Eigenkündigung als Ingenieur vorbereiten: Darauf kommt es an
Eigenkündigung als Ingenieur: Entscheidung, Gespräch und Umsetzung sauber trennen und Fehler vermeiden.
Auf die Reihenfolge kommt es an: Bevor Sie Ihre Kündigung schreiben, sollten Sie einige Dinge gezielt vorbereiten.
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| Das Wichtigste in Kürze |
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Eine Kündigung beginnt nicht mit dem Schreiben. Sie beginnt mit einer Entscheidung – und genau hier liegt der Denkfehler. Viele Ingenieurinnen oder Ingenieure wissen dass sie gehen wollen, unterschätzen aber wie entscheidend die Vorbereitung ist. Wer unstrukturiert kündigt, verschenkt Gestaltungsspielraum. Wer strategisch vorgeht, behält Kontrolle über Zeit, Übergabe und nächsten Karriereschritt.
Dieser Beitrag zeigt, wie Sie eine Eigenkündigung planvoll vorbereiten: sachlich, professionell und ohne unnötige Risiken.
Inhaltsverzeichnis
Entscheidung ist nicht Umsetzung
Die Kündigung ist kein spontaner Akt, sondern ein Prozess mit mehreren Stellschrauben:
- Zeitpunkt der Kündigung
- Reihenfolge der Schritte
- Gesprächsstrategie
- Übergabe und Außenwirkung
Zwischen innerer Entscheidung und formaler Kündigung sollten idealerweise einige Wochen liegen. Diese Zeit entscheidet darüber, ob Sie souverän gehen – oder reagieren müssen.
Der richtige Zeitpunkt
Der optimale Kündigungszeitpunkt ist nicht dann, wenn der Frust maximal ist, sondern wenn die Rahmenbedingungen stimmen.
Prüfen Sie vorab:
- Kündigungsfrist laut Vertrag
- Projektphasen (Meilensteine, Abnahmen, Go-Live)
- Urlaubs- und Überstundenstände
- Beginn eines möglichen neuen Jobs
Strategischer Gedanke: Je früher Sie Klarheit haben, desto besser lassen sich Übergaben, Projektabschlüsse und Termine steuern.
Reihenfolge der Schritte
Eine klare Abfolge verhindert Fehler und unnötige Eskalationen.
Bewährte Reihenfolge:
- Arbeitsvertrag und Fristen prüfen
- Kündigungsschreiben vorbereiten (noch nicht abgeben)
- Gespräch mit direkter Führungskraft planen
- Gespräch führen
- Kündigung übergeben
- Übergabe organisieren
Wichtig: Das Gespräch kommt vor dem Schreiben – nicht umgekehrt.
Das Kündigungsgespräch
Das Gespräch ist kein Tribunal und keine Verteidigungsrede.
Ziel des Gesprächs:
- Klarheit schaffen
- Respekt zeigen
- Professionellen Rahmen setzen
Was funktioniert:
- Klare Entscheidung kommunizieren
- Kurze, neutrale Begründung
- Fokus auf Übergabe und nächsten Schritte
Was nicht nötig ist:
- Detailkritik
- emotionale Aufarbeitung
- endlose Rechtfertigungen
Ein Satz reicht oft: „Ich habe mich entschieden, mich beruflich neu zu orientieren.“
Projekte und Übergaben
Gerade Ingenieurinnen und Ingenieure werden an der Übergabe gemessen. Der Kündigungsgrund ist oft zweitrangig.
Klug vorbereitet heißt:
- Offene Aufgaben dokumentieren
- Ansprechpartner benennen
- Termine sauber übergeben
- Wissen sichern
Das zahlt direkt auf Ihr Arbeitszeugnis, Ihre Reputation und mögliche spätere Kontakte ein.
Typische strategische Fehler
Diese Punkte kosten regelmäßig unnötig Nerven:
- Kündigung im Affekt
- Zu frühe Information im Team
- Ungesicherter Jobwechsel
- Vermischung von Gespräch und Schreiben
- Keine Planung für die Zeit danach
Strategie heißt nicht Taktieren – sondern vorausdenken.
FAQ: Eigenkündigung strategisch vorbereiten
Wie lange sollte ich eine Kündigung vorbereiten?
Idealerweise mehrere Wochen. So bleibt genug Zeit, Kündigungsfristen zu prüfen, Projekte zu ordnen und das Gespräch gut vorzubereiten. Spontane Kündigungen erhöhen das Risiko von Fehlern und unnötigen Konflikten.
Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Eigenkündigung?
Nicht dann, wenn der Ärger am größten ist, sondern wenn die Rahmenbedingungen passen. Ein sinnvoller Zeitpunkt berücksichtigt Projektphasen, Übergaben, Fristen und – falls vorhanden – den Start eines neuen Jobs.
Muss ich zuerst das Gespräch führen oder zuerst kündigen?
Zuerst das Gespräch. Das Kündigungsschreiben folgt danach. Wer umgekehrt vorgeht, nimmt sich Gesprächsspielraum und riskiert unnötige Irritationen.
Wie ausführlich sollte ich meine Kündigung im Gespräch begründen?
Kurz und sachlich. Eine knappe Erklärung reicht. Details, Kritik oder emotionale Aufarbeitung bringen keinen Vorteil und können die Situation unnötig belasten.
Sollte ich mein Team vor der Führungskraft informieren?
Nein. Die direkte Führungskraft sollte immer zuerst informiert werden. Alles andere wirkt unprofessionell und kann Vertrauen beschädigen.
Welche Rolle spielen Projekte bei der Kündigung?
Eine zentrale. Ingenieurinnen und Ingenieure werden stark an ihrer Übergabe gemessen. Wer strukturiert übergibt, hinterlässt einen professionellen Eindruck – unabhängig vom Kündigungsgrund.
Ist es sinnvoll, die Kündigung frühzeitig anzukündigen?
Nur, wenn Zeitpunkt und Rahmen klar sind. Zu frühe Ankündigungen ohne formale Kündigung können Erwartungen wecken, die Sie später nicht mehr steuern können.
Was ist der häufigste strategische Fehler bei der Eigenkündigung?
Die Vermischung von Emotion, Gespräch und Formalien. Wer alles gleichzeitig klären will, verliert Struktur – und oft auch Verhandlungsspielraum.
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