Liebe und Karriere 24.07.2025, 10:20 Uhr

So viele haben eine Affäre am Arbeitsplatz

Der Arbeitsplatz ist längst mehr als nur ein Ort zum Arbeiten – für viele wird er zur Bühne für Romanzen, Affären und große Gefühle. Doch während einige hier die Liebe ihres Lebens finden, riskieren andere Karriereschäden, Konflikte oder sogar den Job. Und genau das macht der aktuelle Fall deutlich, der derzeit durch die Medien geht.

Liebe am Arbeitsplatz

Wenn der Arbeitsplatz zum Ort der Liebe wird – zwischen Karriere, Gefühlen und Herausforderungen.

Foto: PantherMedia / Yuri Arcurs

Eine Affäre am Arbeitsplatz? Passiert sicher nur selten – oder doch nicht? Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall! Wer glaubt, dass romantische Beziehungen unter Kollegen die Ausnahme sind, liegt völlig falsch. Ganze 8 von 10 Arbeitnehmern geben an, schon einmal eine Beziehung, ein Date oder sogar eine intime Begegnung mit einem Kollegen oder einer Kollegin gehabt zu haben.

Ja, die Zahlen sprechen für sich: 80% der Angestellten gaben an, am Arbeitsplatz eine Romanze gehabt zu haben, und fast die Hälfte davon hatte eine Affäre mit ihrem direkten Vorgesetzten.

Eine Umfrage von Zety® mit über 1.000 Angestellten untersuchte romantische Beziehungen am Arbeitsplatz und zeigt, wie diese wahrgenommen werden. Und mehr noch: die Umfrage zeigte, dass 57 % der Angestellten eher ihren Job aufgeben würden, als ihre Romanze zu beenden.

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Kiss-Cam-Debakel bei einem Coldplay-Konzert

Nach dem sogenannten „Kiss-Cam-Debakel“ bei einem Coldplay-Konzert hat der CEO der Software-Firma Astronomer, Andy Byron, seinen Posten geräumt. Wie das Unternehmen mitteilte, habe Byron seinen Rücktritt angeboten – der Verwaltungsrat nahm diesen an. Der verheiratete Top-Manager war bei dem Konzert nahe Boston von der Saalkamera eingefangen worden, wie er eine Frau in den Armen hielt, die schnell von Internetnutzer*innen als die Personalchefin des Unternehmens identifiziert wurde.

Die Szene verbreitete sich viral – und rückte ein Thema in den Fokus, das sonst meist im Stillen stattfindet: Liebesbeziehungen am Arbeitsplatz. Es wäre heuchlerisch, ihre Existenz abzustreiten – sie sind real, häufig, doch werden meist verdrängt. Der Fall machte sichtbar, was oft hinter verschlossenen Türen bleibt, und brachte eine längst überfällige Debatte ins Rollen.

Coldplay-Sänger Chris Martin kommentierte die Szene augenzwinkernd: „Entweder haben sie eine Affäre, oder sie sind einfach sehr schüchtern.“
Was zunächst wie ein harmloser Moment wirkte, entwickelte sich rasch zum PR-Desaster. Internetnutzer identifizierten die beiden als leitende Angestellte der Softwarefirma Astronomer – einer eher unbekannten, aber in der Branche einflussreichen Firma mit namhaften Kunden.

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Die überraschenden Zahlen zu Affären am Arbeitsplatz

Liest man die Kommentare unter dem viral gegangenen Video, die im Minutentakt erscheinen, könnte man meinen, es handle sich um einen Ausnahmefall. Viele spotten, urteilen und zeigen mit erhobenem Zeigefinger auf das Paar. Doch die Zahlen erzählen eine ganz andere Geschichte: Solche Fälle sind längst kein Einzelfall mehr – vielmehr sind Beziehungen und Affären am Arbeitsplatz weit verbreitet, nur eben meist unsichtbar. Der aktuelle Vorfall macht sichtbar, was sonst im Verborgenen bleibt. Und die Zahlen sprechen für sich: 44 % hatten eine solche Beziehung einmal, 56 % sogar mehrmals. Die Dynamik dieser Beziehungen variiert stark:

  • 90 % der Baby-Boomer hatten schon mal eine Romanze am Arbeitsplatz, verglichen mit 81 % der Generation X, 76 % der Millennials und 70 % der Generation Z.
  • 41 % der Angestellten hatten eine Romanze mit ihrem direkten Vorgesetzten (24 % eine langfristige, 9 % einen One-Night-Stand).
  • 36 % hatten eine Romanze mit einem Kollegen (32 % eine langfristige, 23 % einen One-Night-Stand).
  • 33 % hatten eine Beziehung zu einem direkten Untergebenen (30 % eine langfristige, 15 % einen One-Night-Stand).

Interessant ist auch, dass trotz der weit verbreiteten Beteiligung die Mehrheit der Arbeitnehmer (91 %) der Meinung ist, dass Arbeitgeber Beziehungen zwischen Kollegen und (89 %) zwischen Vorgesetzten und Untergebenen verbieten sollten.

Wie Technologie und Remote-Arbeit Büro-Romanzen befeuern

Die Technologie hat die Art und Weise, wie sich Liebesbeziehungen am Arbeitsplatz entwickeln, stark verändert. 80 % der Arbeitnehmer sind der Meinung, dass soziale Medien und Messaging-Apps die Zahl dieser Beziehungen erhöht haben. Besonders die Telearbeit fördert offenbar mehr romantische Verbindungen: 84 % der Remote-Mitarbeiter gaben an, eine Romanze am Arbeitsplatz zu haben, im Vergleich zu 75 % der vor Ort arbeitenden Angestellten. Virtuelle Meetings und Online-Chat-Plattformen sind mittlerweile die Hauptorte (52 %), an denen sich Arbeitnehmer ihre romantischen Partner bei der Arbeit treffen.

Trotz ihrer Häufigkeit bringen Romanzen am Arbeitsplatz viele Herausforderungen und Herzschmerz mit sich. 88 % der Arbeitnehmer haben Konflikte oder Probleme erlebt, die aus solchen Beziehungen resultieren. Die häufigsten negativen Folgen sind:

  • Repressalien (34 %)
  • Schlechtere Work-Life-Balance (33 %)
  • Geringeres Zugehörigkeitsgefühl am Arbeitsplatz (30 %)

Die Auswirkungen können drastisch sein: 29 % kündigten ihren Job, und 22 % wurden wegen ihrer Beziehung entlassen. Laut der Zety-Studie:

  • 92 % gaben zu, dass ihre Romanze gegen die Unternehmensrichtlinien verstieß.
  • 1 von 3 (33 %) gab zu, den eigenen Partner mit einem Kollegen betrogen zu haben.

Liebe im Job: Trotz Risiken bleiben Büro-Romanzen fester Bestandteil des Arbeitslebens

Trotz der Risiken sind Romanzen am Arbeitsplatz weiterhin ein wichtiger Teil des Arbeitslebens. 92 % der Beschäftigten würden in Zukunft eine solche Beziehung eingehen. Obwohl 88 % der Meinung sind, dass solche Beziehungen der Personalabteilung gemeldet werden sollten, haben nur 40 % derjenigen, die eine Romanze hatten, diese tatsächlich offengelegt. Das zeigt eine große Lücke zwischen den Unternehmensrichtlinien und der Praxis. Fast jeder zehnte Beschäftigte gibt an, dass es in seinem Unternehmen keine klaren Regeln für Beziehungen am Arbeitsplatz gibt, was die Notwendigkeit für klare Richtlinien und offene Kommunikation unterstreicht.

Zwischen Karriereboost und echten Gefühlen

Trotz der Herausforderungen, die Bürobeziehungen mit sich bringen, können sie auch Vorteile haben. Jeder vierte Arbeitnehmer hat sich am Arbeitsplatz verliebt und seinen Ehepartner kennengelernt. Diese Beziehungen haben oft positive Auswirkungen, wie:

  • Höhere Arbeitszufriedenheit (38 %)
  • Mehr Produktivität (35 %)
  • Bessere Work-Life-Balance (35 %)

Allerdings können diese Vorteile auch ethische Grenzen überschreiten: 29 % der Arbeitnehmer gaben an, wegen ihrer Romanze bevorzugt worden zu sein, und 27 % erhielten eine Gehaltserhöhung oder Beförderung.

„Romanzen am Arbeitsplatz sind in der modernen Arbeitswelt unvermeidlich, und unerwarteterweise haben die Zunahme der Fernarbeit und die digitalen Kommunikationsmittel dazu beigetragen, dass neue Beziehungen entstanden sind“, resümiert Dominika Kowalska, CPRW und Karriereexpertin bei Zety. „Es ist wichtig, dass Unternehmen klare Richtlinien festlegen, um diese Beziehungen effektiv zu handhaben und mögliche negative Auswirkungen auf den Arbeitsplatz abzumildern.“

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

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