MINT-Berufe 15.07.2026, 14:00 Uhr

Schweben statt Schule: 30 Jugendliche dürfen Astronaut für einen Tag werden

30 Jugendliche erleben als „Astronaut für einen Tag“ echte Schwerelosigkeit im Parabelflug. Bewerbung, Auswahl und Ziele des Raumfahrt-Programms im Überblick.

Schwerelosigkeit während Parabelflug

Einmal schwerelos durch ein Flugzeug schweben? Für 30 Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren könnte der Traum bei „Astronaut for a Day“ Wirklichkeit werden.

Foto: picture alliance / dpa | DLR

Einmal schwerelos durch die Luft schweben – so wie Astronautinnen und Astronauten auf der Internationalen Raumstation ISS: Genau das können 30 Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren bald selbst erleben. Forschungs- und Raumfahrtministerin Dorothee Bär stellte während ihrer Sommerreise bei einem Besuch des Airbus-Standorts in Bremen das bislang wenig bekannte Programm „Astronaut for a Day“ vor. Die Bewerbungsphase soll in Kürze starten.

Das Programm ermöglicht den Teilnehmenden einen sogenannten Parabelflug – eine besondere Flugtechnik, bei der ein Flugzeug zunächst steil an Höhe gewinnt und anschließend in einen kontrollierten Sinkflug übergeht. Während dieses Flugmanövers entsteht für rund 20 Sekunden echte Schwerelosigkeit.

Nach Angaben des ehemaligen ESA-Astronauten Thomas Reiter, heute Abteilungsleiter für Raumfahrt im Bundesforschungsministerium, entspricht das Gefühl während eines Parabelflugs nahezu dem Schwebezustand an Bord der Internationalen Raumstation (ISS). Für die ausgewählten Jugendlichen bietet sich damit die seltene Gelegenheit, Raumfahrt hautnah zu erleben. Ganz ohne den Flug ins All.

Auswahlverfahren wie bei Astronauten

Wer von echter Schwerelosigkeit träumt, muss sich zunächst einem anspruchsvollen Auswahlverfahren stellen. Wie die Forschungs- und Raumfahrtministerin Dorothee Bär mitteilte, orientiert sich der Bewerbungsprozess an den Standards, die auch für professionelle Astronautinnen und Astronauten gelten.

Zum Auswahlprogramm sagte Bär der Deutschen Presse-Agentur: „Die Voraussetzungen sind genau die gleichen, die auch die echten Astronauten durchlaufen. Das heißt, es wird ein Gesundheitstest stattfinden, ein Fitnesstest, es werden Interviews geführt, wie bei dem Astronautenkorps auch. Ja, und dann Allgemeinwissen, also alles, was dazugehört.“

Interessierte Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren sollen ab Herbst ein Bewerbungsvideo online einreichen können. Ein konkreter Starttermin sowie weitere Einzelheiten zur Bewerbung stehen derzeit noch aus.

Am Ende werden 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgewählt, die an einem Parabelflug teilnehmen und dabei echte Schwerelosigkeit erleben dürfen. Organisiert wird das Programm von der Deutschen Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Es ist Teil des Wissenschaftsjahres 2027, das ganz im Zeichen der Raumfahrt steht.

Raumfahrtministerin Dorothee Bär
Raumfahrtministerin Dorothee Bär will junge Menschen für die Raumfahrt begeistern – und fliegt beim Parabelflug selbst mit. Foto: picture alliance / PIC ONE | Ben Kriemann

Ministerin Bär fliegt selbst mit

Forschungs- und Raumfahrtministerin Dorothee Bär will das Abenteuer nicht nur begleiten, sondern selbst erleben: Nach eigenen Angaben wird sie gemeinsam mit den beiden deutschen ESA-Astronauten Matthias Maurer und Alexander Gerst an einem Parabelflug teilnehmen. Auf die dpa-Frage, ob sie vor dem Flug Respekt habe, antwortete sie lachend: „Nee, Leben am Limit.“

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Begeisterung für Raumfahrt und MINT-Berufe wecken

Bär ist überzeugt, dass die ausgewählten Jugendlichen nach dem Flug zu echten Botschaftern der Raumfahrt werden. Sie könnten ihre Erfahrungen aus erster Hand weitergeben und andere für Wissenschaft und Weltraum begeistern.

„Die haben die Astronauten zum Anfassen. Die können berichten, wie es ist, in der Schwerelosigkeit zu sein.“

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Mit dem Programm verfolgt die Bundesregierung auch das Ziel, mehr junge Menschen für die sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zu gewinnen. Angesichts des Fachkräftemangels seien insbesondere Ingenieurinnen und Ingenieure für die Zukunft der Raumfahrt unverzichtbar, betonte Bär.

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Erfolgreiches Konzept aus anderen Ländern

Das Programm „Astronaut for a Day“ ist keine deutsche Premiere. In mehreren europäischen Ländern, darunter Österreich und Luxemburg, wurde das Konzept bereits erfolgreich umgesetzt. Die bisherigen Teilnehmer berichteten anschließend begeistert von ihren Erlebnissen und der einzigartigen Erfahrung, für kurze Zeit echte Schwerelosigkeit zu erleben. (mit dpa)

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Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

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