Karriere-Messen 04.09.2026, 09:00 Uhr

Recruiting Tag ohne Stress: Diese Strategie empfiehlt ein Karriere-Coach

Recruiting Tag erfolgreich nutzen: Karriere-Coach Bastian Hughes zeigt, wie Sie sich vorbereiten, Gespräche starten und Kontakte knüpfen.

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Mit guter Vorbereitung wird der Recruiting Tag zur Chance – Planung, klare Ziele und der richtige Pitch sind der Schlüssel zum Erfolg.

Foto: PantherMedia / ifeelstock

Und dann ist er plötzlich da – der VDI nachrichten Recruiting Tag. Wochenlang war er im Kalender eingetragen, klang nach einer spannenden Möglichkeit, mit Unternehmen in Kontakt zu treten und den nächsten Karriereschritt anzugehen. Doch je näher der Termin rückt, desto mulmiger wird das Gefühl. Was, wenn man einfach nur dasteht – wie bestellt und nicht abgeholt? Was, wenn genau diese Chance, mit potenziellen Arbeitgebern ins Gespräch zu kommen, ungenutzt verstreicht?

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Diese Unsicherheit ist völlig normal. Schließlich geht es um mehr als ein paar lockere Gespräche – es geht um berufliche Perspektiven, um einen ersten Eindruck, vielleicht sogar um den Einstieg in den Traumjob. Umso wichtiger ist es, vorbereitet zu sein. Ein klarer Plan hilft, die Nervosität zu bändigen und den Tag effektiv zu nutzen: Welche Unternehmen sind interessant? Welche Fragen möchte man stellen? Welche Unterlagen sollten griffbereit sein?

Wie aus Unsicherheit Selbstvertrauen wird

Eine Karrieremesse wie der VDI nachrichten Recruiting Tag kann für viele Besucher:innen herausfordernd sein – vor allem dann, wenn die berufliche Orientierung noch nicht ganz klar ist. Dabei muss ein solcher Tag nicht anstrengend oder belastend wirken. Im Gegenteil: „Warum muss das denn aber mit so einer Energie stattfinden, die einen so ein bisschen auch, ja, vielleicht auch runterzieht?“, fragt der Karriereexperte Bastian Hughes, der viel in seinem langjährigen Laufbahn im Recruiting-Bereich erlebt hat und oft bei solchen Veranstaltungen vor Ort ist und war. „Wer sich gut vorbereitet und bewusst eigene Ziele setzt, kann die Messe vielmehr als Gewinn erleben“.

Ein zentrales Instrument für die Vorbereitung sei seiner Ansicht nach die Einteilung von Zielen in drei Stufen: Min, Good und Love. Je nach Tagesform können verschiedene Zielniveaus verfolgt werden – vom Mindestziel (z. B. ein Vortrag und zehn interessante Firmen) über ein gutes Ergebnis (mehrere Gespräche geführt) bis hin zum Idealfall, etwa der Vereinbarung eines Vorstellungsgesprächs. „So wird der Tag planbar, ohne überfordernd zu sein, und kann im besten Fall sogar motivieren.“

Mit dieser Haltung lassen sich auch erste Gespräche leichter beginnen – gerade dann, wenn sie mit Unternehmen geführt werden, die zunächst nicht zur ersten Wahl gehören. Wer strategisch vorgeht, kann nicht nur wertvolle Kontakte knüpfen, sondern vor allem eines: Selbstwirksamkeit erleben.

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Wer zu zweit kommt, kommt leichter ins Gespräch

Ein zusätzlicher Tipp des Experten lautet: Nicht alleine zur Messe gehen. „Ihr könnt euch gegenseitig motivieren. Ihr könnt unterschiedliche Unternehmen ansprechen und euch später austauschen. Ihr könnt euch gemeinsam vorbereiten – vielleicht sogar eine kleine ‚Messe-Mastermind‘ gründen.“ Dabei weist Hughes auf die die Serie How I Met Your Mother hin: Ted ist da eher zurückhaltend, Barney eher der Draufgänger. Im besten Fall ergänze sich ein Messe-Duo genauso – mit unterschiedlichen Stärken und gemeinsamem Ziel.

Denn: Mit dieser Haltung lassen sich auch erste Gespräche leichter beginnen – gerade dann, wenn sie mit Unternehmen geführt werden, die zunächst nicht zur ersten Wahl gehören. Wer strategisch vorgeht, kann nicht nur wertvolle Kontakte knüpfen, sondern vor allem eines: Selbstwirksamkeit erleben.

Die ABC-Methode von Bastian Hughes

„Nutze die Ausstellerliste und teile die Unternehmen in drei Kategorien ein: A-Firmen sind deine Wunschunternehmen, B-Firmen interessant, aber noch nicht Top-Ziel, und C-Firmen weniger attraktiv – ideal zum Warmlaufen“, sagt der Experte. Deshalb lautet sein Tipp: „Starte mit den C-Firmen, denn so bist du weniger aufgeregt und kannst deine Gesprächstechnik ohne Druck ausprobieren. Genau wie im Vertrieb ruft man erst die kleinen Kunden an, dann die wichtigen.“

Darüber hinaus sei es sinnvoll, die Stellwände mit den Jobangeboten aufmerksam zu betrachten. Ziel ist es nicht, sofort den perfekten Job zu finden, sondern einen Überblick über gefragte Kompetenzen, angebotene Stellen und den generellen Bedarf zu gewinnen. Es kann zudem hilfreich sein, vorab herauszufinden, wer die Unternehmen auf der Messe vertritt, etwa über berufliche Netzwerke wie LinkedIn oder Xing.

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Viele Messebesucher:innen stellen sich genau diese Frage: Wie beginne ich ein Gespräch am Stand, ohne aufdringlich oder unsicher zu wirken? Gerade zu Beginn hemmt die Unsicherheit – schließlich möchte man einen guten ersten Eindruck hinterlassen, weiß aber oft nicht, wie das Gegenüber reagiert. Karriere-Coach Bastian Hughes betont deshalb, dass Karrieremessen keine formellen Vorstellungsgespräche sind, sondern Einladungen zum Austausch. Wer gut vorbereitet ist, dem fällt der Einstieg leichter – und genau hier hilft der sogenannte Messepitch: eine kurze, strukturierte Selbstvorstellung, die Orientierung gibt und das Eis bricht.

Karriere-Coach Bastian Hughes gibt praktische Tipps, wie sich der VDI nachrichten Recruiting Tag mit kluger Vorbereitung entspannt und erfolgreich nutzen lässt.

Der Messepitch beantwortet kurz und prägnant drei Fragen:

  • Wer bin ich?
  • Was kann ich?
  • Was will ich?

Karriere-Coach Bastian Hughes rät dazu, offen, interessiert und persönlich zu fragen – denn genau das mache ein gutes Gespräch aus. Die folgenden Gesprächsfragen bieten dabei eine wertvolle Orientierung:

Gesprächsfragen für den Messebesuch

  • Wie lange arbeiten Sie schon bei diesem Unternehmen?
  • Was begeistert Sie persönlich an Ihrem Arbeitgeber?
  • An wen darf ich meine Bewerbung richten?
  • Muss ich mich nach dem Gespräch nochmal formal bewerben?
  • Wie bleiben wir in Kontakt?

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Nach dem Recruiting Tag ist vor dem nächsten Schritt

Mit dem Ende des Recruiting Tags sollte die Jobsuche nicht gleich wieder in den Hintergrund rücken. Wer interessante Gespräche geführt hat, sollte möglichst zeitnah festhalten, mit wem er gesprochen hat, welche Stellen interessant waren und was im Gespräch vereinbart wurde. Auch Kontaktdaten und konkrete Ansprechpartner gehören in die eigenen Notizen.

Außerdem lohnt es sich, den Kontakt noch einmal persönlich aufzugreifen – etwa mit einer kurzen Nachricht oder, wenn vereinbart, mit den eigenen Bewerbungsunterlagen. So bleibt das Gespräch in Erinnerung und aus einem ersten Kontakt kann tatsächlich eine berufliche Perspektive entstehen.

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Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

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