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Tensor Robocar: Deutsche Technik ermöglicht das klappbare Lenkrad

08. Januar 2026

So funktioniert das Tensor Robocar. Ein Blick auf Steer-by-Wire von ZF, Bosch-Bremsen und das weltweit erste Klapp-Lenkrad.
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Das kalifornische Unternehmen Tensor schlägt ein neues Kapitel in der Automobilgeschichte auf. Mit dem „Robocar“ präsentiert die Firma ein Fahrzeug, das von Beginn an für das autonome Fahren nach Level 4 konzipiert wurde. Es ist kein klassisches Elektroauto, das nachträglich um Sensoren ergänzt wurde. Vielmehr handelt es sich um ein komplexes Rechenzentrum auf Rädern.

In der Branche erregt besonders eine Innovation Aufmerksamkeit: das weltweit erste klappbare Lenkrad in einem Serienfahrzeug. Doch während die Vision aus Kalifornien stammt, steckt im Inneren des Fahrzeugs massenhaft deutsches Ingenieurwissen. Ohne die Systeme von Zulieferern wie ZF und Bosch wäre dieses Konzept technisch kaum umsetzbar.

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Inhaltsverzeichnis

Das Cockpit wird zum Wohnzimmer

Das klappbare Lenkrad ist das sichtbarste Zeichen für den Wandel. Tensor entwickelte diese Komponente gemeinsam mit den Experten von Autoliv und ZF. Sobald Sie in den autonomen Modus wechseln, faltet sich das Steuer elegant in die Konsole. Auch die Pedale ziehen sich zurück. Dadurch verwandelt sich der Fahrerbereich in einen freien Raum. Das SUV bietet einen Radstand von 3.150 mm. Damit ist der Innenraum großzügiger als bei vielen Oberklasse-Limousinen. Jay Xiao, CEO von Tensor, beschreibt den Ansatz so:

„Klappbare Lenkräder gab es bisher nur in Konzeptfahrzeugen – jetzt bringen wir diese Innovation in Serienfahrzeuge für den täglichen Gebrauch.“ Diese Wandlungsfähigkeit ist nur möglich, weil ZF eine moderne Steer-by-Wire-Technologie liefert. Es gibt keine mechanische Lenksäule mehr. Die Befehle werden rein elektrisch übertragen. Dies erlaubt es den Ingenieurteams, das Lenkrad physisch vom Rest des Systems zu trennen und zu bewegen.

ZF: Präzision an allen vier Rädern

Die Rolle von ZF geht jedoch weit über das Lenkrad hinaus. Das Tensor Robocar ist ein massives Fahrzeug mit einer Länge von über 5,5 Metern. Um ein solches SUV in engen städtischen Umgebungen handhabbar zu machen, ist eine Allradlenkung nötig. ZF liefert hierfür die aktive Hinterachslenkung. Diese verbessert nicht nur die Wendigkeit, sondern erhöht auch die Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten.

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Für das autonome Fahren nach Level 4 ist Redundanz die wichtigste Voraussetzung. Fällt ein System aus, muss ein zweites sofort übernehmen. ZF integriert deshalb fehlertolerante Architekturen in die Lenksysteme. Die Sensoren am Fahrwerk erfassen zudem kontinuierlich Daten über den Zustand der Straße und die Fahrzeugbewegungen. Diese Informationen fließen direkt in den zentralen Computer ein. So kann die KI das Fahrverhalten in Echtzeit anpassen.

Bosch sichert den Bremsweg ab

Ein zweiter entscheidender Partner aus Deutschland ist Bosch. Für die Sicherheit eines Roboterautos ist das Bremssystem ebenso kritisch wie die Lenkung. Tensor setzt hier auf das Break-by-Wire-System von Bosch. Zum Einsatz kommt die neueste Generation des Elektronischen Stabilitätsprogramms (ESP10) in Kombination mit dem Decoupled Power Brake (DPB 2.0).

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Das Besondere am DPB 2.0 ist die Unabhängigkeit vom Bremspedal. Die Hardware kann den Bremsdruck ohne mechanisches Zutun der Nutzenden aufbauen. Da sich die Pedale im autonomen Modus zurückziehen, ist diese Technologie zwingend erforderlich. Auch hier spielt das Thema Sicherheit die Hauptrolle. Bosch liefert zusätzlich redundante elektronische Parkbremsen. Sollte das Hauptbremssystem ein Problem haben, kann das Fahrzeug über diese Zusatzsysteme sicher zum Stehen gebracht werden.

Massive Rechenpower aus der Blackwell-Architektur

Damit die Mechanik von ZF und Bosch weiß, was sie tun soll, benötigt das Auto eine enorme Rechenleistung. Das Herzstück bildet ein Supercomputer, der auf acht NVIDIA DRIVE AGX Thor Chips basiert. Diese nutzen die aktuelle Blackwell-GPU-Architektur. Mit einer Leistung von über 8.000 TOPS verarbeitet das System riesige Datenmengen in Millisekunden.

Zum Vergleich: Die Rechenpower entspricht laut Experten etwa 200 modernen Laptops. Diese Kraft ist nötig, um die Signale von insgesamt 37 Kameras, 5 Lidarsensoren und 11 Radarsystemen zu fusionieren. Hinzu kommen 22 Mikrofone, die Sirenen von Einsatzfahrzeugen erkennen. Das Auto hört also, bevor es sieht. Ein multimodales Sprachmodell ermöglicht es Ihnen zudem, natürlich mit dem Fahrzeug zu kommunizieren.

Sicherheit durch adaptive Airbags

Wenn das Lenkrad verschwindet, verändert sich die Schutzwirkung der Airbags. Gemeinsam mit Autoliv wurde deshalb ein adaptives System entwickelt. Wenn Sie manuell fahren, schützt Sie der Airbag im Lenkrad. Im autonomen Modus, wenn das Steuer eingeklappt ist, wird stattdessen ein großer Airbag im Armaturenbrett aktiviert. Fabien Dumont von Autoliv betont:

„Unsere Zusammenarbeit mit Tensor liefert genau das: eine Lenkungslösung, die sowohl die Sicherheit als auch den Komfort verbessert, indem sie sich an den Modus des Fahrzeugs anpasst.“ Beide Konfigurationen bieten das gleiche hohe Schutzniveau. Das System erkennt automatisch, welcher Modus aktiv ist, und schaltet die entsprechenden Zündkreise frei.

Effizienz und automatisches Laden

Trotz der umfangreichen Sensorik erreicht das Robocar einen Luftwiderstandsbeiwert von 0,253. Dies ist für ein SUV dieser Größe ein sehr guter Wert. Das Fahrzeug nutzt eine 800-V-Architektur. Dadurch sind extrem kurze Ladezeiten möglich. An einer passenden Schnellladesäule lädt der Akku in etwa 10 Minuten von 20 % auf 80 %.

Besonders komfortabel: Das Fahrzeug kann autonom laden. Ein automatischer Ladeanschluss ist mit Systemen von Firmen wie Rocsys kompatibel. Sie müssen also nicht einmal mehr ein Kabel in die Hand nehmen. Das Auto parkt selbstständig an der Ladestation und startet den Vorgang.

Vom Robotaxi zum Privatbesitz

Tensor ist ein Spin-off von AutoX, einem erfahrenen Akteur im Bereich der Robotaxis. Während andere Firmen auf Flottenlösungen setzen, fokussiert sich Tensor auf Privatpersonen. Das Ziel ist ein Premiumfahrzeug, das den Nutzenden Zeit zurückgibt. In den USA und im Nahen Osten soll der Verkauf 2026 starten.

In Deutschland ist die Situation komplexer. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Level-4-Fahrzeuge im Privatbesitz befinden sich noch im Aufbau. Dennoch zeigt das Projekt, dass die deutsche Zulieferindustrie für die Zukunft der Autonomie bereit ist. Firmen wie ZF und Bosch liefern die Hardware, die kalifornische Start-ups für ihre Visionen benötigen.

Ob sich das Konzept durchsetzt, wird auch vom Preis abhängen. Die enorme Menge an Sensoren und die doppelt ausgelegte Hardware sind kostspielig. Dennoch ist das Tensor Robocar ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie internationale Kooperation die Grenzen der Fahrzeugtechnik verschiebt.

 



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