Heizen mit Umweltwärme 04.06.2025, 11:30 Uhr

Wärmepumpen im Aufwind – trotz Rückgang in der Produktion

Wärmepumpen dominieren 2024 den Neubau in Deutschland. Nach Produktionsrückgang steigt der Absatz 2025 wieder an. Politische Klarheit bleibt entscheidend.

Wärmepumpen

Rund 70 % der Neubauten in Deutschland wurden 2024 mit Wärmepumpen ausgestattet.

Foto: PantherMedia / Brebca (YAYMicro)

In Deutschlands Neubauten hat sich die Wärmepumpe als Standardlösung für das Heizen etabliert. 2024 wurden fast sieben von zehn Wohngebäuden mit dieser Technologie ausgestattet. Besonders in Ein- und Zweifamilienhäusern spielt sie eine zentrale Rolle. Auch das erste Quartal 2025 zeigt: Die Nachfrage zieht wieder an. Doch Unsicherheiten in der Politik bremsen weiterhin das große Ziel.

2024: Wärmepumpe dominiert

Laut Statistischem Bundesamt nutzten 69,4 % der 2024 fertiggestellten Wohngebäude Wärmepumpen als primäre Heizquelle. Das bedeutet: Fast drei Viertel der Neubauten heizen mit Umwelt- oder Erdwärme. Damit stieg der Anteil gegenüber 2023 um rund 5 Prozentpunkte. Noch deutlicher fällt der Vergleich mit 2014 aus, als dieser Wert bei lediglich 31,8 % lag.

In Ein- und Zweifamilienhäusern lag der Anteil sogar bei 74,1 %. In Mehrfamilienhäusern ist die Technik bislang weniger verbreitet – hier entschieden sich 45,9 % der Bauherr*innen für eine Wärmepumpe. Zwar deutlich weniger, doch auch hier ist die Tendenz steigend.

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Erneuerbare dominieren Neubauten

Neben Wärmepumpen gewinnen auch andere erneuerbare Energien an Bedeutung: Holzpellets, Biogas oder Solarthermie werden vereinzelt eingesetzt. Insgesamt werden inzwischen 73,9 % der neuen Wohngebäude primär mit erneuerbaren Energien beheizt. 2014 lag dieser Wert noch bei 38,5 %.

Rechnet man ergänzende Lösungen wie Kaminöfen oder Solarthermie hinzu, steigt der Anteil sogar auf 82,3 %. Nur noch 15 % der Neubauten setzen auf Gasheizungen. Vor zehn Jahren war es noch mehr als die Hälfte. Ölheizungen spielen mit einem Anteil von 0,3 % praktisch keine Rolle mehr.

Wohngebäude primäre Heizenergie

Genehmigungen zeigen klaren Trend

Ein Blick auf die Planung unterstreicht den Wandel: Von den rund 54.800 im Jahr 2024 genehmigten Neubauten sollen 84,8 % mit erneuerbaren Energien heizen – 81,0 % davon konkret mit Wärmepumpen. Nur 3,7 % sollen noch mit Erdgas versorgt werden.

Der Trend ist eindeutig. Bei Neubauten gelten Wärmepumpen inzwischen als Standardlösung – zumindest auf dem Papier.

Im Altbau sieht es anders aus

Während Wärmepumpen bei Neubauten dominieren, sieht die Realität im Bestand noch anders aus. Der Zensus 2022 zeigte: 53,9 % der Wohngebäude werden mit Gas beheizt, 24,7 % mit Öl. Nur 10,2 % nutzen erneuerbare Energien als primäre Heizquelle. Hier spielen Wärmepumpen bislang eine untergeordnete Rolle – vor allem wegen technischer und wirtschaftlicher Hürden beim nachträglichen Einbau.

Produktion 2024 stark eingebrochen

Trotz steigender Anteile im Neubau schrumpfte die Produktion deutlich. 2024 wurden in Deutschland rund 162.400 Wärmepumpen gefertigt – ein Rückgang von 59,4 % im Vergleich zu 2023. Auch der Export brach ein: minus 40,2 %. Der Import sank ebenfalls, um knapp 28 %.

Ursache war vor allem die Verunsicherung durch politische Diskussionen um das Gebäudeenergiegesetz (GEG). Viele Verbraucher*innen verschoben geplante Investitionen.

Produktion Wärmepumpen Deutschland

2025: Absatz zieht wieder an

Zu Jahresbeginn 2025 kehrte die Nachfrage zurück. Im ersten Quartal stieg der Absatz um 35 % gegenüber dem Vorjahr – auf 62.000 Stück. Für das Gesamtjahr rechnet der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) mit 260.000 verkauften Geräten. Das wäre ein deutlicher Anstieg gegenüber 2024 (193.000 Stück), aber noch weit vom ursprünglichen Ziel von 500.000 Stück entfernt.

Der Geschäftsführer des BWP, Martin Sabel, kommentierte: „Wir sehen Licht am Ende des Tunnels.“ Er nannte die staatliche Heizungsförderung als Hauptgrund für die Trendwende. Diese sei nun etabliert und wirke.

Politische Rahmenbedingungen entscheidend

Die Zukunft der Wärmepumpe hängt stark von politischer Stabilität ab. Das neue Gebäudeenergiegesetz soll alte Heizungen schrittweise ersetzen. Doch die voraussichtliche neue Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD plant Änderungen: Das Gesetz soll technologieoffener, flexibler und einfacher werden. Die Förderung bleibt – vorerst.

Der BWP mahnt zur Eile. Sabel betonte: „Die Branche kann nichts weniger gebrauchen als Unsicherheit und unklare Rahmenbedingungen.“ Es brauche klare und verlässliche Vorgaben – nicht nur national, sondern auch im Einklang mit EU-Vorgaben.

Welche Technologien dominieren?

Es gibt drei gängige Wärmepumpentypen:

  • Luft-Wasser-Wärmepumpen: Sie gewinnen Wärme aus der Umgebungsluft. 2024 waren sie mit 178.000 verkauften Geräten die mit Abstand am häufigsten genutzte Variante.
  • Sole-Wasser-Wärmepumpen: Diese Systeme nutzen Erdwärme über Erdsonden oder Kollektoren.
  • Wasser-Wasser-Wärmepumpen: Sie arbeiten mit Grundwasser als Energiequelle – allerdings nur dort, wo die Voraussetzungen dafür stimmen.

Die Luft-Wasser-Technik hat sich durch ihre vergleichsweise einfache Installation in Neubauten durchgesetzt. (mit Material der dpa)

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Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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