Quanteninternet 03.10.2025, 19:46 Uhr

Forscher finden Element, das Licht und Magnetismus verbindet

Ein unscheinbares Element könnte die Zukunft verändern: Erbium verbindet erstmals Licht und Magnetismus – und ebnet den Weg zum Quanteninternet.

Glasfaserinternet

Molekulare Qubits schlagen die Brücke zwischen zwei Welten – und könnten Glasfasernetze fit für die Quantenkommunikation machen.

Foto: Smarterpix / arcoss

In der Quantenforschung klaffte bisher eine Lücke: Licht eignet sich perfekt für Datenübertragung, Magnetismus für Rechenoperationen. Doch beides miteinander zu koppeln, war schwierig. Ein Team aus Chicago und Berkeley hat nun Moleküle entwickelt, die genau das können – und zwar bei Frequenzen, die schon heute in Glasfasernetzen genutzt werden. Das könnte die Basis für ein Quanteninternet sein, das sich nahtlos in bestehende Telekommunikationsinfrastrukturen integriert.

Warum es diese Brücke braucht

Quantenforschung kennt zwei „Sprachen“. Licht transportiert Informationen über große Entfernungen. Magnetische Spins steuern Quantenrechner. Das Problem: Sie sprechen nicht dieselbe Sprache.

Die neuen Moleküle schaffen Abhilfe. „Sie können als nanoskalige Brücke zwischen Magnetismus und Optik fungieren“, erklärt Leah Weiss, Postdoktorandin an der University of Chicago. So ließen sich Informationen magnetisch speichern und optisch wieder abrufen – kompatibel mit Glasfasern und Siliziumchips.

Stellenangebote im Bereich Elektrotechnik, Elektronik

Elektrotechnik, Elektronik Jobs
FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft mbH-Firmenlogo
Konstrukteur (m/w/d) - Elektromechanik FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft mbH
Flensburg Zum Job 
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH-Firmenlogo
Ausbildung Prüfingenieur/-in (m/w/d) bzw. Sachverständige/-r (m/w/d) für den Tätigkeitsbereich Fahrzeugprüfung und Fahrerlaubnisprüfung TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH
Schlüchtern Zum Job 
Wirtgen GmbH-Firmenlogo
Functional Safety Software Engineer (m/w/d) - für mobile Arbeitsmaschinen Wirtgen GmbH
Windhagen Zum Job 
WARO MSR-Technik GmbH-Firmenlogo
SPS-/DDC-Programmierer (m/w/d) und/oder DDC-Programmierer (m/w/d) WARO MSR-Technik GmbH
Lübeck Zum Job 
swa Netze GmbH-Firmenlogo
Elektroingenieur (m/w/d) Einspeiseanlagen mit Führungsperspektive swa Netze GmbH
Augsburg Zum Job 
WBS TRAINING-Firmenlogo
Lernbegleiter:in / Trainer:in für SPS-Programmierung (m/w/d) WBS TRAINING
Deutschland / Homeoffice Zum Job 
Prognost Systems GmbH-Firmenlogo
Spezialist für Maschinendiagnose im Technischen Support / Elektrotechniker / Maschinenbauer (m/w/d) Prognost Systems GmbH
HEINE Optotechnik GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Ingenieur für Automatisierung und Robotik (m/w/d) HEINE Optotechnik GmbH & Co. KG
Gilching bei München Zum Job 
noris network AG-Firmenlogo
Elektroingenieur für GLT und MSR-Technik (m/w/d) noris network AG
Nürnberg Zum Job 
noris network AG-Firmenlogo
Techniker Zutrittskontrolle & Videoüberwachung / Datacenter Engineer (m/w/d) noris network AG
Nürnberg Zum Job 
General Aerospace GmbH-Firmenlogo
Industrial Engineer (w/m/d) General Aerospace GmbH
Eschbach Zum Job 
Honda R&D Europe (Deutschland) GmbH-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur (m/w/d) Fahrdynamik, Fahrversuch und Simulation Honda R&D Europe (Deutschland) GmbH
Offenbach am Main Zum Job 
J.P. Sauer & Sohn Maschinenbau GmbH-Firmenlogo
Elektroingenieur (m/w/d) Produktindustrialisierung J.P. Sauer & Sohn Maschinenbau GmbH
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)-Firmenlogo
Ingenieurin / Ingenieur (w/m/d) als Projektleitung "Elektro- bzw. Nachrichtentechnik" Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)
Rolls-Royce-Firmenlogo
Qualitätsingenieur (m/w/d) Elektrotechnik Rolls-Royce
Augsburg Zum Job 
Rolls-Royce-Firmenlogo
Messingenieur - Fachbereich Emissionsmesstechnik (m/w/d) Rolls-Royce
Friedrichshafen Zum Job 
Rolls-Royce-Firmenlogo
Projektingenieur (m/w/d) Elektrotechnik Rolls-Royce
Friedrichshafen Zum Job 
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)-Firmenlogo
Ingenieurin bzw. Ingenieur (w/m/d) im Bereich Elektro- bzw. Nachrichtentechnik Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)
NORDEX GROUP-Firmenlogo
Projektingenieur Umspannwerke (m/w/d) NORDEX GROUP
Hamburg Zum Job 
Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY-Firmenlogo
Engineer for DESY Beamline station P61B Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY
Hamburg Zum Job 

Ein Meilenstein fürs Quanteninternet

Die in Science veröffentlichte Studie zeigt: Molekulare Qubits, die sowohl auf Licht als auch auf Magnetfelder reagieren, passen in bestehende Infrastrukturen.

Das eröffnet Chancen für:

  • hochsichere Kommunikationskanäle
  • Quantencomputer, die über Kontinente hinweg verbunden werden
  • Sensoren für winzige Magnet- und Temperaturänderungen

Weil die Moleküle extrem klein sind, könnten sie sogar in biologische Systeme integriert werden – etwa um Veränderungen in Zellen messbar zu machen.

Erbium als Schlüsselelement

Im Zentrum steht Erbium, ein Seltenerdmetall. Es ist schon aus Glasfaserverstärkern und MRT-Geräten bekannt – und bringt für die Quantenforschung perfekte Eigenschaften mit: Es kann Licht fast störungsfrei absorbieren und emittieren, reagiert aber gleichzeitig empfindlich auf Magnetfelder.

„Diese Kombination eröffnet uns eine spannende Plattform für molekulare Spin-Qubits“, sagt Grant Smith, Doktorand in Chicago.

Chemie trifft Quantenphysik

Der Erfolg basiert nicht nur auf Physik, sondern auch auf Chemie. Gemeinsam mit der UC Berkeley entwickelte das Team Moleküle, deren elektronische und optische Eigenschaften sich gezielt steuern lassen.

„Synthetische Chemie erlaubt es, Quantenmaterialien auf molekularer Ebene zu designen“, erklärt Jeffrey Long, Professor für Chemie in Berkeley. Damit werden Möglichkeiten eröffnet, die klassische Festkörpermaterialien nicht bieten.

Von der Theorie ins Glasfasernetz

Die Tests mit optischer Spektroskopie und Mikrowellentechnik bestätigten: Die Moleküle arbeiten genau in dem Frequenzbereich, den die Telekommunikation längst nutzt.

„So kommen wir einem skalierbaren Quantennetzwerk, das direkt in heutige Glasfaser-Infrastruktur eingebunden werden kann, deutlich näher“, sagt David Awschalom, Physiker in Chicago.

Der Clou: Anders als viele Quantenideen benötigen diese Qubits keine völlig neue Hardware. Sie könnten mit der vorhandenen Glasfasertechnik arbeiten

Blick in die Zukunft: Quanteninternet zum Anfassen?

Noch steckt das Quanteninternet in den Kinderschuhen. Erste Laborprototypen sind im Einsatz, doch für den Alltag fehlen Bausteine, die klein, robust und kompatibel sind. Genau hier kommen die neuen molekularen Qubits ins Spiel.

Ob sie eines Tages in Smartphones, Quantencomputern oder medizinischen Geräten landen, bleibt offen. Doch die Tür ist einen Spalt weit aufgestoßen. Oder wie es das Forschungsteam selbst formuliert: Diese Studie „kratzt nur an der Oberfläche dessen, was wir erreichen können“.

Hier geht es zur Originalpublikation

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.