Elektronikproduktion 21.12.2012, 18:28 Uhr

Der lange Weg zum fairen Handy

Viele Elektronikgeräte setzen sich aus Rohstoffen zweifelhafter Herkunft zusammen. Transparenzvorschriften sollen das ändern, aber so einfach lässt sich die stark globalisierte Produktion nicht durchleuchten.

Der Weg zum ethisch unbedenklichen Handy ist noch weit.

Der Weg zum ethisch unbedenklichen Handy ist noch weit.

Foto: Vodafone 

Lebensmittel, Textilien, Blumen – fair hergestellte und gehandelte Produkte finden sich in vielen Sortimenten. Im Bereich Informationstechnik sucht man sie allerdings vergebens. Dabei kommen in immer kürzeren Abständen immer mehr Handys, Smartphones und Computer auf den Markt, deren Produktion bis zu 60 verschiedene Rohstoffe frisst.

Hilfsorganisationen bemängeln seit Jahren, dass der Rohstoffabbau in den Ursprungsländern oft zu schweren Menschenrechtsverletzungen führt – wegen katastrophaler ökologischer und sozialer Rahmenbedingungen oder weil die Erlöse Kriege und Konflikte befeuern. Diamanten und Coltan führen die lange Liste problematischer Rohstoffe an.

Handy-Produktion soll sozial- und umweltverträglicher werden

Der Schrei nach Sozial- und Umweltverträglichkeit wird lauter. Ob die Unternehmen diesen Forderungen überhaupt nachkommen können, ist jedoch fraglich. „Den Überblick über die vielen Fertigungsstufen und Lieferbeziehungen zu gewinnen, ist schwierig“, sagt Friedel Hütz-Adams, der für das Südwind-Institut die Wertschöpfungskette von Mobiltelefonen untersucht hat. Ein Ergebnis seiner Studie: „Die großen, namhaften Handyhersteller konzentrieren sich meist auf die Entwicklung und das Marketing. Die eigentliche Herstellung der Geräte wurde dagegen größtenteils an die Lieferanten abgegeben. Für Herkunft und Förderbedingungen der benötigten Rohstoffe fühlen sich die Markenproduzenten daher schlicht nicht verantwortlich.“

Die Zulieferer in die Verantwortung zu nehmen, fällt schwer. Oft handelt es sich um asiatische Großkonzerne, die ihrerseits wegen schlechter Arbeitsbedingungen in ihren Fabriken in der Kritik stehen. „Diese Unternehmen wollen nicht transparent sein, weder beim Umgang mit ihren Beschäftigten noch bei der Beschaffung der Komponenten“, sagt Cornelia Szyszkowitz, bei der Deutschen Telekom für Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen zuständig. Vor ihnen in der Wertschöpfungskette liegen immer noch die Schmelzen, und davor internationale Händler, die ihre Ware wieder aus vielen Quellen beziehen. „Ein Container Coltan, der den Kongo verlässt, kann Erze aus bis zu 200 verschiedenen Förderstätten enthalten“, sagt Ilona Auer-Fege vom Ökumenischen Netz Zentralafrika.

Stellenangebote im Bereich Elektrotechnik, Elektronik

Elektrotechnik, Elektronik Jobs
KANZAN Spezialpapiere GmbH-Firmenlogo
Technische Projektplaner (m/w/d) in der Papierindustrie KANZAN Spezialpapiere GmbH
Landguth Heimtiernahrung GmbH-Firmenlogo
Automation Engineer / Automatisierungsingenieur (m/w/d) - Produktion & Digitalisierung Landguth Heimtiernahrung GmbH
Ihlow Riepe Zum Job 
Tremonia Mobility GmbH-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker - Fahrzeugelektronik (m/w/d) Tremonia Mobility GmbH
Dortmund Zum Job 
naturenergie netze GmbH-Firmenlogo
Ingenieur als Teamleiter Netzleitstelle (m/w/d) naturenergie netze GmbH
Rheinfelden (Baden), Donaueschingen Zum Job 
RHEINMETALL AG-Firmenlogo
Verstärkung für unsere technischen Projekte im Bereich Engineering und IT (m/w/d) RHEINMETALL AG
deutschlandweit Zum Job 
seleon GmbH-Firmenlogo
Entwickler Mechanik / Konstruktion (m/w/d) seleon GmbH
Dessau-Roßlau Zum Job 
Stadtwerke Potsdam GmbH-Firmenlogo
Experte (m/w/d) Energieinfrastruktur und Bauprojekte - Planung und Realisierung - Stadtwerke Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
Netzgesellschaft Potsdam GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Sonderbauvorhaben Umspannwerke | Hochspannungsfreileitungen Netzgesellschaft Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Applikation- und Projektingenieur (m/w/d) Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
ONTRAS Gastransport GmbH-Firmenlogo
Projektmanager für Wasserstoff (m/w/d) ONTRAS Gastransport GmbH
Leipzig Zum Job 
maxon motor GmbH-Firmenlogo
Produktionsingenieur Schwerpunkt Injection Molding Tools & Processes (w/m/d) maxon motor GmbH
Netz Leipzig GmbH-Firmenlogo
Teamleitung (m/w/d) Leitstelle Strom Netz Leipzig GmbH
Leipzig Zum Job 
TROESTER GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker (m/w/d) - Fachrichtung Elektrotechnik/SPS TROESTER GmbH & Co. KG
Hannover Zum Job 
KEMNA BAU Andreae GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Projektportfolio-Manager (m/w/d) für Produktionsanlagen KEMNA BAU Andreae GmbH & Co. KG
Pinneberg, Hybrid Zum Job 
HOCHBAHN U5 Projekt GmbH-Firmenlogo
Projektleiter U5-Betriebsführungssystem - vollautomatisches U-Bahn-System (w/m/d) HOCHBAHN U5 Projekt GmbH
Hamburg Zum Job 
Beckhoff Automation GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Ingenieur (m/w/d) Vertrieb Automatisierungstechnik im Gebiet München Beckhoff Automation GmbH & Co. KG
Gröbenzell Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Ingenieur/ Vertriebsingenieur (m/w/d) für den Bereich Key Account Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
GW Batterien GmbH-Firmenlogo
Anwendungstechniker (m/w/d) GW Batterien GmbH
Zwickau Zum Job 
Berliner Stadtreinigung (BSR)-Firmenlogo
Betriebsingenieur:in Automatisierungs- und Emissionsmesstechnik (w/m/d) Berliner Stadtreinigung (BSR)
AOK Hessen. Die Gesundheitskasse.-Firmenlogo
Ingenieur / Elektrotechniker (m/w/d) AOK Hessen. Die Gesundheitskasse.
Groß-Gerau Zum Job 

Voraussetzung für eine faire, nachhaltige Handy-Fertigung: Transparenz

Bei solch kleinteiligen Strukturen mit internationaler Gesetzgebung Transparenz erzwingen zu wollen, kann kontraproduktiv sein, ist die Erfahrung von Michael Priester von der Beratungsfirma Projekt Consult. Ab Herbst 2013 schreibt der Dodd-Frank-Act an US-Börsen notierten Unternehmen vor, ihre Liefer- und Produktketten sowie Zahlungen offenzulegen, sofern sie bestimmte Rohstoffe aus dem Kongo oder angrenzenden Ländern verwenden die EU arbeitet bereits an einer ähnlichen Regelung. „Der Dodd-Frank-Act hat zu einer Kriminalisierung kongolesischer Produkte geführt“, sagt Priester. Zertifizierungen, die bei den Bedingungen vor Ort ansetzen, hält er für den nachhaltigeren Weg.

Der Weg zum ethisch unbedenklichen Handy ist weit – das erlebt gerade das niederländische Leuchtturmprojekt Fairphone. „Es gibt Probleme beim Aufbau transparenter Beschaffungsketten“, sagt Christian Kuijstermans von der Unterstützergruppe ActionAid. Um überhaupt voranzukommen, konzentriere sich Fairphone jetzt darauf, Zinn und Kobalt für die geplanten 10 000 Geräte aus zertifizierten Quellen zu beschaffen. Kuijstermans: „Ein zu 100 % faires Smartphone herzustellen, ist derzeit unmöglich.“

 

Ein Beitrag von:

  • Petra Hannen

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.