Wohltätigkeitsauktion bei Sotheby‘s 26.11.2013, 12:27 Uhr

Red Product: Leica in Aluminiumoptik bringt 1,8 Millionen Dollar ein

Es ist ein Hammer, was da am vergangenen Samstag bei Sotheby’s so alles erfolgreich unter den Hammer gekommen ist. Ein edler roter Steinway-Flügel wechselte für über 1,9 Millionen US-Dollar den Besitzer. Und eine Leica-M-Kamera erlöste 1,8 Millionen. Ein Unikat, das eigens für diese Versteigerung – eine Wohltätigkeitsauktion – gebaut wurde. 

Kommt in edler Aluminium-Optik daher, die Leica-M. Der rote Punkt ist dem „Project Red“ geschuldet.“

Kommt in edler Aluminium-Optik daher, die Leica-M. Der rote Punkt ist dem „Project Red“ geschuldet.“

Foto: Sotheby´s

Eigentlich ist sie etwas für Puristen, die Leica M, ein Unikat mit der Seriennummer 01/01. Apple-Chefdesigner Jonathan Ive und Designer Marc Newson haben eine formschöne Leica-M-Kamera mit einem laserbearbeiteten Außengehäuse aus eloxiertem Aluminium für die Wohltätigkeitsauktion „RED“ beim Auktionshaus Sotheby’s in New York City entworfen. Die Leica typische Kamerabelederung ist einer funkelnden Alu-Optik gewichen. Die einzigartige Textur mit mehr als 21.000 Hemisphären verleiht der Leica-M-Kamera eine sehr außergewöhnliche Ästhetik.

Fast 1000 Prototypenteile und 561 Modelle

Die Schätzung der Sotheby-Experten für die Leica-M lag bei 500.000 bis 750.000 US-Dollar. Am Ende fand die edle Leica für exakt 1.805.000 US-Dollar einen Käufer. Damit ist die edle Leica-M mit der Seriennummer 01/01 die teuerste Fotokamera der Welt. Die beiden Apple-Designer haben einen enormen Aufwand betrieben, um dieses Unikat zu kreieren. Bis zur Fertigstellung wurden 561 Modelle und fast 1000 Prototypenteile in 85 Tagen entwickelt. „Leica verbindet Präzisionstechnik, Objektivkunst und Design zu hochwertiger Form und Funktion. Marc und ich haben uns sehr gefreut, dass wir dieses Unikat für die Auktion gestalten durften, und ihre Versteigerung am 23. November wird dringend benötigte Mittel für den Kampf gegen Aids einbringen“, sagte Jonathan Ive im Vorfeld der Auktion.

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„Product Red“ wurde 2006 von U2-Frontmann Bono mitbegründet

Denn es ging darum, Mittel einzusammeln für den Kampf gegen Krankheiten wie AIDS, Tuberkulose und Malaria. U2-Frontmann Bono hat im Jahre 2006 gemeinsam mit dem US-amerikanischen Aktivisten Bobby Shriver von der Organisation „Debt. AIDS, Trade in Afrika“, kurz DATA, die Initiative „Product Red“ ins Leben gerufen. Die Idee: Bekannte Marken wie Coca Cola, Apple oder Starbucks legen Varianten ihrer Produkte im Design von „Product Red“ auf und verkaufen diese. Vom Gewinn aus diesen Sonderverkäufen gehen dann bis zu 50 Prozent an „Product Red“, die diese Gelder an den Global Fund weiterleitet.

Großes Angebot an edlen Artikeln brachte knapp 13 Millionen US-Dollar

„Product Red“ ist gut im Geld einsammeln. Bislang kamen über 215 Millionen US-Dollar zusammen. Allein die Auktion bei Sotheby’s am vergangenen Samstag brachte knapp 13 Millionen US-Dollar ein. Den Spitzenerlös brachte ein roter Flügel der Nobelmarke Steinways, der für mehr als 1,9 Millionen US-Dollar den Besitzer wechselte. Auch hier überrascht die Fehleinschätzung der Sotheby-Experten. Sie taxierten den roten Flügel auf gerade einmal 150.000 bis 200.000 US-Dollar. Ähnlich daneben lagen die Experten bei dem auf 40.000 bis 60.000 US-Dollar taxierten roten Mac Pro, der tatsächlich 977.000 US-Dollar einbrachte.

Von hinten unauffällig, die Leica-M. Der Monitor kann aber Full-HD-Video im Format 1080p anzeigen.

Von hinten unauffällig, die Leica-M. Der Monitor kann aber Full-HD-Video im Format 1080p anzeigen.

Quelle: Sotheby´s

44 edle Artikel wurden in der Wohltätigkeits-Auktion verkauft. Die Spanne reicht vom Apple-Kopfhörer aus massivem 18karätigen Gold – der ging für 461.000 US-Dollar weg, bis zu einem roten Kühler aus gebürstetem Aluminium mit einer 1,5 Liter Magnum-Flasche Dom Pérignon aus dem Jahre 1966, der 93.750 US-Dollar erzielte. Oder eben die Leica-M-Kamera für reiche Foto-Puristen.

Objektiv mit Festbrennweite ist Weltspitze

Diese Kamera ist mit einem CMOS-Sensor im 35-Millimeter Kleinbildformat ausgestattet und hat einen Hochleistungsprozessor an Bord. Der führt selbst hochkomplexe Berechnungen in extrem hoher Geschwindigkeit durch. Der neue Lithium-Ionen-Akku mit 1800 Milliamperestunden sorgt für eine besonders lange Laufzeit. Gefertigt wurde das Schätzchen bei der Leica Camera AG in Deutschland. Optisch ist die Digitalkamera mit dem Objektiv Leica APO-Summicron-M 1:2/50 mm ASPH gut ausgestattet.

Dieses asphärisch geschliffene Objektiv weicht bei seinen geschliffenen Linsen von der Kugelform ab und bietet dadurch ein Bild mit viel geringeren Abbildungsfehlern. Der Leica-Apochromat hat eine Festbrennweite von 50 Millimetern und eine maximale Blendenöffnung von 1:2. Mit einem Leica-R-Adapter sind nahezu alle Leica-R-Objektive mit der Leica M nutzbar.

„Der Käufer erhält ein Stück Fotogeschichte“

„Der Käufer erhält ein Stück Fotogeschichte – das Ergebnis von nahezu 1000 Prototypenteilen und mehr als 725 Stunden Fertigungszeit. Die Aufmerksamkeit für jedes Detail der Kamera – vom Außengehäuse bis zur Spitzenoptik – wird das Herz jedes Sammlers höher schlagen lassen, der echte Handwerkskunst zu schätzen weiß“, sagte Apple-Designer Marc Newson. Schön gesagt, das mit dem Herzen. Das „M“ in der neuen Leica-M steht übrigens für „Meilenstein“. Und das ist sie, ein Meilenstein, die Leica-M mit der Seriennummer 01/01.

Ein Beitrag von:

  • Detlef Stoller

    Detlef Stoller ist Diplom-Photoingenieur. Er ist Fachjournalist für Umweltfragen und schreibt für verschiedene Printmagazine, Online-Medien und TV-Formate.

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