Wie sich Ingenieure ATS-kompatibel bewerben
ATS steht für Applicant Tracking System. An den automatisierten Bewerbermanagementsystemen müssen Bewerber auf dem Weg zur Stelle vorbei.
Professionelle Bewerbungsunterlagen lassen das Personalerherz höher schlagen.
Foto: panthermedia.net/adamgregor
Der Arbeitsmarkt ist aktuell sehr angespannt. Unternehmen berichten, dass sie aktuell sehr viele Bewerbungen auf eine Stellenausschreibung bekommen. Will man sich erfolgreich im Bewerbungsprozess positionieren, ist es deshalb aktuell wichtiger als in der Vergangenheit, sein Profil gut darzustellen.
Und noch ein weiterer Trend sorgt dafür, dass man die eigenen Bewerbungsunterlagen wirklich gut durchdenken und immer an die jeweiligen Ausschreibungen anpassen sollte: die sogenannten Applicant Tracking Systems (kurz ATS) oder auch bekannt als automatisierte Bewerbermanagementsysteme. Unternehmen nutzen diese, um eingehende Bewerbungen zu verwalten, sortieren und zu bewerten.
Warum Unternehmen auf ATS setzen
In der Praxis läuft es so: Bewerbungen landen über ein webbasiertes Portal oder eine E-Mail-Queue in dem System, dann werden die Texte aus dem Lebenslauf und Anschreiben in strukturierte Daten überführt. Das Recruiting legt Keywords, gesuchte Fähigkeiten, Bildungshintergrund und Erfahrungen fest, und das System bewertet die Bewerbungen danach.
Kandidatinnen und Kandidaten mit hoher Übereinstimmung erscheinen dann automatisch häufiger in den Top-Listen. Ziel ist eine übersichtliche „Candidate Pipeline“ und eine schnellere Bearbeitung, ohne dass ein Mensch alle Bewerbungen sichten muss. Das spart speziell in Zeiten mit vielen Bewerbungen Ressourcen. Schätzungen gehen davon aus, dass ca. 70 % aller großen Firmen, Konzerne und Mittelständler ATS einsetzen.
Sechs Tipps für Bewerber
Es ist also Zeit, die eigenen Bewerbungen zu optimieren. Das sollte man bedenken:
- Lesen Sie die Stellenausschreibung sorgfältig und überlegen Sie sich genau, wie Ihr Profil und das, was in Ihrem CV steht, zu dem passt, was in der Stellenausschreibung an Tätigkeiten, Fähigkeiten und Skills benannt und gesucht wird. Das war schon immer wichtig, ein menschlicher Leser kann aber auch zwischen den Zeilen lesen, für ein digitales System sind nicht benannte Dinge unsichtbar.
- Vermeiden Sie komplizierte Layouts, Grafiken, Tabellen oder Spalten, weil diese Programme Schwierigkeiten haben, unterschiedliche Inhaltstypen zu erfassen.
- Strukturieren Sie den Lebenslauf klar mit Kontaktdaten, einem kurzen Profil oder einer Executive Summary, dem Abschnitt Berufserfahrung inklusive Position, Unternehmen, Ort, Zeitraum und zentralen Keywords in den Tätigkeitsbeschreibungen.
- Nutzen Sie die Keywords aus der Stellenausschreibung und platzieren Sie die in Ihren Tätigkeitsbeschreibungen oder der Auflistung von Kenntnissen. Vermeiden Sie aber unbedingt ein Keyword-Stuffing. Hilfreich kann auch eine Liste sein, in der die eigenen Skills noch einmal benannt werden.
- Verwenden Sie klare Bullet Points, konsistente Datumsangaben und vermeiden Sie auffällige Schriftarten; Fett und kursiv ist nur eingeschränkt ATS-kompatibel.
- Schreiben Sie klare, kurze Sätze und vermeiden Sie Abkürzungen ohne Erklärung, beschränken Sie den Lebenslauf auf ein bis zwei Seiten, benennen Sie die Stationen konsistent, also z. B. Name, Arbeitgeber, Rolle, Standort.
Wenn man dann alles gut durchdacht hat, kann man die Unterlagen noch mal durch einen ATS-Simulator schicken. Es gibt einige Angebote im Internet, mit denen man testen kann, ob die Bewerbungsunterlagen funktionieren, bevor man sie den Systemen übergibt. Viel Erfolg!
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