Quanteninformatik 11.07.2024, 12:45 Uhr

Forschende aus Oxford entwickeln rekordverdächtigen Quantenchip

Oxford Ionics hat den leistungsstärksten Quantenchip der Welt vorgestellt, der in einer Standard-Halbleiterproduktionsanlage in großem Maßstab hergestellt werden kann.

Quantenchip

Forschende von Oxford Ionics haben einen Quantenchip entwickelt, der doppelt so viel Leistung wie bisherige Chips bietet.

Foto: Oxford Ionics

Oxford Ionics, eine Ausgründung der Universität Oxford, hat einen rekordverdächtigen Quantenchip vorgestellt. Laut Pressemitteilung hat der Chip die doppelte Leistung als der bisherige Weltrekord im Bereich Quanteninformatik. Der Rekord sei besonders beeindruckend, da während des Prozesses keine Fehlerkorrektur eingesetzt wurde. Zudem lässt sich der Chip in bestehenden Halbleiterfabriken herstellen, was seine Produktion erheblich erleichtert. Oxford Ionics prognostiziert, dass in den nächsten drei Jahren ein funktionsfähiger Quantencomputer der Welt zur Verfügung stehen könnte.

Revolution der Informatik

Die Quanteninformatik stellt die nächste große Revolution in der Informatik dar. Quantencomputer haben das Potenzial, Berechnungen in Minuten durchzuführen, für die herkömmliche Supercomputer Jahre benötigen würden. Diese Technologie wird von Forschungsinstituten und Privatunternehmen weltweit vorangetrieben, die in einem Wettlauf um den ersten praxistauglichen Quantencomputer stehen.

Der zentrale Bestandteil eines Quantencomputers ist das Quantenbit, oder Qubit. Bisher können Qubits jedoch nur unter sehr spezialisierten Bedingungen verwendet werden. Die Forscher müssen daher einfachere Methoden finden, um Qubits zu verarbeiten und die Technologie damit für den Mainstream zugänglich zu machen.

Elektronische Methode statt Laser

Oxford Ionics, 2019 von führenden Wissenschaftlern aus Oxford gegründet, verfolgt einen andern Ansatz im Quantencomputing, bei dem Ionen eingefangen werden. Dieser Ansatz hat den Vorteil, dass die Ionen bei präzisen Messungen helfen und länger in Überlagerung bleiben können. Normalerweise werden zur Steuerung dieser eingefangenen Ionen Laser verwendet. Oxford Ionics hat jedoch eine elektronische Methode entwickelt, um dasselbe Ergebnis zu erzielen und nennt diese Technologie elektronische Qubit-Steuerung.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe mbH (GFO)-Firmenlogo
Bauingenieur oder Projektmanager (m/w/d) Bau & Technik Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe mbH (GFO)
Dinslaken, Troisdorf, Hilden, Olpe, Bonn, Langenfeld Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Arbeitsvorbereiter Fertigungssteuerung (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Serielle Sanierung & GU-Projekte Allbau Managementgesellschaft mbH
Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF-Firmenlogo
Projektleitung - Neubau Reinraum (all genders) Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF
Freiburg im Breisgau Zum Job 
TenneT TSO-Firmenlogo
OT Security Engineer (m/w/d) TenneT TSO
Audorf, Stockelsdorf Zum Job 
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur / Maschinenbautechniker (m/w/d) Schwerpunkt Maschinen- & Anlagenbau Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
HEUFT-Firmenlogo
Technischer Redakteur (m/w/d) HEUFT
Burgbrohl Zum Job 
Kath. St. Paulus Gesellschaft-Firmenlogo
Technischer Leiter (m/w/d) Kath. St. Paulus Gesellschaft
Dortmund Zum Job 
Heuft Systemtechnik GmbH-Firmenlogo
Technischer Redakteur (m/w/d) Heuft Systemtechnik GmbH
Burgbrohl Zum Job 
Stadt Neumünster-Firmenlogo
Abteilungsleiter*in für die Stadtplanung und Erschließung Stadt Neumünster
Neumünster Zum Job 
über heiden associates Personalberatung-Firmenlogo
Werkleiter Feinmechanik (m/w/d) über heiden associates Personalberatung
Schulstiftung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg-Firmenlogo
Leitung Fachbereich Gebäudemanagement und Liegenschaften (m/w/d) Schulstiftung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg
Stuttgart Zum Job 
Technische Universität Graz-Firmenlogo
Professur für Fahrzeugsicherheit mit Fokus auf Einsatz neuer Biomaterialien Technische Universität Graz
Graz (Österreich) Zum Job 
Oncotec Pharma Produktion GmbH-Firmenlogo
Head of Project Engineering (m/w/d) Oncotec Pharma Produktion GmbH
Dessau-Roßlau Zum Job 
Oncotec Pharma Produktion GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur (Investitionsprojekte) (m/w/d) Oncotec Pharma Produktion GmbH
Dessau-Roßlau Zum Job 
Oncotec Pharma Produktion GmbH-Firmenlogo
HSE-Manager (m/w/d) Oncotec Pharma Produktion GmbH
Dessau-Roßlau Zum Job 
DYNOS GmbH-Firmenlogo
Leiter Technik (m/w/d) DYNOS GmbH
Troisdorf Zum Job 
Gemeinde Steinen-Firmenlogo
Leiter/in des Fachbereichs Bauen und Umwelt (w/m/d) Gemeinde Steinen
Steinen Zum Job 
Stadt Ratingen-Firmenlogo
Planung / Bauleitung Siedlungswasserwirtschaft (m/w/d) Stadt Ratingen
Ratingen Zum Job 
RHEINMETALL AG-Firmenlogo
Verstärkung für unsere technischen Projekte im Bereich Engineering und IT (m/w/d) RHEINMETALL AG
deutschlandweit Zum Job 

Das Unternehmen hat alle notwendigen Komponenten zur Steuerung der eingefangenen Ionen auf einem Siliziumchip integriert. Dieser Chip kann in jeder bestehenden Halbleiterproduktionsanlage hergestellt werden, was die Skalierung von Quantencomputern erleichtert. In der Pressemitteilung bestätigte Oxford Ionics, dass es Branchenrekorde bei der Zwei-Qubit- und Ein-Qubit-Gate-Leistung erzielt hat.

Qubit-Chip mit „Raketenschiff“-Ansatz

Chris Ballance, Mitbegründer und CEO von Oxford Ionics, erklärte: „Die größten Unternehmen der Branche haben unterschiedliche Wege beschritten, um das Quantencomputing Realität werden zu lassen. Wir haben von Anfang an einen ‚Raketenschiff‘-Ansatz verfolgt und uns darauf konzentriert, eine robuste Technologie zu entwickeln, indem wir zuerst die wirklich schwierigen Herausforderungen gelöst haben“.

Ballance weiter: „Dies bedeutete, dass wir neuartige physikalische Verfahren und intelligentes Engineering einsetzten, um skalierbare, hochleistungsfähige Qubit-Chips zu entwickeln, die keine Fehlerkorrektur benötigen, um zu nützlichen Anwendungen zu gelangen, und die auf einem klassischen Halbleiterchip gesteuert werden können.“

Chip mit 256 Qubits möglich

Eine der größten Herausforderungen bei der Einführung von Quantencomputern ist die Anfälligkeit für Fehler aufgrund der hohen Rechenleistung. Um diese Fehler zu minimieren, verwenden Forscher normalerweise eine große Anzahl von Qubits zur Schaffung logischer Qubits, die kohärentere Antworten geben. Oxford Ionics hingegen hat Hochleistungs-Qubits entwickelt, die keine Fehlerkorrektur benötigen, was kommerzielle Anwendungen kostengünstiger macht.

Das Unternehmen ist zuversichtlich, dass es dank der Skalierbarkeit seines elektronischen Qubit-Steuerungssystems in den nächsten Jahren einen Chip mit 256 Qubits bauen kann. Tom Harty, CTO bei Oxford Ionics, betonte: „Wenn man einen Quantencomputer baut, ist die Leistung genauso wichtig wie die Größe – die Erhöhung der Anzahl der Qubits bedeutet nichts, wenn sie keine genauen Ergebnisse liefern“.

Harty weiter:„Wir haben nun bewiesen, dass unser Ansatz die bisher höchste Leistung im Quantencomputing erbracht hat und nun das Niveau erreicht hat, das erforderlich ist, um die kommerziellen Auswirkungen des Quantencomputings zu erschließen. Dies ist ein unglaublich aufregender Moment für unser Team und für die positiven Auswirkungen, die das Quantencomputing auf die Gesellschaft im Allgemeinen haben wird.“

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.