Chemie 17.06.2025, 17:30 Uhr

Mangan als nachhaltige Alternative für LED-Beleuchtung

Forschende der Universitäten Düsseldorf und Innsbruck haben eine Alternative zu den bisher in Leuchtdioden verwendeten Seltenen Erden weiterentwickelt: Mangan. Das weit verbreitete und leicht zu gewinnende Element könnte künftig verstärkt als Basis für LED-Leuchtstoffe dienen. In einer aktuellen Studie zeigen die Wissenschaftler, dass mit einem einzigen Mangan-basierten Leuchtstoff weißes Licht erzeugt werden kann.

Verschiedene LED-Leuchtmittel

In LED werden bislang Seltene Erden verarbeitet, das könnte sich ändern.

Foto: SmarterPix / ludinko

Leuchtdioden (LED) gelten als Schlüssel für energieeffiziente und flexible Beleuchtungslösungen. Bisher werden in Weißlicht-LED jedoch fast ausschließlich Leuchtstoffe eingesetzt, die auf sogenannten Seltenen Erden wie Europium oder Cer basieren. Diese Elemente zu gewinnen, ist nicht nur kostspielig, sondern auch strategisch nachteilig, da sie hauptsächlich in wenigen Ländern, vor allem in China, in großem Maßstab abgebaut werden. Ein Forschungsteam um Markus Suta von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) und Hubert Huppertz von der Universität Innsbruck machte sich daher auf die Suche nach einfacher verfügbaren und leichter zu verarbeitenden Alternativen.

Die Forschenden identifizierten das Übergangsmetall Mangan, genauer gesagt das zweifach positiv geladene Manganion (Mn2+), als passenden Kandidaten. Im Gegensatz zu den Seltenen Erden ist Mangan in der Erdkruste weit verbreitet, kann einfach abgebaut und aus den Erzen gewonnen werden. Zudem ist der Umgang mit dem Element deutlich simpler. Aber warum wurde Mangan bisher trotz verschiedener Forschungsprojekte nicht komerziell für LED eingesetzt? Suta erklärt: „Ein fundamentaler Nachteil liegt darin, dass Mn2+ nur recht ineffizient absorbiert und deswegen die Lumineszenz verhältnismäßig langsam abklingt. Daher sind hohe Leistungsdichten nötig, um eine ausreichende Helligkeit zu erreichen.“

Mn4+ bereits in Displays im Einsatz

Das Ion Mn4+ hat es bereits in die praktische Anwendung geschafft und wird etwa in Displays für Monitore ausgenutzt. Allerdings wird bei der Herstellung der entsprechenden Leuchtstoffe mit der in der Anwendung heiklen Flusssäure gearbeitet. Die Forschenden konzentrierten sich daher auf die Untersuchung der Lumineszenz – der Strahlungscharakteristik – einer besonderen Verbindung: des Mn2+-Ions in sogenannten Alkalilithosilicaten. Diese Verbindungen wurden bereits vor einigen Jahren von Huppertz‘ Arbeitsgruppe als vielversprechende Kandidaten für cyan-emittierende Schmalbandemitter für Displays identifiziert, damals aber noch mit Europium als Emitter.

Suta erläutert: „Anders als Europium- sind Manganionen  viel kleiner und flexibler in der Auswahl bestimmter Koordinationsgeometrien. Mn2+-Ionen leuchten im Umfeld von vier Sauerstoff-Atomen schmalbandig grün, aber eher rot, wenn sie von sechs bis acht Sauerstoff-Atomen umgeben sind.“ Mit den korrekten Details bleibe die Helligkeit der Lumineszenz thermisch relativ stabil. Das sei relevant, weil LED mit solchen anorganischen Leuchtstoffen Betriebstemperaturen von rund 150 °C erreichen können.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Stadt Freiburg-Firmenlogo
Ingenieur*in / Techniker*in / Meister*in Elektrotechnik als Projektleitung Stadt Freiburg
Freiburg Zum Job 
Staatliches Baumanagement Hannover-Firmenlogo
Ingenieure (m/w/d) Elektrotechnik Staatliches Baumanagement Hannover
Hannover Zum Job 
Koehler Paper-Firmenlogo
Produktionsingenieur (m/w/d) Papier Koehler Paper
Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur - Oberbauleiter Rohbau (m/w/d) Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG
Metzingen Zum Job 
Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur/Bautechniker - Bauleiter Rohbau (m/w/d) Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG
Stuttgart Zum Job 
Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur/Bautechniker - Bauleiter Rohbau (m/w/d) Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG
Metzingen Zum Job 
Brodbeck Service und Verwaltung GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Technischer Einkäufer (m/w/d) Brodbeck Service und Verwaltung GmbH & Co. KG
Metzingen Zum Job 
Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF-Firmenlogo
Ingenieur Mikroelektronik - Hochfrequenztechnik / Messtechnik (all genders) Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF
Freiburg im Breisgau Zum Job 
Hirschvogel Holding GmbH-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker als Planer Qualitätsmanagement für Kundenprojekte (m/w/d) Hirschvogel Holding GmbH
Denklingen Zum Job 
Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY-Firmenlogo
Scientist for FPGA-based RF signal processing and control (m/f/d) Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY
Hamburg Zum Job 
JOST-Werke Deutschland GmbH-Firmenlogo
Manager Testing & Prototyping Global | Mechanical Systems (m/w/d) JOST-Werke Deutschland GmbH
Neu-Isenburg (bei Frankfurt a. M.) Zum Job 
Landkreis Reutlingen-Firmenlogo
Leitung (w/m/d) des Kreisbauamtes Landkreis Reutlingen
Reutlingen Zum Job 
kbo-Donau-Altmühl-Kliniken gGmbH-Firmenlogo
Bautechniker (m/w/d) kbo-Donau-Altmühl-Kliniken gGmbH
Ingolstadt, Taufkirchen, Freising, Eichstätt Zum Job 
Markt Bad Abbach-Firmenlogo
Sachgebietsleitung Hochbau und Gebäudeunterhaltung (w/m/d) Markt Bad Abbach
Bad Abbach Zum Job 
RHEINMETALL AG-Firmenlogo
Verstärkung für unsere technischen Projekte im Bereich Engineering und IT (m/w/d) RHEINMETALL AG
deutschlandweit Zum Job 
Hamburg Wasser-Firmenlogo
Ingenieur Projektleitung Großprojekte Wasserwerke (m/w/d) Hamburg Wasser
Hamburg Zum Job 
Sweco GmbH-Firmenlogo
Teamleitung Verkehr & Wasser (w/m/x) Sweco GmbH
Hannover Zum Job 
Stadtwerke Strausberg GmbH-Firmenlogo
Techniker Stromnetz - Netzkoordination & Digitalisierung (m/w/d) Stadtwerke Strausberg GmbH
Strausberg Zum Job 
Logistik Stahlbau Fischer GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Technischer Vertriebsmitarbeiter (m/w/d) im Stahlbau Logistik Stahlbau Fischer GmbH & Co. KG
Karlsruhe Zum Job 
Ministerium für Schule und Bildung Nordrhein-Westfalen-Firmenlogo
Lehrkraft (m/w/d) Ministerium für Schule und Bildung Nordrhein-Westfalen
Nordrhein-Westfalen Zum Job 

Mangan-Leuchtstoff für effizientes weißes LED-Licht

Huppertz sieht einen weiteren bedeutenden Vorteil in der Verwendung von Mangan als Leuchtstoff: „Zusammen mit dem blauen Licht der Halbleiter-LED kann somit mit einem einzigen Leuchtstoff aus verfügbaren Rohstoffen effizient weißes Licht generiert werden.“ Bisher werden dafür in der Regel zwei verschiedene Europium-basierte Leuchtstoffe gemischt, die das blaue Licht der LED in grünes und rotes Licht umwandeln. Auf diese Weise kann laut Suta potenziell eine Weißlicht-emittierende LED mit guter Farbabstimmbarkeit geschaffen werden.

Die Forschenden heben hervor, dass weitere Untersuchungen erforderlich sind, um die Leistungsdichten zu bestimmen, die benötigt werden, um den Mangan-basierten Leuchtstoff ausreichend anzuregen. Huppertz fasst zusammen: „Wir müssen sehen, ob die Helligkeit und der Leistungsverbrauch einer auf unserem Konzept basierenden LED mit Mangan-aktiviertem Leuchtstoff tatsächlich konkurrenzfähig gegenüber den heutigen LEDs ist.“

Weitere Forschung der Mangan-LED-Technologie nötig

Die Ergebnisse der Studie, die in der Fachzeitschrift „Angewandte Chemie“ veröffentlicht wurden, zeigen das Potenzial von Mangan als nachhaltige und kostengünstige Alternative zu den bisher in LED eingesetzten Seltenen Erden. Dennoch sind weitere Forschungen notwendig, um die Leistungsfähigkeit und Effizienz der Mangan-basierten Leuchtstoffe zu verbessern und sie für den praktischen Einsatz in LED-Beleuchtungslösungen tauglich zu machen.

Sollte es gelingen, die noch bestehenden Herausforderungen zu meistern, könnte die Mangan-LED-Technologie einen Beitrag zur Entwicklung nachhaltiger und energieeffizienter Beleuchtungssysteme leisten. Durch den Einsatz eines weit verbreiteten und leicht zu gewinnenden Elements wie Mangan ließen sich nicht nur die Kosten senken, sondern auch die Abhängigkeit von Ressourcen wie den Seltenen Erden verringern.

Ein Beitrag von:

  • Julia Klinkusch

    Julia Klinkusch ist seit 2008 selbstständige Journalistin und hat sich auf Wissenschafts- und Gesundheitsthemen spezialisiert. Seit 2010 gehört sie zum Team von Content Qualitäten. Ihre Themen: Klima, KI, Technik, Umwelt, Medizin/Medizintechnik.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.