Autoentwicklung 28.05.2026, 14:00 Uhr

KI, Autos, Zukunft: Was VW und TU Braunschweig jetzt planen

VW und TU Braunschweig gründen eine KI-Professur für die Produktentwicklung. Ziel: schnellere Innovationen und neue Impulse für die Mobilität der Zukunft.

Von links: Hauke Stars, Konzernvorstand für IT, Volkswagen Group, Prof. Dr. Angela Ittel, Präsidentin TU Braunschweig.

Neue KI-Professur in der Mobilitätsforschung: Die TU Braunschweig und Volkswagen bündeln ihre Zusammenarbeit, um künstliche Intelligenz gezielt in der Fahrzeugentwicklung – von digitalen Zwillingen bis zu autonomen Funktionen – voranzutreiben.

Foto: Philipp Ziebart/TU Braunschweig

Die Technische Universität Braunschweig und der Volkswagen bauen ihre Zusammenarbeit im Bereich Künstliche Intelligenz weiter aus: Gemeinsam richten sie eine neue Professur für KI in der Produktentwicklung ein. Ziel der Partnerschaft ist es, Forschung im Mobilitätssektor zu vertiefen und den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse schneller in industrielle Anwendungen zu bringen. Damit sollen neue Impulse für KI-gestützte Entwicklungsprozesse entstehen.

Künstliche Intelligenz spielt für Volkswagen eine zentrale Rolle. IT-Vorständin Hauke Stars erklärte laut Mitteilung: „Durch den Einsatz von KI-Technologien beschleunigen wir unsere Prozesse und bringen neue Produkte und Technologien deutlich schneller auf den Markt.“ Zudem soll der engere Austausch zwischen Wissenschaft und Industrie dazu beitragen, sich „frühzeitig entscheidendes Know-how zu sichern“.

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KI-Professur soll Mobilitätsforschung umfassend stärken

Die neue Professur solle innerhalb der Mobilitätsforschung die gesamte Bandbreite der künstlichen Intelligenz abdecken – von virtueller Produktentwicklung über autonome Fahrfunktionen bis hin zur Analyse realer Fahrzeugnutzungsdaten. Die Besetzung sei zeitnah geplant, idealerweise bis Oktober, hieß es.

TU-Präsidentin Angela Ittel erklärte, dass künstliche Intelligenz die Produktentwicklung grundlegend verändere und als Motor für die nächste Generation der Mobilität gelte.

„Software prägt moderne Fahrzeuge, die Entwicklung und die Produktion stärker denn je. KI ist der Motor für die nächste Generation von Mobilität. Um Spitzenforschung mit hoher gesellschaftlicher Relevanz voranzubringen, ist die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft und Industrie entscheidend. Ich bin stolz, dass wir gemeinsam mit unserem langjährigen Partner, der Volkswagen Group, diese Professur realisieren. So stärken wir die KI-Forschung gezielt und schaffen die Grundlage für konkrete Beiträge zur Mobilität der Zukunft. Gerade jetzt ist das der richtige Schritt: Wir müssen investieren, um Innovationen voranzubringen“, wird sie in einer Pressemitteilung zitiert.

Einbindung in starkes Forschungsnetzwerk geplant

Die neue Professur werde am Institut für Konstruktionstechnik der Technische Universität Braunschweig angesiedelt und eng mit dem Niedersächsischen Forschungszentrum Fahrzeugtechnik (NFF) der Universität zusammenarbeiten. Das NFF gilt mit über 1000 Forschenden, mehr als 40 Instituten und mehr als 50 Industriepartnern als eines der führenden Mobilitätsforschungszentren in Europa.

Die Besetzung der Professur sei zeitnah vorgesehen, idealerweise bis Oktober 2026. Nach einer Aufbauphase von fünf Jahren solle die Stelle in eine ordentliche Professur überführt werden.

KI als Schlüsseltechnologie in der Fahrzeugentwicklung

Die zunehmende Komplexität moderner Autos erhöht den Bedarf an leistungsfähigen digitalen Technologien in Entwicklung und Produktion. Künstliche Intelligenz übernimmt dabei eine zentrale Rolle.

Wichtige Anwendungen sind sogenannte „Digitale Zwillinge“ – KI-gestützte, vollständig virtuelle Modelle von Fahrzeugen und Bauteilen. Sie ermöglichen frühzeitige Anpassungen, neue Designvorschläge sowie umfassende Tests, ohne physische Prototypen bauen zu müssen. Dadurch wird die Entwicklung schneller und flexibler.

Zunehmend an Bedeutung gewinnen zudem KI-Agenten, die einzelne Aufgaben wie Softwaretests eigenständig übernehmen und so Entwicklungsprozesse beschleunigen. Auch sogenannte Foundation Models gelten als zukunftsweisend: Sie verknüpfen große, bereichsübergreifende Datenmengen und sollen künftig die gesamte Produktentwicklung digital integrieren und kontinuierlich optimieren. (mit dpa)

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Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

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