Studie 28.02.2025, 11:46 Uhr

Wie sich Leben auf der frühen Erde trotz Stickstoffmangel entwickeln konnte

Forschende untersuchen fossiles Leben auf der frühen Erde, um mehr über die Entstehung der Photosynthese zu lernen – den Prozess, der den Sauerstoff liefert, den wir atmen. Diese Entdeckungen könnten auch helfen, Hinweise auf Leben auf anderen Planeten wie dem Mars oder den eisigen Monden im äußeren Sonnensystem zu finden.

Michelle Gehringer

Michelle Gehringer erforscht fossiles Leben auf der frühen Erde.

Foto: RPTU, Thomas Koziel

Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) forschen an der Entwicklung des Lebens auf der frühen Erde. Neue Studien zeigen, dass biologisch verfügbarer Stickstoff vermutlich kein begrenzender Faktor war, wie bisher angenommen.

Lebewesen benötigen Stickstoff, um zum Beispiel Proteine zu bilden. Obwohl die Atmosphäre viel Stickstoff enthält, können Menschen und die meisten Pflanzen ihn nicht direkt aufnehmen. Schon im frühen Leben der Erde war man daher auf Mikroben angewiesen, die den Stickstoff aus der Luft in Verbindungen umwandelten, die von Lebewesen genutzt werden konnten.

Die Geheimnisse des frühen Stickstoffkreislaufs

Vor Milliarden Jahren auf der Erde ist noch vieles unbekannt. Woher kam der Stickstoff? Wie wurde er genutzt? Und was bedeutete das für das Leben? Diese Fragen erforscht Dr. Michelle Gehringer von der RPTU. Sie ist Geomikrobiologin und untersucht, wie Mikroben und chemische Prozesse zusammenhängen.

Unter ihrer Leitung wurde kürzlich eine Methode bestätigt, die zeigt, dass die biologische Stickstofffixierung auch bei wechselnden Atmosphären stabil bleibt. Um ihre Forschung zu verstehen, muss man wissen, dass Stickstoff zwei stabile Isotope hat: 15N und 14N. Michelle Gehringer erklärt in einer Pressemitteilung: „Stickstoffgas ist eine Mischung aus dem leichten Atom 14N und dem schwereren Atom 15N. Wenn moderne Mikroben Stickstoff in ihrem Stoffwechsel nutzen, dann verwenden sie diese beiden Isotope in einem bestimmten Verhältnis zueinander. Wir messen dies, indem wir stickstoffhaltige Biomasse verbrennen und das bei der Verbrennung entstehende Stickstoffgas auffangen.“

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
BG ETEM-Firmenlogo
Dozent/in (m/w/d) in der Bildungsstätte Dresden BG ETEM
Dresden Zum Job 
TenneT-Firmenlogo
Network Engineer Kommunikationsnetze (m/w/d) TenneT
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektleiter Wohnungsbau (m/w/d) für Neubau und Modernisierung auf Bauherrenseite Allbau Managementgesellschaft mbH
Orano GmbH-Firmenlogo
Strahlenschutzingenieur / Strahlenschutztechniker (m/w/d) Orano GmbH
Nürnberg Zum Job 
UPM - The Biofore Company-Firmenlogo
Production Engineer (m/f/d) UPM - The Biofore Company
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Arbeitsvorbereiter / Stationärer Projektleiter (m/w/d) für Auftragsabwicklung und Produktionssteuerung im Bereich Fertigteilbau KLEBL GmbH
Gönnern Zum Job 
Stadtwerke Essen AG-Firmenlogo
Betriebsingenieur/in (gn) für Technisches Sicherheitsmanagement und Sonderprojekte Stadtwerke Essen AG
OCS Optical Control Systems GmbH-Firmenlogo
Entwicklungsingenieure (m/w/d) für die Bildverarbeitung & Softwareentwicklung OCS Optical Control Systems GmbH
OCS Optical Control Systems GmbH-Firmenlogo
Applikationsingenieur (m/w/d) für Automatisierungssysteme OCS Optical Control Systems GmbH
Spritz-Plast GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Spritz-Plast GmbH
Laufenburg (Baden) Zum Job 
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Support-Techniker/-Ingenieur (m/w/d) LED-Lithographieanlagen Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF-Firmenlogo
Ingenieur Mikroelektronik - Hochfrequenztechnik / Messtechnik (all genders) Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF
Freiburg im Breisgau Zum Job 
Hirschvogel Holding GmbH-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker als Planer Qualitätsmanagement für Kundenprojekte (m/w/d) Hirschvogel Holding GmbH
Denklingen Zum Job 
JOST-Werke Deutschland GmbH-Firmenlogo
Manager Testing & Prototyping Global | Mechanical Systems (m/w/d) JOST-Werke Deutschland GmbH
Neu-Isenburg (bei Frankfurt a. M.) Zum Job 
kbo-Donau-Altmühl-Kliniken gGmbH-Firmenlogo
Bautechniker (m/w/d) kbo-Donau-Altmühl-Kliniken gGmbH
Ingolstadt, Taufkirchen, Freising, Eichstätt Zum Job 
Landesanstalt für Altlastenfreistellung des Landes Sachsen-Anhalt-Firmenlogo
Projektmanager Altlastensanierung (m/w/d) Landesanstalt für Altlastenfreistellung des Landes Sachsen-Anhalt
Magdeburg Zum Job 
STEULER-KCH GmbH-Firmenlogo
Technischer Vertriebsmitarbeiter Export - Surface Protection (m/w/d) STEULER-KCH GmbH
Siershahn Zum Job 
Erwin Junker Maschinenfabrik GmbH-Firmenlogo
Bereichsleiter Qualitätsmanagement (m/w/d) Erwin Junker Maschinenfabrik GmbH
Nordrach Zum Job 
Henkel AG & Co. KGaA-Firmenlogo
Business Development Manager - Western Europe (d/f/m) Henkel AG & Co. KGaA
Düsseldorf Zum Job 
Henkel AG & Co. KGaA-Firmenlogo
Projektingenieur Kraftwerk (d/m/w) Henkel AG & Co. KGaA
Düsseldorf Zum Job 

Neue Erkenntnisse aus Cyanobakterien und alten Stromatolithen

Die Forschenden unter Leitung von Gehringer züchteten Cyanobakterien unter Umweltbedingungen, die denen der frühen Erde ähnelten, also ohne Sauerstoff und mit hohem Kohlendioxidgehalt. Sie stellten fest, dass das Verhältnis von 15N zu 14N in den Cyanobakterien stabil blieb. Ihre Ergebnisse stützten daher die Annahme, dass dieses Verhältnis während der gesamten Erdgeschichte konstant war.

Michelle Gehringer und weitere Forschende, darunter Dr. Ashley Martin von der Northumbria University und Dr. Eva Stüeken von der University of St Andrews, untersuchten den Stickstoffkreislauf in alten Stromatolithen. Diese Sedimentgesteine, die rund 2,7 Milliarden Jahre alt sind, enthalten Überreste von Mikroorganismen und geben den Forschenden Einblicke in die damaligen Ökosysteme und Umweltbedingungen.

Wir beschafften uns Zugang zu unberührtem, nicht verwittertem Gestein, das wir zu einem feinen Pulver zermahlten und auf Stickstoffisotope analysierten.“, sagte Gehringer. Mit den 15N/14N-Verhältniss-Messungen fanden die Forschenden heraus, dass das organische Material in den alten Stromatolithen, im Gegensatz zu modernen Stromatolithen, nicht nur auf die biologische Fixierung von Stickstoff durch Cyanobakterien angewiesen war. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass zusätzlich Stickstoff in Form von gelöstem Ammonium aufgenommen wurde. Die plausibelste Quelle dafür seien hydrothermale Aktivitäten am Meeresboden.

Die Forschenden untersuchten auch Sedimentgesteine in einem Vulkanbecken, das ebenfalls rund 2,7 Milliarden Jahre alt ist. Auch hier spielte Ammonium aus heißen Quellen eine wichtige Rolle.

Was die frühe Erde über Leben auf dem Mars verrät

Bisher wurde angenommen, dass das Leben auf der frühen Erde, bevor die Atmosphäre mit Sauerstoff angereichert wurde, durch einen Mangel an biologisch verfügbarem Stickstoff eingeschränkt war. Doch die aktuellen Studien zeigen, dass Ammonium aus hydrothermalen Tiefseequellen eine zusätzliche Rolle spielte. Die Forschenden erklärten, dass Stickstoff die Ausbreitung des Lebens auf der frühen Erde nicht einschränkte. Stattdessen konnte das Leben sowohl in Tief- als auch in Flachwasser-Meeresumgebungen gedeihen. Dies ermöglichte laut Gehringer die Entwicklung einer großen Vielfalt an Mikroorganismen, die noch heute existieren.

Die Forschenden fragten sich, was diese Erkenntnisse für Leben auf anderen Planeten bedeuten könnten. Sie wiesen darauf hin, dass hydrothermale Aktivität auf dem Mars nachgewiesen wurde und wahrscheinlich auch auf den eisigen Monden im äußeren Sonnensystem vorkommt. Es sei möglich, dass dort ähnliche Prozesse wie auf der frühen Erde stattgefunden haben oder noch immer stattfinden.

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.