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Warum Hafer- oder Mandelmilch Kuhmilch nicht ersetzen kann

13. Dezember 2024

Pflanzliche Milch
Pflanzliche Milch aus Hafer, Mandeln oder Soja ist im Vergleich zu Kuhmilch nicht so gesund, wie sie häufig gemacht wird. Foto: Jakob Helbig
Pflanzliche Milchprodukte gelten oft als die gesunde Alternative zu Kuhmilch. Eine aktuelle Studie kommt jedoch zu überraschenden Erkenntnissen.
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In den letzten Jahren hat der globale Markt für pflanzliche Milchalternativen wie Hafer-, Mandel- und Sojamilch ein enormes Wachstum erlebt. Diese Produkte sind besonders beliebt in Kaffee, Smoothies und Haferflocken. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher greifen aus ökologischen oder ethischen Gründen zu diesen Alternativen, da sie oft einen geringeren CO2-Fußabdruck haben. Doch wie gesund sind sie wirklich? Eine aktuelle Studie hat die Nährstoffqualität dieser Getränke untersucht und mit Kuhmilch verglichen – mit überraschenden Ergebnissen.

Inhaltsverzeichnis

Herstellung pflanzlicher Getränke sehr komplex

Während Kuhmilch von Natur aus ein nahezu fertiges Produkt ist, erfordert die Herstellung von Hafer-, Mandel- oder Sojamilch eine intensive Verarbeitung. Mandeln, Hafer oder Sojabohnen müssen eingeweicht, gemahlen, filtriert und anschließend mit Wasser gemischt werden. Um die Produkte haltbar zu machen, werden sie zudem oft ultrahocherhitzt (UHT). Dieses Verfahren wird weltweit genutzt, um Milch und pflanzliche Alternativen länger haltbar zu machen. Allerdings hat diese Behandlung Auswirkungen auf die Nährstoffzusammensetzung.

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Professorin Marianne Nissen Lund von der Universität Kopenhagen erläutert: „Die ultrahocherhitzten Getränke durchlaufen die sogenannte Maillard-Reaktion, eine chemische Reaktion zwischen Zucker und Proteinen, die den Nährwert beeinflusst. Besonders der Proteingehalt leidet unter diesem Prozess.“

Nährstoffverluste durch Verarbeitung

Die Maillard-Reaktion, die bei hohen Temperaturen auftritt, verändert die Struktur der Proteine in den pflanzlichen Getränken. Dadurch gehen essenzielle Aminosäuren verloren, die unser Körper dringend benötigt. Im Vergleich dazu bleibt der Proteingehalt von Kuhmilch stabil, da diese bei niedrigeren Temperaturen pasteurisiert wird. Die Studie zeigt, dass ultrahocherhitzte Kuhmilch etwa 3,4 Gramm Protein pro 100 Milliliter enthält, während pflanzliche Alternativen meist nur zwischen 0,4 und 1,1 Gramm Protein bieten.

Besonders kritisch ist laut Forschungsteam, dass der Gehalt an essenziellen Aminosäuren in pflanzlichen Getränken deutlich niedriger ist. Diese Aminosäuren kann der menschliche Körper nicht selbst herstellen, weshalb sie über die Nahrung zugeführt werden müssen. Wer sich ausschließlich auf pflanzliche Milchalternativen verlässt, riskiert langfristig Nährstoffmängel.

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Pflanzliche Alternativen haben hohen Zuckergehalt

Ein weiteres Problem ist laut der Studie der hohe Zuckergehalt vieler pflanzlicher Milchalternativen. Sieben von zehn getesteten Produkten enthielten mehr Zucker als Kuhmilch. Dies widerspricht der weit verbreiteten Annahme, dass pflanzliche Alternativen automatisch gesünder seien. Hinzu kommt, dass diese Getränke oft Zusatzstoffe wie Verdickungsmittel, Emulgatoren und Aromen enthalten, um Geschmack und Konsistenz zu verbessern.

Professorin Lund erklärt: „Viele Verbraucher glauben, dass pflanzliche Getränke gesünder sind, doch in Wirklichkeit sind sie oft hochverarbeitete Produkte mit einem niedrigen Nährstoffgehalt.“

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Potenzielle Gesundheitsrisiken durch chemische Verbindungen

ie intensive Verarbeitung pflanzlicher Milchalternativen birgt nicht nur das Risiko von Nährstoffverlusten, sondern auch die Entstehung gesundheitlich bedenklicher Verbindungen. Die Studie identifizierte Acrylamid, eine potenziell krebserregende Substanz, in vier der getesteten Produkte. Acrylamid entsteht normalerweise bei hohen Temperaturen, etwa beim Backen oder Braten. Es war überraschend, diese Substanz in flüssigen Lebensmitteln wie pflanzlichen Getränken zu finden. Eine mögliche Ursache sind die gerösteten Mandeln, die in einigen Produkten verwendet werden.

Darüber hinaus wurden α-Dicarbonylverbindungen und Hydroxymethylfurfural (HMF) in mehreren Produkten nachgewiesen. Diese Verbindungen können Entzündungen im Körper verstärken und stehen im Verdacht, das Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erhöhen. Lars Ove Dragsted, Ernährungswissenschaftler an der Universität Kopenhagen, betont: „Diese chemischen Substanzen sind unerwünscht und können potenziell gesundheitsschädlich sein. Wir müssen mehr über die Auswirkungen solcher Verbindungen lernen.“

Was können Verbraucher tun?

Die Ergebnisse der Studie zeigen deutlich, dass pflanzliche Milchalternativen kein vollwertiger Ersatz für Kuhmilch sind. Professorin Lund rät Verbrauchern, auf natürlichere und weniger verarbeitete Lebensmittel zu setzen. Wer pflanzliche Getränke konsumiert, sollte sicherstellen, dass andere Lebensmittel in der Ernährung die fehlenden Nährstoffe ausgleichen.

„Im Idealfall wählen Verbraucher Produkte mit möglichst wenig Verarbeitung. Das könnte auch bedeuten, selbst pflanzliche Milch herzustellen oder auf unverarbeitete Alternativen zurückzugreifen“, so Lund. Gleichzeitig fordert sie die Industrie auf, ihre Produktionsverfahren zu überdenken und die Verarbeitung zu optimieren. Kürzere Haltbarkeiten könnten helfen, die Maillard-Reaktionen und damit verbundene Nährstoffverluste zu minimieren.

Hier geht es zur Originalpublikation



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