Interview: Solarthermische Großkraftwerke 15.07.2011, 12:09 Uhr

„Energetisch in sechs Monaten amortisiert“

Peter Viebahn, Programmleiter Systemanalyse des Wuppertal Instituts, fasst die Nachhaltigkeitsaspekte der Concentrated Solar Power (CSP) für solarthermische Großkraftwerke zusammen.

VDI nachrichten/INGENIEUR.de: Wie ist Concentrated Solar Power (CSP) ökologisch zu bewerten?

Viebahn: Die Stromerzeugung durch CSP-Technologien verursacht erheblich weniger Emissionen als Strom aus fossilen Energien. Während bei CSP-Strom Treibhausgasemissionen von etwa 30 g CO2-Äquivalenten/kWh verursacht werden – größtenteils durch die Herstellung der Anlagen bedingt –, belastet Strom aus Kohlekraftwerken die Umwelt mit 900 g CO2/kWh bis 1200 g CO2/kWh.

Die energetische Amortisationszeit beträgt zudem nur etwa sechs Monate. Im Vergleich dazu amortisiert sich die fossile Stromerzeugung nie, da sie immer mehr fossile Energieträger verbraucht als Nutzenergie erzeugt. Im Vergleich zu Strom aus Wind und Photovoltaik hat CSP außerdem den großen Vorteil, dass sich die Wärme als Zwischenprodukt speichern lässt und somit Strom nach Bedarf geliefert werden kann.

Was sind deren wichtigste ökologische Vorteile, was sind die wichtigsten Baustellen in puncto Ökologie?

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
High-Tech Park Sachsen-Anhalt GmbH-Firmenlogo
Ingenieure (m/w/d) Bauingenieurwesen / Bauliche Projektentwicklung / Straßenbau / Infrastruktur / Stadt- und Regionalplanung / Verkehrswesen High-Tech Park Sachsen-Anhalt GmbH
Magdeburg Zum Job 
BERICAP GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Automation & Process Innovation Engineer (m/w/d) BERICAP GmbH & Co. KG
Budenheim Zum Job 
Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein-Firmenlogo
Bauingenieurin / Bauingenieur (w/m/d) für den konstruktiven Ingenieurbau Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein
Rendsburg, Lübeck, Kiel, Itzehoe, Flensburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Abteilungsleitung (w/m/d) Konstruktiver Ingenieurbau, Lärmschutzbauwerke Die Autobahn GmbH des Bundes
Nürnberg Zum Job 
TUTOGEN Medical GmbH-Firmenlogo
Leitung Qualitätsmanagement international / Sachkundige Person (m/w/d) TUTOGEN Medical GmbH
Neunkirchen am Brand Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur für Streckenplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Fachingenieur für Streckenplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
DFS Deutsche Flugsicherung-Firmenlogo
Produktmanager (w/m/d) für Systementwicklung iCAS DFS Deutsche Flugsicherung
Langen bei Frankfurt Zum Job 
WBS TRAINING AG-Firmenlogo
Schweißlehrer:in für WIG, MIG/MAG und E-Hand (m/w/d) WBS TRAINING AG
Dresden Zum Job 
M.E. SCHUPP Industriekeramik GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur/in - Technische Projektierung / Presales Engineering (m/w/d) mit Schwerpunkt keramische Hochtemperatur-Isolationstechnik M.E. SCHUPP Industriekeramik GmbH
TenneT TSO-Firmenlogo
Parametrierer Stationsleittechnik (m/w/d) TenneT TSO
Audorf, Stockelsdorf Zum Job 
Mainova AG-Firmenlogo
Ingenieur als Technische Führungskraft für Gas- und Wasser-Netzbetriebe gem. DVGW Regelwerk (m/w/d) Mainova AG
Frankfurt am Main Zum Job 
Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe mbH (GFO)-Firmenlogo
Bauingenieur oder Projektmanager (m/w/d) Bau & Technik Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe mbH (GFO)
Dinslaken, Troisdorf, Hilden, Olpe, Bonn, Langenfeld Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Arbeitsvorbereiter Fertigungssteuerung (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Serielle Sanierung & GU-Projekte Allbau Managementgesellschaft mbH
Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF-Firmenlogo
Projektleitung - Neubau Reinraum (all genders) Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF
Freiburg im Breisgau Zum Job 
TenneT TSO-Firmenlogo
OT Security Engineer (m/w/d) TenneT TSO
Audorf, Stockelsdorf Zum Job 
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur / Maschinenbautechniker (m/w/d) Schwerpunkt Maschinen- & Anlagenbau Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
HEUFT-Firmenlogo
Technischer Redakteur (m/w/d) HEUFT
Burgbrohl Zum Job 
Kath. St. Paulus Gesellschaft-Firmenlogo
Technischer Leiter (m/w/d) Kath. St. Paulus Gesellschaft
Dortmund Zum Job 

Viebahn: Ein weiterer ökologischer Vorteil ist, dass die als Zwischenprodukt in CSP-Kraftwerken entstehende Wärme auch zur Kälteerzeugung und zur Meerwasserentsalzung genutzt werden kann. Solare Entsalzung – sowohl mit Wärme als auch direkt mit Strom – wird damit erheblich umweltfreundlicher als die derzeitige Praxis, die auf der Nutzung fossiler Energien basiert.

Nachteile der CSP-Technologie sind derzeit die Wasserkühlung und das giftige Thermoöl, das als Wärmeträgermedium verwendet wird. Während es im Normalfall in den Receiverrohren eingeschlossen ist, können Verluste durch Lecks und das Ausdiffundieren nicht ausgeschlossen werden. Ungeklärt ist derzeit noch, wie sich eine großflächige Bebauung von Wüstengebieten auf die Wüstenökologie auswirkt.

Was wäre als Wichtigstes zu tun, um ökologische Nachteile dieser Energietechnologie zu mildern?

Viebahn: Hinsichtlich des Wärmeträgermediums ist die Umstellung auf den Betrieb mittels Wasserdampf geplant, die sogenannte Direktverdampfung. Dies hat zudem den Vorteil, dass mit höheren Temperaturen gearbeitet und damit ein insgesamt höherer Wirkungsgrad erreicht werden kann. Diese Technologie befindet sich jedoch derzeit noch in der Erprobungsphase.

Statt der Wasserkühlung sollten zukünftige Kraftwerke nur noch mit Trockenkühltürmen gebaut werden, so dass nur noch ein geringer Wasserverbrauch für das Waschen der Spiegel entsteht.

Generell sollte zudem – wie bei allen erneuerbaren Energien – auf eine Minimierung des Ressourcenverbrauchs geachtet werden, da Strom aus Erneuerbaren in den Regel einen höheren Ressourcen-Input pro erzeugter Kilowattstunde Strom als Strom auf Basis fossiler Energieträger aufweist. Dies betrifft bei CSP-Anlagen insbesondere Stahl, Beton und – im Fall von thermischen Speichern mit Salzschmelze – Salz.

Ein Beitrag von:

  • Stephan W. Eder

    Stephan W. Eder ist Technik- und Wissenschaftsjournalist mit den Schwerpunkten Energie, Klima und Quantentechnologien. Grundlage hierfür ist sein Studium als Physiker und eine anschließende Fortbildung zum Umweltjournalisten.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.