Bisher war mein Lebenslauf durchgehend. Auch wenn einige kürzere Tätigkeiten dabei waren, konnte ich die Veränderungen immer begründen.
Dieses Jahr nun hatte ich eine neue Stelle angetreten, bei der der Vertrag nach drei Monaten in der Probezeit im gegenseitigen Einvernehmen beendet wurde. Danach werde ich nun arbeitslos sein.
Kann ich diese kurze Probezeit und die nachgelagerte Arbeitslosigkeit im zukünftigen Lebenslauf durch eine familienbedingte Auszeit oder eine freiberufliche Tätigkeit kaschieren oder ist dies rechtlich eher bedenklich? Lebenslauf liegt bei.
Frage: Bis heute glaubte ich, etwas von dem verstanden zu haben, was Sie immer wieder aufzeigen und aus den Fehlern der anderen gelernt zu haben. Jetzt jedoch bin ich selbst in einer Situation, in der bei mir alle Alarmglocken läuten.
Ich bin Dipl.-Ing. Nachrichtentechnik, Mitte 30 und war vier Jahre bei dem Unternehmen XY beschäftigt. Dort war zuletzt im Rahmen einer Umstrukturierung mein Arbeitsplatz im Vertriebsbereich weggefallen und man hatte mir eine Position im Einkauf angeboten. Diese hatte ich natürlich auch zunächst angenommen. Ich wußte jedoch von Anfang an, daß dies nicht meine Zukunft sein konnte.
So habe ich mich anderweitig beworben und nach einigen Vorstellungsgesprächen mit meinem zweiten Arbeitgeber einen Vertrag geschlossen.Nach der sechsmonatigen Probezeit hat man mir gekündigt mit der Bemerkung: Ich hätte mich nicht schnell genug in die für meine Stelle wichtigen Themengebiete eingearbeitet. Eine erste Unterredung hatte es schon nach knapp zwei Monaten gegeben. Dabei wurde mir gesagt, daß die Einarbeitung nicht so läuft, wie man sich das vorstellt.
Ich war von Anfang an auf mich allein gestellt und die Bitte, mich auf Schulungen für diese Produkte zu schicken, wurde überhört.
Ich brauche niemanden, der für mich denkt und arbeitet, aber ich muß bei einem komplexen Themengebiet wissen, was sehr wichtig, wichtig oder weniger wichtig ist. Schließlich war die Materie neu für mich, was ich auch beim Vorstellungsgespräch hervorgehoben habe.
Da ich Ihre kompromißlose und ehrliche Meinung immer geschätzt habe, möchte ich Sie fragen:
1. Was habe ich falsch gemacht (war ich zu blauäugig, hätte ich schon nach der ersten Unterredung Lunte riechen müssen?)?
2. Wie sieht ein Personalprofi diese Situation? Hat man überhaupt noch Chancen nach einem solchen Fehltritt?
3. Wie erklärt man eine solche Situation vor einem Personalchef?
4. Könnte mein Alter im Zusammenhang mit der Arbeitslosigkeit ein Problem werden?
5. Was liest ein Personalchef aus dem letzten Zeugnis?
Zu Ihrer Orientierung liegt eine vollständige Bewerbungsmappe bei.
Flexibilität und Lernfähigkeit sind angeborene Merkmale eines jeden Menschen. Ohne „geistige Beweglichkeit“ und ohne dem natürlichen Trieb zu lernen, gäbe es im Grunde kein menschliches Leben. Kleinkinder sind mit großem Eifer dabei, die „neue Welt“ zu erkunden, sich unbekannten Situationen zu stellen, sie zu meistern, daran zu lernen und zu wachsen.