Ein Kraftwerk für jedes Wetter 09.03.2026, 19:04 Uhr

Hybridkraftwerk verdoppelt Stromproduktion: Wind, Sonne und Speicher im Verbund

Die gefürchtete Wetterabhängigkeit von grünen Kraftwerken lässt sich reduzieren. Das beweist eine Anlage im Osten Österreichs. Die Stromerzeugung hat sich glatt verdoppelt. Eine Großbatterie wird die Lieferdauer weiter verlängern.

Agri-PV

Hybridkraftwerk Parndorf kombiniert Wind, Solar und Speicher, verdoppelt die Stromproduktion und stärkt mit Agri-Photovoltaik Netzstabilität und Landwirtschaft.

Foto: picture alliance/dpa | Jens Büttner

Starker Wind und viel Sonne sind gut fürs Klima, sollte man meinen, denn dann wird viel grüner Strom produziert. Doch meist ist es so viel, dass er keine Abnehmer findet. Sonne allein ist auch gut fürs Klima, wenn sie denn länger scheinen würde. Denn mehr als Dreivierteljahre liefern Solarkraftwerke nicht, andere müssen einspringen. Beim Wind ist es ähnlich. Zumindest teilweise könnte man die langen Pausen überbrücken.

Kombiniert man Solar- und Windkraftwerke kommen diese Gemeinsam schon auf 4000 Stunden pro Jahr, denn oft gibt es Wind ohne sonne und umgekehrt. Im Verbund fließt der grüne Strom zuverlässiger. Kommt noch ein Stromspeicher hinzu steigt die Verfügbarkeit noch weiter an. Allwettertaugliche Kraftwerke, die meist mit fossilen Brennstoffen befeuert werden und die schöne Klimabilanz stören, müssen dann noch seltener in Anspruch genommen werden.

Schafzucht als zweites Bein

Genau diese Kombination wird im Hybridkraftwerk Parndorf im österreichischen Burgenland realisiert. Der Windpark mit einer Spitzenleistung von 27 Megawatt (MW) speist schon seit 2021 Strom ins Netz ein, das Solarkraftwerk mit 17 MW Spitzenleistung (MWpeak) ist gerade in Betrieb genommen worden und der Speicher mit einer Leistung von neun Megawatt ist geplant.

Er wird mit 18 Megawattstunden fast so viel Strom speichern wie fünf Durchschnittsfamilien in Mitteleuopa pro Jahr verbrauchen. Die Anlage ist zudem so konzipiert, dass zwischen den aufgeständerten Solarmodulen Landwirtschaft betrieben werden kann. Vorerst tummeln sich dort jedoch nur Schafe.

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Solarmodule und Gemüseanbau ergänzen sich

Man könnte allerdings auch Nutzpflanzen anbauen, Gemüse beispielsweise. Das würde, wie Erfahrungen in anderen Agri-Photovoltaikanlagen zeigen, besonders gut wachsen, weil die Pflanzen vor der stärksten Sonneneinstrahlung geschützt sind. In Parndorf kommt noch eine Besonderheit hinzu: Die Module sind nicht starr montiert, sondern werden der Sonne nachgeführt.

Für die Stromerzeugung bedeutet das, dass die gefürchtete Mittagsspitze wegfällt – beim höchsten Stand der Sonne wird normalerweise besonders viel Strom produziert, eine besonders hohe Belastung für das Netz. Nachgeführte Module liefern dagegen von Sonnenauf-bis -untergang relativ gleichmäßig Strom. Extreme Spitzen werden vermieden.

In Ausnahmefällen könnte man die Module auch so steuern, dass sie die Pflanzen vor der ärgsten Mittagshitze schützen, was den Ertrag steigern und den Bedarf an Bewässerung verringern würde.

Harmonisches Zusammenwirken

Das Hybridkraftwerk wird von den Stadtwerken Hartberg betrieben. Mit von der Partie sind der Wiener Energieversorger Oekostrom und der Hamburger Energieversorger Green Planet Energy. „Mit derselben Infrastruktur erzielen wir nahezu doppelt so viele Betriebsstunden wie mit einer Einzelanlage – ein zentraler Effizienzgewinn für die Energiewende“, so Oekostrom-Vorständler Jan Häupler.

„Parndorf ist ein Vorzeigeprojekt, das beweist, wie sich erneuerbare Energiequellen optimal ergänzen“, sagt Christoph Ehrenhöfer, Geschäftsführer der Stadtwerke Hartberg. „Gleichzeitig zeigt die Agri-PV-Fläche, wie Energieproduktion und Landwirtschaft harmonisch zusammenwirken können.“

Treckerfahrten zwischen Solarmodulen

In Europa gibt es bereit eine Reihe von Agri-Photovoltaikanlagen. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) stellt sie auf einer interaktiven Karte vor. In den meisten wird Garten- und Gemüsebau betrieben, oft Obst gezüchtet.

Auch Reben werden angebaut und einige sind für den Ackerbau eingerichtet. In vielen Fällen werden die Flächen als Weiden genutzt, oft auch zur Heuproduktion. Sie dienen in vielen Fällen Schafen und Hühnern als Lebensgrundlage. Meist sind die Module so installiert, dass landwirtschaftliche Geräte samt Trekker eingesetzt werden können.

Ein Beitrag von:

  • Wolfgang Kempkens

    Wolfgang Kempkens studierte an der RWTH Aachen Elektrotechnik und schloss mit dem Diplom ab. Er arbeitete bei einer Tageszeitung und einem Magazin, ehe er sich als freier Journalist etablierte. Er beschäftigt sich vor allem mit Umwelt-, Energie- und Technikthemen.

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