Anzeige

Bundesnetzagentur: Vermiedene Netzentgelte weg, das spart in drei Jahren 1,5 Mrd. €

23. April 2025

PantherMedia 23517302
Strommast und Fernleitungen vor blauem Himmel in Deutschland: Die Bundesnetzagentur will bis 2029 die vermiedenen Netzentgelte abschaffen. Das erspart Stromkundinnen und -kunden jährlich 1 Mrd. € an bisherigen Netzentgelten.
Foto: PantherMedia / Jens Ickler
Die Bundesnetzagentur will bis 2029 die vermiedenen Netzentgelte abschaffen. Das erspart Stromkundinnen und -kunden jährlich 1 Mrd. € an Netzentgelten.
Anzeige
Anzeige


Inhaltsverzeichnis

Damals, als sie 1999 eingeführt wurden, waren sie mal gedacht, um die dezentrale Stromerzeugung zu stärken – die sogenannten vermiedenen Netzentgelte, ein spezielles Förderinstrument im Bereich der deutschen Stromnetze. Die Idee dahinter: Wenn der Strom da verbraucht wird, wo er erzeugt wird, dann braucht es weniger gut ausgebaute übergeordnete Stromnetze. Denn diese Netze müssen für diesen Strom dann nicht weiter ausgebaut werden (s. Kasten).

Auf den ersten Blick klingt das logisch, das weiß auch Klaus Müller, Präsident der in Bonn ansässigen Bundesnetzagentur. Aber der Agenturchef hat sich nach 25 Jahren mit seinem Stab die Sache mal angesehen und offenbar festgestellt: Dieses Instrument ist damit nicht mehr zulässig, sondern inzwischen eine reine Subvention, weil das, was man sich mal davon versprochen hat, schlicht nicht funktioniert. „Eine Subvention von Kraftwerken durch sogenannte vermiedene Netzentgelte zulasten der Verbraucherinnen und Verbraucher ist nicht mehr zeitgemäß“, so Müller.

Anzeige
Anzeige

2026 bis 2028 sparen deutsche Stromkundinnen und -kunden 1,5 Mrd. €

Dabei hat der Gesetzgeber schon festgelegt, dass die bisherige Regelung zum Jahresbeginn 2029 auslaufen soll. „Mit dem Außerkrafttreten der Stromnetzentgeltverordnung gemäß Art. 15 Abs. 3 Gesetz zur Anpassung des Energiewirtschaftsrechts an unionsrechtliche Vorgaben und zur Änderung weiterer energierechtlicher Vorschriften (EnWRAnpG 2024) zum 1. 1. 2029 entfällt die Regelung des § 18 Stromnetzentgeltverordnung ersatzlos“, heißt es im Beschlussentwurf der Bundesnetzagentur.

Die Bundesnetzagentur – und das läge in ihrer Zuständigkeit – will sie aber auch nicht weiter fortsetzen. „Wir schlagen eine Entlastung der Verbraucherinnen und Verbraucher und der Unternehmen in Höhe von insgesamt 1,5 Mrd. € über drei Jahre vor“, sagt Müller. Schon in der Vergangenheit hatte sich die Bundesregierung immer wieder die vermiedenen Netzentgelte angeschaut. Galten sie früher für alle Anlagenbetreiber, sind seit 2018 die Solar- und Windstromanlagenbetreiber ausgenommen. Vermiedene Netzentgelte werden heute nur noch an jene gezahlt, deren Anlagen vor 2018 ans Netz gingen. Seit dem Jahresbeginn 2023 profitieren überhaupt keine neuen Anlagen mehr von den vermiedenen Netzentgelten.

Wer zurzeit noch von den vermiedenen Netzentgelten profitiert

Laut Bundesnetzagentur profitieren derzeit deutschlandweit die Betreiberinnen und Betreiber von rund 12.000 Anlagen von vermiedenen Netzentgelten. Der überwiegende Teil davon ist an die Hochspannungsebenen angeschlossen. Rund zwei Drittel der Anlagen entstammen der Industrie und dem Gewerbe, rund 1/3 haben kommunale Betreiber.

Anzeige
Anzeige

Wie die vermiedenen Netzentgelte bis 2029 verschwinden werden

Die Bundesnetzagentur sieht mit der heute beginnenden Konsultation eine gestaffelte Abschmelzung der Auszahlungen von Entgelten für die dezentrale Einspeisung vor. Ab 1. Januar 2026 sollen es 25 % weniger sein, ab 2027 die Hälfte und ab 2028 dann drei Viertel weniger. „Ab 2029 sollen keine Entgelte für dezentrale Einspeisung mehr ausgezahlt werden. Dies spart den Netznutzern in den Jahren 2026 bis 2028 in Summe ca. 1,5 Mrd. €“, so die Agentur in einer Mitteilung. Im bundesweiten Schnitt machen die vermiedenen Netzentgelte laut Bundesnetzagentur ungefähr 3 % der Netzkosten aus.

Durch die Festlegung gibt die Bundesnetzagentur den Anlagenbetreibern Planungssicherheit, indem sie frühzeitig signalisiert, dass es keine Verlängerung der Regelung geben wird und zugleich ein berechenbarer Abbaupfad geschaffen wird. Die Alternative zum schrittweisen Abbau der vermiedenen Netzentgelte wäre eine komplette Abschaffung, ein Cut, zum 1. 1. 2026 gewesen. „Durch die Festlegung gibt die Bundesnetzagentur den Anlagenbetreibern Planungssicherheit, indem sie frühzeitig signalisiert, dass es keine Verlängerung der Regelung geben wird und zugleich ein berechenbarer Abbaupfad geschaffen wird“, so die Agentur in einer Mitteilung.

Anzeige
Anzeige

Der Entwurf der Festlegung ist veröffentlicht. Stellungnahmen zu dem konsultierten Entwurf können bis zum 23. 5. 2025 abgegeben werden.



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

Bauingenieur (m/w/d) Fachrichtung Tiefbau, Straßenbau oder Siedlungshydrologie
Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH)

21.09.2026
Eutin
Junior Projektingenieur Papierverarbeitung (m/w/d)
Fripa Papierfabrik Albert Friedrich KG

21.09.2026
Miltenberg
Teamleiter (m/w/d) Vertrieb und Kalkulation TGA
LIST AG

21.09.2026
Düsseldorf
Ingenieur:in Explosionsschutz als Fachleiter:in
TÜV NORD CERT GmbH

21.09.2026
Essen
Architekt (m/w/d) mit Schwerpunkt im Bereich Projektmanagement
Stadt Biberach an der Riß

21.09.2026
Biberach
EMSR Techniker (m/w/d)
VESTOLIT GmbH

22.09.2026
Marl
Bauüberwacher (m/w/d) Straßenverkehrsanlagen
Bundesagentur für Arbeit - Vössing Ingenieurgesellschaft mbH

22.09.2026
Stuttgart
Bauingenieur/-in (m/w/d)
Bundesagentur für Arbeit - Landeshauptstadt Stuttgart

22.09.2026
Stuttgart
Technische/r Projektmitarbeiter/in (m/w/d) – Bauwesen / Projektkoordination
Bundesagentur für Arbeit - Dr. Kerner GmbH & Co. KG

22.09.2026
Stuttgart
Ingenieurin / Ingenieur mit Master in Informatik / Elektrotechnik – Beamten- Ausbildung (m/w/d)
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr

22.09.2026
deutschlandweit
Offizierin / Offizier Anwärter/in – Führungskraft Oberfähnrichmodell mit Bachelor (Master) (m/w/d)
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr

22.09.2026
deutschlandweit
Ingenieurin / Ingenieur mit Master – Beamten- Ausbildung (m/w/d)
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr

22.09.2026
deutschlandweit
Teamleitung (w/m/d) Konstruktiver Ingenieurbau
Die Autobahn GmbH des Bundes

22.09.2026
Hamm
Teamleiter (m/w/d) Vertrieb und Kalkulation TGA
LIST Ingenieure GmbH & Co. KG

22.09.2026
Bielefeld
Senior Projektingenieur (m/w/d) – EMSR-Technik – Projektmanagement
REUTERS INGENIEUR GmbH

22.09.2026
Hofheim
Technische*r Angestellte*r (Techniker*in oder Ingenieur*in) Werkstofftechnik, Physiktechnik, Maschinenbau
Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP)

22.09.2026
Garching
Ingenieurin (m/w/d) / Techniker (m/w/d) der Mess- und Regelungstechnik für Gebäudeautomation
Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH)

22.09.2026
Eutin, Lübeck
Leitung Entwicklung (w/m/d) Mechatronische Systeme / Industrielle Sicherheits- und Automatisierungstechnik
Bernstein AG

22.09.2026
Porta Westfalica
Planungsingenieur (w/m/d) und Projektsteuerung – Verkehrsinfrastruktur und Gleisplanung
Ruhrbahn GmbH

22.09.2026
Essen
Gruppenleiter:in Automatisierungstechnik
TraveNetz GmbH

22.09.2026
Lübeck

Weitere Artikel



Anzeige
Anzeige