Anzeige

Neue Karte zeigt, wo sich Erdwärme anzapfen lässt

12. August 2025

Bohrung für eine Erdwärmesonde
Bohrung für eine Erdwärmesonde: Die neue Ampelkarte zeigt, wo solche Anlagen sinnvoll betrieben werden können. Foto: picture alliance / epd-bild | Detlef Heese
Interaktive Geothermie-Karte zeigt erstmals bundesweit, wo sich oberflächennahe Erdwärme mit Sonden nutzen lässt.
Anzeige
Anzeige


Eine neue interaktive Karte macht sichtbar, wo sich oberflächennahe Erdwärme in Deutschland mit Sonden nutzen lässt – und wo nicht. Entwickelt im Projekt WärmeGut zeigt sie im Ampelsystem die Eignung einzelner Regionen und bietet direkte Links zu zuständigen Behörden. Ziel ist es, Kommunen, Unternehmen und Hausbesitzer bei der klimaneutralen Wärmeplanung zu unterstützen.

Inhaltsverzeichnis

Einheitlicher Blick in den Untergrund

Die Wärmewende braucht verlässliche Daten. Genau das liefert jetzt die interaktive Ampelkarte, die erstmals für ganz Deutschland einheitlich zeigt, wo sich Erdwärme mit Sonden erschließen lässt. Das Projekt WärmeGut hat dafür Geodaten aus allen 16 Bundesländern zusammengeführt.

Anzeige
Anzeige

Beteiligt waren das LIAG-Institut für Angewandte Geophysik in Hannover, die Georg-August-Universität Göttingen, das Unternehmen geoENERGIE Konzept GmbH sowie die geologischen Landesdienste. Gefördert wurde die Arbeit vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Projektleiterin Prof. Dr. Inga Moeck erklärt: „Uns ist es gemeinsam mit den Projektpartnern und den staatlichen geologischen Diensten gelungen, eine digitale Karte zu entwickeln, die sowohl den individuellen Anforderungen der jeweiligen Bundesländer als auch einer leicht verständlichen Vereinheitlichung der komplexen Datenlage gerecht wird.“

 Warum Geothermie so wichtig ist

Geothermie – also die natürliche Wärme aus dem Erdinneren – steht ganzjährig und unabhängig von Wetterbedingungen zur Verfügung. Sie kann helfen, fossile Energien in der Wärmeversorgung zu ersetzen.

Anzeige
Anzeige

Bisher wird dieses Potenzial aber nur begrenzt genutzt. Viele Kommunen, Betriebe und Hausbesitzer wissen schlicht nicht, ob ihr Standort dafür geeignet ist. Genau hier setzt die Karte an.

Orientierung im Ampelsystem

Das Geothermische Informationssystem (GeotIS) zeigt die Eignung für Erdwärmesonden im Ampelsystem:

Anzeige
Anzeige
  • Grün: Nutzung ohne Einschränkung möglich
  • Gelb: Nutzung nur eingeschränkt möglich
  • Rot: Nutzung nicht möglich

Ein Klick auf die Karte öffnet Zusatzinformationen und verweist direkt auf die zuständige Fachbehörde im jeweiligen Bundesland.

Moeck betont: „Wir erwarten, dass diese Karte auf die Geothermie als Maßnahme in der kommunalen Wärmeplanung aufmerksam macht und sowohl der Energiewende als auch der wissenschaftlichen Geothermie-Forschung entscheidenden Schub verleiht.“

Ampelkarte Geothermie
Erste bundesweit einheitliche Geothermiekarte zu den Nutzungsmöglichkeiten von Erdwärmesonden, erstellt im durch den Bund geförderten Forschungsprojekt WärmeGut.

Ein Werkzeug für die kommunale Wärmeplanung

Die Karte ist nicht nur ein Hilfsmittel für Fachbetriebe. Auch private Bauprojekte und kommunale Wärmepläne profitieren. Gemeinden können prüfen, ob Erdwärme eine Option für ihre langfristige Energieversorgung ist.

Ob die Nutzung am Ende tatsächlich möglich ist, entscheiden aber weiterhin die Fachbehörden vor Ort. Die Karte liefert den ersten Anhaltspunkt – eine Art Vorprüfung, die Zeit und Kosten spart.

Daten aus Jahrzehnten Forschung

Hinter GeotIS steckt eine enorme Menge an Daten: Über 30.000 Bohrungen – von Erdöl- und Erdgasbohrungen über Geothermie- bis zu Mineralwasserbohrungen – bilden die Grundlage. Hinzu kommen Temperaturmessungen, geologische Kartenwerke und historische Datensätze, etwa aus dem „Hauptspeicher Bohrungsdaten“ der DDR.

Diese Informationen wurden zu 3D-Untergrundmodellen verarbeitet, die Temperaturen, Gesteinsschichten und wasserführende Schichten bis in 5000 Meter Tiefe abbilden.

Mehr Klarheit für die Wärmewende

Das Forschungsteam sieht in der Karte einen wichtigen Schritt, um Unsicherheiten abzubauen. Denn laut Moeck wird Geothermie oft übersehen: „Die natürlich strömende Wärme in der Erde kann man nicht sehen oder fühlen – anders als Wind oder Sonne. Deshalb wird ihr Potenzial leicht unterschätzt.“

Mit klaren, einheitlichen Informationen könnte sich das ändern. Kommunen erhalten eine Grundlage, um Geothermie in ihre Wärmeplanung einzubeziehen.

Die Karte zu Erdwärmesonden ist erst der Anfang. Geplant sind weitere Darstellungen für Kollektoren- und Brunnensysteme. Langfristig sollen interaktive Potenzialkarten entstehen, die nicht nur Eignung, sondern auch die mögliche Energiemenge für einen Standort berechnen. Das Ziel: Deutschland der klimaneutralen Wärmeversorgung einen Schritt näherbringen.

Über GeotIS

GeotIS ist das zentrale Online-Portal für Geothermie in Deutschland. Neben der neuen Ampelkarte finden sich dort Querschnitte des Untergrunds, Temperaturkarten und Informationen zu bestehenden geothermischen Anlagen.

Die Recherche erfolgt komplett online. Nutzer*innen können interaktive Karten generieren, Temperaturverläufe einblenden und geologische Profile abrufen. So lässt sich der Untergrund virtuell bis in große Tiefen erkunden.

Über die Anfänge der Ampelkarte hatten wir bereits auf vdi-nachrichten.com berichtet.



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

CAD-Konstrukteur (m/w/d)
Boyd Weiler GmbH & Co. KG

13.09.2026
Weiler-Simmerberg
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Bauprojektleiter (m/w/d)
Allbau Managementgesellschaft mbH

13.09.2026
Essen
Ingenieur* im Anforderungsmanagement
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH

13.09.2026
Langen
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d)
WipflerPLAN Planungsgesellschaft

13.09.2026
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz
Information Security Manager (all genders)
VINCORION Advanced Systems GmbH

13.09.2026
Wedel
Professur „Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)“
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences

13.09.2026
Düsseldorf
Senior-Ingenieur Auftragsengineering (m/w/d)
Mehrer Compression GmbH

13.09.2026
Balingen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hamm
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Dillenburg
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Dillenburg
BIM-Manager (w/m/d) Niederlassung Westfalen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster, Gelsenkirchen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Netphen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Netphen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Bochum
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bochum
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Osnabrück
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Osnabrück
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hagen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hagen
Bauleiter (m/w/d) im Bereich schlüsselfertigen Wohnungsbau
SCHEIDL

13.09.2026
Moosburg/Landshut
Projektingenieur Fachplanung Versorgungstechnik (m/w/d)
INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH

13.09.2026
Achim, Celle, Salzgitter, Wolfsburg
Meister (m/w/d) für die mechanische Fertigung
Montanhydraulik GmbH

13.09.2026
Gelsenkirchen
Bauingenieur (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bayreuth

Weitere Artikel



Anzeige
Anzeige