde reduziert. Stattdessen kamen wieder Dieselzüge zum Einsatz.

„Dass die Energiewende nicht konfliktfrei erreicht werden kann, wissen wir hier allzu gut“, sagt Oranienburgs Bürgermeister Alexander Laesicke. Wensickendorf warte „sehnsüchtig“ auf die Anbindung. Der Bau des neuen Elektrolyseurs sei daher „entscheidend, mutig und richtig“.

Fest steht: Die lokale Produktion eliminiert die komplexe Koordination verschiedener H₂-Lieferanten mit unterschiedlichen Druckniveaus. Statt manueller Trailerbetankung ermöglicht der Elektrolyseur ab 2026 eine automatisierte Direkteinspeisung.

Ein Zug mit Wasserstoffantrieb der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) ist auf der Linie der Heidekrautbahn am Bahnhof in Basdorf angekommen. Zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember sind in Brandenburg erstmals auch Züge mit Wasserstoffantrieb im Einsatz. Sie fahren unter anderen auf der sogenannten Heidekrautbahn zwischen Berlin und Groß Schönebeck beziehungsweise Schmachtenhagen. Sowohl auf der Heidekrautbahn als auch im Netz Ostbrandenburg sind viele Strecken noch nicht elektrifiziert.

Die Heidekrautbahn verkehrt im Norden von Berlin über den Landkreis Barnim bis in die Schorfheide.

Foto: picture alliance/dpa | Patrick Pleul

Welche Leistungsdaten erreicht das System?

Mit seiner Jahresproduktion von 380 t liegt das Modell in einem typischen Leistungsspektrum. Die davon reservierten 230 t Treibstoff für die Heidekrautbahn sollen 1,1 Mio. l Diesel und  3000 t CO₂ pro Jahr ersetzen. Die restlichen 150 t stehen potenziell für weitere regionale Abnehmer bereit.

„Das Verbundvorhaben verdeutlicht, welche Stärke in der Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik liegt“, kommentierte Dagmar Fehler, CEO der staatlichen NOW GmbH. Die NOW begleitet das 25-Mio.-€-Projekt für das Bundesverkehrsministerium.

Für wen lohnt sich das Konzept?

Wasserstoffantriebe können sich auf nicht elektrifizierten Strecken rechnen, wo Oberleitungen 1 Mio. € bis 2 Mio. €  pro Kilometer kosten. Bei der Heidekrautbahn kämen so über 100 Mio. € zusammen. Dezentrale Wasserstoffproduktion ist wiederum überall möglich, wo erneuerbarer Strom verfügbar ist.

Wenn der Elektrolyseur 2026 in Betrieb geht, wird sich zeigen, ob eine lokale H₂-Erzeugung den Wasserstoffbahnverkehr stabiler macht – und die Heidekrautbahn damit vielleicht doch noch ein Modell für andere Regionen wird. Fehler betonte, die NOW werde als Vertreterin der Bundesregierung dafür sorgen, dass „solche Leuchtturmprojekte bundesweit Schule machen können“.

Ein Beitrag von:

  • Magnus Schwarz

    Magnus Schwarz schreibt zu den Themen Wasserstoff, Energie und Industrie. Nach dem Studium in Aachen absolvierte er ein Volontariat und war mehrere Jahre als Fachredakteur in der Energiebranche tätig. Seit Oktober 2025 ist er beim VDI Verlag.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.