Kompetenzen sichern 14.01.2026, 13:30 Uhr

Was ist die Nationale Weiterbildungsstrategie und warum ist sie wichtig?

Digitalisierung, Klimawandel und Fachkräftemangel verändern Berufe schneller denn je. Wie können Beschäftigte Schritt halten und neue Chancen nutzen? Die Nationale Weiterbildungsstrategie (NWS) zeigt Wege, Kompetenzen zu sichern und Deutschland zukunftsfähig zu machen.

Weiterbildung. Ein Mann steht und erklärt etwas.

Mit der Nationalen Weiterbildungsstrategie fit für die Arbeitswelt von morgen: Lernen, um Chancen zu nutzen und Fachkräfte zu sichern.

Foto: Smarterpix/YuriArcurs

Was heute noch als sicherer Job gilt, kann morgen schon ganz anders aussehen. Digitalisierung, Klimawandel und demografische Veränderungen beschleunigen den Wandel der Arbeitswelt. Berufe verschwinden dabei selten – sie verändern sich. Tätigkeiten, Anforderungen und Kompetenzprofile verschieben sich oft mehrfach im Laufe eines Berufslebens. Die klassische Karriere mit einem Beruf, einem Arbeitgeber und klarer Aufstiegslinie wird zur Ausnahme.

Genau hier setzt die Nationale Weiterbildungsstrategie (NWS) an. Sie unterstützt Menschen dabei, sich immer wieder neu zu orientieren, Fähigkeiten weiterzuentwickeln und Übergänge aktiv zu gestalten – statt vom Wandel überrascht zu werden. Weiterbildung wird so zur Voraussetzung, um dauerhaft beschäftigungsfähig zu bleiben und zugleich die Fachkräftebasis in Deutschland zu sichern.

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In einer Arbeitswelt voller Bewegung wird Weiterbildung zum Sicherheitsnetz. Sie hilft, den Anschluss nicht zu verlieren, eröffnet neue Chancen und gibt Unternehmen die Flexibilität, auf veränderte Anforderungen zu reagieren. Damit das gelingt, müssen Angebote alltagstauglich sein: flexibel, modular und praxisnah – und genau dort ansetzen, wo Menschen im Berufsleben stehen.

Was die Nationale Weiterbildungsstrategie leistet

Mit der Nationalen Weiterbildungsstrategie gibt es erstmals einen gemeinsamen Rahmen für berufliche Weiterbildung in ganz Deutschland. Bund, Länder, Sozialpartner, die Bundesagentur für Arbeit sowie Wissenschaft und Praxis ziehen seit 2019 an einem Strang. Im Fokus steht dabei alles, was Menschen im Job weiterbringt: bestehende Fähigkeiten ausbauen, neue Kompetenzen erwerben, beruflich aufsteigen, sich umschulen oder einen Berufsabschluss nachholen.

Weiterbildung soll dabei kein Sonderfall mehr sein, sondern ganz selbstverständlich zum Berufsleben dazugehören. Die Strategie setzt auf frühe Orientierung und vorausschauende Qualifizierung – damit Menschen sich rechtzeitig weiterentwickeln können, statt erst dann zu reagieren, wenn der Job auf der Kippe steht. Ziel ist eine neue Weiterbildungskultur, die Chancen eröffnet und Sicherheit im Wandel gibt.

Warum Weiterbildung zur Schlüsselressource wird

Die deutsche Wirtschaft steht mitten in einem Umbruch. Digitalisierung, Klimaschutz und demografischer Wandel treffen gleichzeitig aufeinander – und verändern Jobs schneller, als viele Schritt halten können. Schon heute arbeitet etwa jede vierte beschäftigte Person in einem Beruf, der stark von Automatisierung betroffen ist. Und der Wandel hört nicht auf: Bis 2030 dürfte sich mehr als ein Drittel aller Berufe grundlegend verändern.

Weiterbildung wird damit zur wichtigsten Versicherung für das Berufsleben. Sie hilft Beschäftigten, am Ball zu bleiben, eröffnet neue Perspektiven und sorgt dafür, dass Unternehmen auch morgen noch die Fachkräfte finden, die sie brauchen. Doch die Chancen sind ungleich verteilt: Vor allem Geringqualifizierte, Beschäftigte in kleinen Betrieben und Menschen mit Migrationshintergrund nehmen seltener an Weiterbildungen teil. Genau hier setzt die Nationale Weiterbildungsstrategie an – mit gezielten Förderungen, besserer Beratung und Angeboten, die wirklich erreichbar sind.

Partnerschaft als Erfolgsmodell

Ein Alleinstellungsmerkmal der NWS ist ihr breiter Partnerschaftsansatz. Insgesamt 17 Akteure tragen die Strategie gemeinsam – darunter mehrere Bundesministerien, Ländervertretungen, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, die Bundesagentur für Arbeit und wissenschaftliche Einrichtungen.

Diese Struktur ist kein Selbstzweck. Sie schafft ein Forum, in dem wirtschaftliche, soziale und individuelle Interessen zusammengeführt werden. Ziel ist es, tragfähige Lösungen zu entwickeln, die bundesweit wirken und zugleich regional anschlussfähig bleiben – von der Gesetzgebung bis in die Betriebe.

Wer die Nationale Weiterbildungsstrategie trägt

Die NWS bündelt die wichtigsten Akteure der Weiterbildungspolitik:

Bundesministerien

  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
  • Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK)

Bundesweite Institutionen

  • Bundesagentur für Arbeit (BA)

Länder

  • Fachministerkonferenzen der Länder (Arbeits-, Bildungs- und Wirtschaftsressorts)

Sozialpartner & Wirtschaft

  • Gewerkschaften
  • Arbeitgeberverbände und Wirtschaftsorganisationen

Wissenschaft & Fachpraxis

  • Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Die Vision: Weiterbildungsrepublik 2030

Mit der NWS verfolgt die Bundesregierung ein klares Ziel: Bis 2030 soll die Weiterbildungsbeteiligung in Deutschland auf 65 Prozent steigen. Derzeit liegt sie bei rund 54 Prozent. Um diese Lücke zu schließen, müssen Hürden abgebaut und Angebote attraktiver, transparenter und flexibler werden.

Inhaltlich unterscheidet die Strategie vor allem zwei Stoßrichtungen:

  • Anpassungsqualifizierungen, um bestehende Kompetenzen an neue Technologien anzupassen
  • Aufstiegsqualifizierungen, die berufliche Entwicklung und Karriereschritte ermöglichen

Die NWS wirkt dabei bewusst als koordinierendes Instrument: Sie setzt Impulse, bündelt Akteure und beeinflusst Gesetzgebungsprozesse – ohne starre Vorgaben zu machen.

Abschlüsse neu denken – modular und praxisnah

Die Arbeitswelt verändert sich – und mit ihr müssen sich auch Abschlüsse weiterentwickeln. Die Nationale Weiterbildungsstrategie bringt Bewegung in die Fort- und Weiterbildung: Meisterprüfungen, Fachschulen und bestehende Weiterbildungsangebote werden Schritt für Schritt modernisiert und an digitale Anforderungen angepasst. Ziel ist es, Abschlüsse zukunftsfest zu machen und näher an die Praxis der Betriebe heranzurücken.

Gleichzeitig setzt die Strategie stärker auf modulare Wege zum Abschluss. Teilqualifikationen und Ausbildungsbausteine ermöglichen es, berufliche Kompetenzen schrittweise aufzubauen – flexibel, alltagstauglich und nah am Job. Besonders für Menschen ohne formalen Berufsabschluss eröffnen sich so neue Chancen, einen anerkannten Abschluss zu erreichen, ohne alles auf einmal leisten zu müssen.

Orientierung im Weiterbildungsdschungel: mein NOW

Ein Kernproblem war lange die Unübersichtlichkeit des Systems. Mit dem Portal „mein NOW“ schafft die NWS Transparenz. Nutzerinnen und Nutzer finden dort gebündelte Informationen zu Angeboten, Förderung und Beratung. Das integrierte Tool „New Plan“ zeigt realistische berufliche Entwicklungspfade auf – auch für Wiedereinsteiger oder Menschen in der Neuorientierung.

Unterschiedliche Perspektiven – ein gemeinsames Ziel

Weiterbildung ist ein komplexes Thema – und die Interessen der Beteiligten sind vielfältig. Gewerkschaften setzen sich für stärkere Rechte der Beschäftigten ein, fordern finanzielle Absicherung und Lernmodelle, die sich gut in den Alltag integrieren lassen. Arbeitgeber legen den Fokus auf Eigenverantwortung, pragmatische Lösungen und weniger Bürokratie, damit Weiterbildung im Betrieb tatsächlich umsetzbar ist. Wissenschaft und die Bundesagentur für Arbeit wiederum plädieren für flexible, regionale Netzwerke statt starrer Standardprogramme, um auf die spezifischen Anforderungen vor Ort einzugehen.

Die Nationale Weiterbildungsstrategie bündelt diese unterschiedlichen Perspektiven in einem gemeinsamen Rahmen. Sie sorgt dafür, dass die verschiedenen Ansprüche aufeinander abgestimmt werden, Lösungen praxisnah bleiben und Weiterbildung sowohl den Beschäftigten als auch den Unternehmen zugutekommt. So entsteht ein kooperatives Modell, das lebenslanges Lernen im deutschen Berufsalltag wirkungsvoll unterstützt.

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

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