Energiewende im Gebäudesektor 25.02.2026, 17:00 Uhr

Gebäudemodernisierungsgesetz: Habecks „Heizungshammer“ abgeräumt

In Zukunft dürfen alle heizen, wie sie wollen. Sie müssen es in Zukunft aber auch bezahlen können. Es droht ein Kostenhammer. Eine Analyse.

Ältere Ölheizung im Heizungskeller eines Privathauses

Eine ältere Ölheizung steht im Keller eines Einfamilienhauses. Die Bundesregierung will die Pflicht zur Erneuerung solcher Heizungen abschaffen. Dafür hat sie am 24. Februar 2026 ein Eckpunkztepapier für ein Gebäudemodernisieungsgesetz vorgelegt.

Foto: picture alliance/dpa | Felix Hörhager

Es war höchste Zeit: In Baden-Württemberg stehen am 8. März Landtagswahlen an. Und es galt ein widerspenstiges Thema abzuräumen, bei dem länger vieles unklar war. Am Abend des 24. Februar traten daher die Fraktionsspitzen der Bundesregierung vor die Presse: Jens Span (CDU/CSU) und Matthias Miersch (SPD). Ein fünfseitiges Eckpunktepapier zum neuen Gebäudemodernisierungsgesetz, kurz GMG.

Das soll endlich Habecks „Heizungshammer“, fachsprachlich Gebäudeenergiegesetz (GEG), ablösen. Irgendwann bis zum Sommer, bis zur parlamentarischen Sommerpause. Denn noch ist nicht alles geklärt. Ein politisches Kompromisspapier also, das Stand heute bestimmte Knackpunkte in die nähere Zukunft auslagert. Die wichtigsten Eckpunkte des Papiers:

  • Die Bundesregierung will liefern und den Heizungshammer abräumen. Alle sollen wieder „technologieoffen“ heizen dürfen. Wer Öl- oder Gasheizungen neu einbauen oder länger nutzen will, darf das. Die pauschale Pflicht, dass jede neu eingebaute Heizung mit 65 % erneuerbaren Energien betrieben werden soll, entfällt.
  • Fördergelder sprudeln weiter: Wer Wärmepumpe und Co. einbauen will, soll weiterhin Fördergeld bis 2029 bekommen. Wie viel? Noch unklar. Ein potenzieller Streitpunkt bis zur Sommerpause.
  • Der Klimaschutz im Heizungskeller setzt nicht bei Wählerinnen und Wählern an, sondern bei den Öl- und Gaslieferanten. Die sollen verpflichtend treibhausgasneutrale Brennstoffe anteilig beimischen. Ein bewährtes Konzept, das macht der Verkehr ja mit E5- und E10-Sprit vor. Unterschieden wird zwischen Bestands- und Neuanlagen. Ab 2028 gibt es für bestehende Anlagen ein Grüngasquote von 1 %. Neue Anlagen ab 2029 müssen 10 % nachweisen.
  • Kritikpunkt: Bei Öl- und Gasheizungen droht perspektivisch eine Kostenfalle. Unter anderem genau durch diese Beimischungsregelung. Denn die klimaneutralen Ersatzstoffe dürften auch längerfristig teurer sein als herkömmliches Öl und Gas. Also wird für alle Öl- und Gasheizungsfans das Heizen teurer. Zusätzlich dazu, dass ja auch ein CO2-Preis auf Dauer anfällt. Und zusätzlich dazu, dass immer weniger Gasbrenner das gleiche Gasnetz nutzen. Dessen Erhalt und Nutzung wird dann pro Nutzer teurer.

Was „technologieoffen“ in deutschen Heizungskellern heißt

Die Bundesregierung hat Wort gehalten, da legte CDU/CSU-Fraktionsgeschäftsführer Jens Spahn großen Wert drauf. „Der Heizungskeller wird damit wieder zur Privatsache.“ „Technologieoffen“ heiße dabei: „Die Bürger haben wieder selbst die Entscheidung, wie sie heizen“, so Spahn. Ob sie jetzt eine neue Gasheizung brauchen, oder der 40 Jahre alte Ölkessel einfach noch 10 Jahre weiter durchhalten soll. Hier die Pressekonferenz im Mitschnitt:

Stellenangebote im Bereich Energie & Umwelt

Energie & Umwelt Jobs
Netz Leipzig GmbH-Firmenlogo
Teamleitung (m/w/d) Leitstelle Strom Netz Leipzig GmbH
Leipzig Zum Job 
Duale Hochschule Sachsen (DHSN)-Firmenlogo
W2-Professur für "Umweltanalytik und Umwelttechnik" (m/w/d) Duale Hochschule Sachsen (DHSN)
GW Batterien GmbH-Firmenlogo
Anwendungstechniker (m/w/d) GW Batterien GmbH
Zwickau Zum Job 
naturenergie netze GmbH-Firmenlogo
Ingenieur als Teamleiter Netzleitstelle (m/w/d) naturenergie netze GmbH
Rheinfelden (Baden), Donaueschingen Zum Job 
AOK Hessen. Die Gesundheitskasse.-Firmenlogo
Ingenieur / Elektrotechniker (m/w/d) AOK Hessen. Die Gesundheitskasse.
Groß-Gerau Zum Job 
Alltech Dosieranlagen GmbH-Firmenlogo
Vertriebs- und Projektingenieur (m/w/d) Schwerpunkt: Verfahrenstechnik / Umwelttechnik / Elektrotechnik Alltech Dosieranlagen GmbH
Weingarten Zum Job 
Stadtwerke Potsdam GmbH-Firmenlogo
Experte (m/w/d) Energieinfrastruktur und Bauprojekte - Planung und Realisierung - Stadtwerke Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
SOCON Sonar Control Kavernenvermessung GmbH-Firmenlogo
Vermessungsingenieur / Geodäsie (m/w/d) SOCON Sonar Control Kavernenvermessung GmbH
Gießen Zum Job 
Stadtwerke Essen AG-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker (gn) für Kanal- und Entwässerungsplanung Stadtwerke Essen AG
ista SE-Firmenlogo
Projektingenieur - Technische Gebäudeausrüstung und Energiedienstleistungen (m/w/d) ista SE
Region Hamburg, Berlin oder Düsseldorf / Köln (West) Zum Job 
Landkreis Wesermarsch-Firmenlogo
Diplom-Ingenieur*in (m/w/d) / Bachelor / Master der Fachrichtungen Agrarwirtschaft, Landespflege, Landschaftsplanung/-entwicklung oder Landschaftsökologie Landkreis Wesermarsch
Forschungszentrum Jülich GmbH-Firmenlogo
PhD Position - Techno-economic assessment of geothermal plants with material co-production in energy systems Forschungszentrum Jülich GmbH
Jülich Zum Job 
Landkreis Friesland-Firmenlogo
Kommunaler Energiemanager (m/w/d) Landkreis Friesland
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Ingenieur (w/m/d) für Geotechnik, Abfall, Altlasten und Georisiken Die Autobahn GmbH des Bundes
Nürnberg Zum Job 
Stadt Heidelberg-Firmenlogo
Ingenieurin / Ingenieur für Arbeitsschutz und Immissionsschutz (m/w/d) Stadt Heidelberg
Heidelberg Zum Job 
BG ETEM-Firmenlogo
Ingenieur/in (m/w/d) als Referent/in für unser Branchenkompetenzcenter BG ETEM
Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main-Firmenlogo
Ingenieur*in Energie, Klimaschutz und Transformation (w/m/d) Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main
Frankfurt Zum Job 
Hochschule Emden/Leer-Firmenlogo
Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in im Projekt "OS-Lotse" Hochschule Emden/Leer
HIC Consulting-Firmenlogo
Geschäftsführer (m/w/d) HIC Consulting
Hamburg Zum Job 
Stadt Langenhagen-Firmenlogo
Leiter (m/w/d) der Abteilung Stadtgrün und Friedhöfe Stadt Langenhagen
Langenhagen Zum Job 

Dabei geht es bei Technologieoffenheit weniger um Technologie als um Wählerstimmen. Das Gefühl, dass eine Regierung sich in den eigenen vier Wänden einmischt, erzeugt Unbehagen. De facto waren im letzten Jahr (Januar bis Oktober 2025, so die letzten Zahlen des BDEW) in Deutschland nur noch 0,1 % der Heizungen in Neubauten Ölheizungen, 3,6 % Gasheizungen und 22,4 % Fernwärme. Zwei Drittel (67,5 %) waren mit Wärmepumpen ausgestattet.

2015 waren noch über die Hälfte (50,3 %) aller Heizungen in Neubauten Gasheizungen. Das bildet sich auch mit Blick auf den Gebäudebestand ab. Der wichtigste Heizungstyp im Bestand ist mit 56,2 % laut BDEW Gas (Bezugsjahr: 2024). Und immerhin in noch 17,3 % des Wohnungsbestandes stehen Ölheizungen, gefolgt von Fernwärme (15,5 %). Heizsysteme auf Basis erneuerbarer Energien und Strom lagen 2024 bei 4,0 % (Elektro-Wärmepumpen, Solar-/Geothermie).

Förderung für neue klimafreudliche Heizungen soll weiterlaufen

Der Neubau von Heizungen, er stockt erheblich, wie unlängst der Branchenverband BDH beklagte. Der „niedrigste Stand seit 15 Jahren“ in der Jahresbilanz der Deutschen Heizungsindustrie bedeutete, dass 2025 nur 627.000 Anlagen verkauft worden seien, 12 % weniger als noch im Vorjahr. Da ist es wichtig, dass in den Eckpunkten zum GMG steht, dass die Fördergelder für klimaverträgliche Heizungsarten bis 2029 weiter bereitstehen sollen.

Trotzdem wird mit dem gestrigen Papier akut keine Heizungsneuanschaffungswelle anrollen, denn noch weiß niemand, wie groß im neuen GMG der Fördertopf denn im Endeffekt ausgeflaggt wird und was wie hoch gefördert wird. Das muss noch ausgehandelt werden. „Die auskömmliche Finanzierung der Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) wird bis mindestens 2029 sichergestellt“, heißt es zumindest im Eckpunktepapier. Das reicht dem BDH, um „ein wesentliches Signal für Verbraucher, Hersteller, Handel und Handwerk“ zu sehen. „Unsere Branche hat in den vergangenen Jahren massiv investiert, insbesondere in Wärmepumpenkompetenzen und – Kapazitäten. Diese Investitionen brauchen Verlässlichkeit“, so der Verband weiter. Von Öl- und Gasheizungen sprach der Verband nicht.

Dennoch verträgt der Markt die Unsicherheit der genauen Förderhöhe nicht. Die Käuferinnen und Käufer neuer Heizungen werden, wenn sie die Zeit haben, weiter abwarten, bis sich das endgültig geklärt hat. Damit die neue Heizung aber im Herbst ihren Dienst aufnehmen kann, müsste sie im Sommer eingebaut werden. Da aber das auch ein Thema bei den Landtagswahl sein könnte, und Anfang und Mitte September in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gewählt wird, besteht Hoffnung, dass sich die Bundesregierung ranhält und diese Frage nicht auf die lange Bank schiebt.

Und damit kommen wir zum großen „Aber“ dieses Eckpunktepapiers, dem Klimaschutz und der Kostenfalle.

Klimaschutz durch treibhausgasneutrale Beimischungen zu Öl und Gas

Sobald es ans Geld geht, werden Menschen wie Unternehmen empfindlich. Bei Menschen, die wählen können, ist das für die Politik heikel, wie die letzte Bundestagswahl gezeigt hat. Mit Unternehmen lässt sich rationaler verhandeln. Daher der bewährte Schritt der jetzigen Bundesregierung – weg vom Einzelnen hin zu den Unternehmen in der Wertschöpfungskette. Die Öl- und Gasanbieter sollen ihre Brennstoffe nach einem Stufenplan dekarbonisieren; dann kann im Heizungskeller alles beim Alten bleiben. So wie beim Verkehr, wo eine 5-%-Bio-Beimischung zum Benzin Standard (E5) ist und eine 10-%-Beimischung (E10) als Alternative auf dem Markt etabliert.

Sibylle Braungardt, Gruppenleiterin Wärmewende und Effizienz beim Öko-Institut in Freiburg, sieht aber klimapolitische Folgen der entfallenden Regelungen: „Mit dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz entfallen zentrale Steuerungsinstrumente: die 65-%-Vorgabe beim Heizungstausch, Betriebsbeschränkungen für Altanlagen und das bisherige Auslaufen rein fossiler Heizungen bis spätestens 2044. Damit fehlt künftig eine klare ordnungsrechtliche Absicherung für den fossilen Ausstieg im Gebäudesektor – trotz des gesetzlich verankerten Ziels der Klimaneutralität bis 2045.“ Damit entstünde allein 2030 eine zusätzliche klimapolitische Lücke von rund 8 Mio. t CO₂. „Die Eckpunkte führen nicht aus, wie diese Differenz im Gebäudesektor geschlossen und die Klimaziele erreicht werden sollen“, so Braungardt.

Um den Klimaschutz voranzubringen darf es aber konsequenterweise bei 10 % nicht bleiben. Aber auch das hat die Bundesregierung in ihrem Eckpunktepapier nicht ausformuliert. Erfüllungsoptionen können Biomethan oder synthetische Kraftstoffe sein, die aus unterschiedlichen Ausgangsstoffen hergestellt werden können. Auf den Anteil dieser klimafreundlichen Kraftstoffe soll dann kein CO2-Preis fällig werden, der auf fossile Brennstoffe erhoben wird. Das soll einen Anreiz zum Umstieg schaffen.

Der Grüngasansatz der Bundesregierung ist zweigeteilt.

  • Biomethan und andere synthetische Brennstoffe, zum Beispiel auf Wasserstoffbasis, sollen sowohl direkt den Bestand dekarbonisieren, in dem ab 2028 eine 1-%-Quote eingeführt wird.
  • Ab 2029 soll für neue Heizungsanlagen mit fossilen Brennstoffen eine 10-%-Quote verbindlich sein. „Den weiteren Anstieg bis 2040 legen wir in drei Schritten im Gesetz fest. Entsprechende Tarife mit Bio-Anteil werden bereits heute von den Gas- und Öllieferanten angeboten und können derzeit schon abgeschlossen werden“, heißt es im Eckpunktepapier zum neuen Gebäudemodernisierungsgesetz.

Biomethan als Retter in der Not kan nur bedingt weiterhelfen

„Eine Grüngasquote von zunächst 1 % ist machbar. Entscheidend wird die Frage sein, wie die Verfügbarkeit entsprechend der Biotreppe für neue Gasheizungen darüber hinaus gesteigert werden kann. Hier bleibt die Koalition eine Antwort schuldig. Bislang gibt es nicht genug Wasserstoff und Biomethan“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), Ingbert Liebig.

Liebig dröselt auf: Die heutige Biomethannutzung sei mit 120 MWh jährlich gering, allerdings bestehe Ausbaupotenzial. „In der Gesamtschau lässt sich auf Basis der Studien abschätzen, dass bis zum Jahr 2030 zwischen 50 TWh und 100 TWh Biomethan bereitgestellt werden könnten.“ Immer abhängig davon, wer im Markt sonst noch das ja nur begrenzt vorhandene Biomethan haben will.

Heizungshammer abgeräumt – Kostenhammer ausgepackt

Wer mit Öl- und Gas, den klassischen fossilen Brennstoffen weiter heizen will, muss auf Dauer immer mehr bezahlen. Das ist logisch und die Analysen des jetzt vorgestellten Eckpunktepapier machen deutlich, warum es für die Menschen teurer werden wird. Hintergrund von allem ist der Klimaschutz. Der setzt darauf, dass fossile Energieträger irgendwann nicht mehr benötigt oder klimaneutral ersetzt werden.

Dass bei entsprechenden politischen Vorgaben neben Biomethan die Branchen auch entsprechende synthetische Brennstoffe liefern können, zum Beispiel synthetische Brennstoffe auf Basis von blauem und grünem Wasserstoff, davon ist auszugehen. Die Sache ist nur: Wie viel kostet das? Der Preis dieser zukünftigen Brennstoffe, die Öl und Gas in den entsprechenden Heizungstypen ablösen soll, gehört zu einem Bestandteil einer Kostenfalle, die die meisten Kritiker im jetzt vorgestellten System versteckt sehen. Dann hätte die Politik zwar geliefert – Wahlfreiheit beim Heizen – aber gleichzeitig einen Kostenhammer ausgepackt.

„Wasserstoff und synthetisches Methan sind auf absehbare Zeit knapp und müssen effizient eingesetzt werden. Daher haben sie im Heizungskeller in der Regel nichts verloren und drohen für Haushalte zur Kostenfalle zu werden“, sagte Malte Küper vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln der Deutschen Presseagentur (dpa). Auch VKU-Experte Liebig mahnt: Der Verband sehe „das Risiko, dass durch feste Quoten die Preise für grüne Gase durch die Decke schießen.“ Nach Angaben der Fraktionen verursache laut dpa Biogas für ein Einfamilienhaus mit durchschnittlichem Jahresverbrauch von 23.000 kWh aktuell Mehrkosten von bis zu 16 €/Monat. Bioöl sei bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3000 l pro Monat 23 € teurer.

Öl und Gas werden längerfristig teuerer werden – so oder so

Beim fossilen Öl- und Gas im Heizungskeller zu bleiben, macht es nicht preiswert. Auf fossile Brennstoffe ist auf Dauer eine CO2-Abgabe zu zahlen. Und die wird auf lange Sicht immer teurer werden, weil die Menge der gehandelten Emissionszertifikate sinkt wird. 2045 soll Deutschland treibhausgasneutral sein. Das ist die Deadline am Horizont für all diese Szenarien.

Hinzu kommt ein systemischer Aspekt, vor allem bei der verbreiteten Gasheizung. Gas wird durch eine landesweites Netz geliefert, aufgeteilt in Fernleitungs- und Verteilnetze. Letztere sorgen dafür, dass wir alle mit Gas versorgt werden. Wenn es aber perspektivisch weniger Gasheizungen und damit weniger Nutzer für Gas gibt, werden die Kosten für die Netze auf immer weniger Nutzerinnen und Nutzer umgelegt werden müssen. Das macht es teurer: Wartung, Betrieb und Reparatur müssen die Versorger auf weniger Köpfe umlegen.

Es droht die dreifache Kostenfalle

Wer also heute mit Öl und Gas heizt, und das sind recht viele Menschen, läuft in eine dreifache Kostenfalle. Wie weit jede einzelne da hineinlaufen will, hängt auch damit zusammen, wie lange diese Systeme heizen sollen oder ob sie gar neu angeschafft werden. Als branchenübliche Lebensdauer für Ölbrenner und Gasthermen gelten 10 Jahre.

Wer selbst in Besitz eines Heizsystems ist, kann sich entscheiden. Die 44 Mio. Mieterinnen und Mieter aber nicht. Für sie gilt: Stellt der Wohnungseigentümer nicht um, weg von fossilen Heizbrennstoffen, laufen sie perspektivisch in diese Kostenfallen, ohne sich wehren zu können. Die Kosten tragen sie. „Die steigenden Heizkosten werden am Ende vor allem Mieterinnen und Mieter treffen, die keinen Einfluss auf die Wahl der Heiztechnologie haben“, kritisiert der Wolfgang Weber, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung in einer Stellungnahme zum Gebäudemodernisierungsgesetz.

Das Eckpunktepapier zum Gebäudemodernisierungsgesetz, es ist ein Kompromisspapier. Der Klimaschutz fällt zwar nicht direkt hinten runter, aber er wird lauwarm serviert. Und die Mieterinnen und Mieter haben das schlechtere Ende für sich, denn an sie wurde in diesem Papier gar nicht gedacht. Und das wundert, stellen sie doch mehr als die Hälfte der Bevölkerung.

Ein Beitrag von:

  • Stephan W. Eder

    Stephan W. Eder ist Technik- und Wissenschaftsjournalist mit den Schwerpunkten Energie, Klima und Quantentechnologien. Grundlage hierfür ist sein Studium als Physiker und eine anschließende Fortbildung zum Umweltjournalisten.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.