Anzeige

Nanopartikel lassen Alzheimer verschwinden – bei Mäusen

07. Oktober 2025

Mäuse Alzheimer
Alzheimer-Forschung: Lichtblatt-Fluoreszenzmikroskop-Bilder von Mäusegehirnen 12 Stunden nach der Behandlung (links) bzw. Nichtbehandlung (rechts) mit Nanopartikeln. Die Gehirne wurden analysiert, um die Menge der Aβ-Plaque-Ablagerungen zu bestimmen. Rot: Aβ-Plaques. Grün: Gefäße der Blut-Hirn-Schranke. Foto: Institute for Bioengineering of Catalonia (IBEC)
Nanopartikel lassen Alzheimer-Mäuse genesen: Neue Therapie setzt an der Blut-Hirn-Schranke an. Hoffnung für künftige Behandlungen.
Anzeige
Anzeige


Eine neue Studie macht Hoffnung im Kampf gegen Alzheimer. Ein internationales Team aus Spanien, China und Großbritannien hat Nanopartikel entwickelt, die im Mausmodell erstaunliche Wirkungen zeigen. Tiere, die zuvor deutliche Gedächtnisprobleme hatten, verhielten sich nach der Behandlung wieder wie gesunde Artgenossen.

Der Ansatz unterscheidet sich deutlich von bisherigen Therapien. Statt Medikamente über Nanopartikel ins Gehirn zu schleusen, wirken die winzigen Partikel hier selbst als Wirkstoff. Forschende sprechen von „supramolekularen Arzneien“. Entscheidend ist, dass die Blut-Hirn-Schranke wieder ins Gleichgewicht gebracht wird. Diese Barriere schützt unser Gehirn vor Schadstoffen, kann im Krankheitsfall aber auch zum Problem werden.

Anzeige
Anzeige

Das Energiefresser-Organ braucht saubere Wege

Unser Gehirn ist ein Hochleistungsorgan. Erwachsene verbrauchen damit rund 20 % ihrer Energie, Kinder sogar bis zu 60 %. Damit diese Versorgung klappt, ist ein enges Netz von Blutgefäßen nötig. Jede Nervenzelle wird von mindestens einem Kapillargefäß versorgt. Etwa eine Milliarde solcher Gefäße finden sich im menschlichen Gehirn. Wird dieses System gestört, kann das fatale Folgen haben – vor allem bei Krankheiten wie Alzheimer.

Die Blut-Hirn-Schranke funktioniert dabei wie ein Türsteher. Sie kontrolliert, welche Stoffe ins Gehirn gelangen dürfen und welche draußen bleiben müssen. Doch bei Alzheimer gerät dieses System aus der Balance. Abfallprodukte wie das Protein Amyloid-β, das im Verdacht steht, Nervenzellen zu schädigen, können nicht mehr richtig abtransportiert werden. Die Folge: immer mehr Ablagerungen im Gehirn, die den Informationsfluss zwischen Nervenzellen blockieren.

Nanopartikel als Aufräumhelfer

Hier setzen die neuen Nanopartikel an. Statt direkt auf die Nervenzellen zu wirken, helfen sie, die Reinigungsfunktion der Blut-Hirn-Schranke wiederherzustellen. Normalerweise sorgt ein Eiweiß namens LRP1 dafür, dass Amyloid-β aus dem Gehirn entfernt wird. Doch dieser Mechanismus ist störanfällig: Wenn das Eiweiß zu viel oder zu fest bindet, verstopft das System. Bindet es zu wenig, springt der Transport gar nicht erst an.

Anzeige
Anzeige

Die Nanopartikel wirken wie ein Reset-Knopf. Sie imitieren die natürlichen Bindungspartner von LRP1 und ermöglichen so, dass Amyloid-β wieder aus dem Gehirn in den Blutkreislauf gelangt. Dort wird es dann ausgeschieden.

„Bereits eine Stunde nach der Injektion konnten wir eine Verringerung der Aβ-Menge im Gehirn um 50–60 % beobachten.“, erklärt Junyang Chen, Erstautor der Studie und Forscher am West China Hospital der Sichuan University.

Anzeige
Anzeige

Drei Injektionen – große Wirkung

Für die Experimente nutzten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Mäuse, die genetisch darauf programmiert sind, Alzheimer-ähnliche Symptome zu entwickeln. Die Tiere erhielten lediglich drei Dosen der Nanopartikel. Anschließend verfolgte das Team über Monate hinweg die Entwicklung.

Die Ergebnisse sorgten für Staunen: Schon kurz nach der ersten Behandlung sank die Menge an Amyloid-β im Gehirn drastisch. Doch noch wichtiger war die langfristige Wirkung. Ein zwölf Monate altes Tier – vergleichbar mit einem 60-jährigen Menschen – erhielt die Nanopartikel. Sechs Monate später, also im biologischen Alter von etwa 90 Jahren, zeigte es wieder das Verhalten eines gesunden Tieres.

Giuseppe Battaglia, Leiter der Studie am Institut für Bioengineering in Barcelona, erläutert: „Die langfristige Wirkung beruht auf der Wiederherstellung der Gefäßstruktur des Gehirns. Wir glauben, dass dies wie eine Kaskade funktioniert: Wenn sich toxische Substanzen wie Amyloid-beta ansammeln, schreitet die Krankheit fort. Sobald die Gefäßstruktur jedoch wieder funktionsfähig ist, beginnt sie mit der Beseitigung von Aβ und anderen schädlichen Molekülen, sodass das gesamte System sein Gleichgewicht wiedererlangen kann.“

Molekulare Präzisionsarbeit

Die Nanopartikel sind nicht zufällig zusammengebaut, sondern das Ergebnis präziser molekularer Ingenieurskunst. Forschende sprechen von „bottom-up design“. Dabei werden die Partikel so gestaltet, dass Größe, Oberfläche und Bindungsstellen genau kontrolliert sind. Auf diese Weise können sie gezielt an Rezeptoren andocken und Transportprozesse im Gehirn steuern.

„Unsere Studie zeigte eine bemerkenswerte Wirksamkeit bei der schnellen Beseitigung von Aβ, der Wiederherstellung einer gesunden Funktion der Blut-Hirn-Schranke und einer auffälligen Umkehrung der Alzheimer-Pathologie.“, fasst Lorena Ruiz Perez vom Institut für Bioengineering in Barcelona zusammen.

Noch weit entfernt von der Klinik

So vielversprechend die Ergebnisse bei Mäusen auch klingen: Bis zu einer möglichen Anwendung beim Menschen ist es noch ein langer Weg. Klinische Studien stehen erst am Anfang, und die Übertragbarkeit von Tierversuchen auf den Menschen ist nie garantiert. Auch mögliche Nebenwirkungen müssen genau untersucht werden.

Hier geht es zur Originalpublikation



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

Teamleiter (m/w/d) Vertrieb und Kalkulation TGA
LIST Ingenieure GmbH & Co. KG

04.10.2026
Bielefeld
Senior Projektingenieur (m/w/d) – EMSR-Technik – Projektmanagement
REUTERS INGENIEUR GmbH

04.10.2026
Hofheim
Technische*r Angestellte*r (Techniker*in oder Ingenieur*in) Werkstofftechnik, Physiktechnik, Maschinenbau
Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP)

04.10.2026
Garching
Ingenieurin (m/w/d) / Techniker (m/w/d) der Mess- und Regelungstechnik für Gebäudeautomation
Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH)

04.10.2026
Eutin, Lübeck
Leitung Entwicklung (w/m/d) Mechatronische Systeme / Industrielle Sicherheits- und Automatisierungstechnik
Bernstein AG

04.10.2026
Porta Westfalica
Planungsingenieur (w/m/d) und Projektsteuerung – Verkehrsinfrastruktur und Gleisplanung
Ruhrbahn GmbH

04.10.2026
Essen
Gruppenleiter:in Automatisierungstechnik
TraveNetz GmbH

04.10.2026
Lübeck
Bauleiter (m/w/d) Rohrsanierung / Kanalsanierung
Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG

04.10.2026
München, Neumarkt in der Oberpfalz, Nürnberg, Regensburg
Vertriebsingenieur / Projektingenieur (m/w/d) im Außendienst – Südbayern
DEPRAG SCHULZ GMBH u. CO. KG

04.10.2026
verschiedene Einsatzorte
Bauingenieur / Verkehrsingenieur (w/m/d) Straßenplanung/Straßenbauprojekte
Die Autobahn GmbH des Bundes

04.10.2026
Nürnberg
Strategic Account Manager (m/f/x)
via Richard Hönig Wirtschaftsberatungen

04.10.2026
München
Automatisierungsingenieur / SPS-Ingenieur (m/w/d)
Gebrüder Lödige Maschinenbau GmbH

04.10.2026
Paderborn
Projektleitung Haustechnik / Technische Gebäudeausrüstung (TGA) – Neubau & Modernisierung (w/m/d)
STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft mbH

04.10.2026
Berlin
Entwicklungsingenieur Leistungselektronik (all genders)
VINCORION Advanced Systems GmbH

04.10.2026
Wedel
Industrial Engineer / Fertigungsplaner – Arbeitsvorbereitung (m/w/d)
ELAC SONAR GmbH

05.10.2026
Kiel
Senior Solution Architect Integration Platform (m/w/d)
WIRTGEN GmbH

05.10.2026
Windhagen
Senior Solution Architect Enterprise Cloud Platform (m/w/d)
WIRTGEN GmbH

05.10.2026
Windhagen
Software-Ingenieur (m/w/d) Elektrotechnik – mobile Arbeitsmaschinen
WIRTGEN GmbH

05.10.2026
Windhagen
Werkleiter (w/m/d)
WITTENSTEIN SE

05.10.2026
Igersheim
TGA-Ingenieur (m/w/d) in Leverkusen
Dohm Pharmaceutical Engineering

05.10.2026
Leverkusen

Weitere Artikel



Firmenprofile

Anzeige
Anzeige